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Donnerstag, 04. Juni 2020, 15.15 Uhr

VW-Lkw-Beteiligung:
Navistar fährt weiter Verluste ein

Der amerikanische Lkw-Hersteller Navistar hat erneut rote Zahlen geschrieben. Traton verfolgt seine Übernahmepläne unterdessen weiter - aber nicht um jeden Preis.

Navistar-Lastwagen: Das Unternehmen hat erneut Verlust gemacht, wenn auch weniger als im Vorjahresquartal. (Foto: Navistar)

Vor der geplanten Übernahme durch die VW-Lkw-Tochter Traton hat der US-Truckhersteller Navistar auch im zweiten Geschäftsquartal rote Zahlen geschrieben. In den drei Monaten bis Ende April stand unter dem Strich ein Verlust von 38 Millionen US-Dollar (34 Millionen Euro). Allerdings fiel der Fehlbetrag nicht mehr ganz so hoch aus wie ein Jahr zuvor mit 48 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum war vor allem ein Vergleich in einem Rechtsstreit um fehlerhafte Abgasanlagen für den Verlust verantwortlich.

Auch beim Umsatz bekam der Lkw-Bauer die Krise bereits deutlich zu spüren, der Erlös sackte im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar ab. "Wir konzentrieren uns auf den Erhalt der finanziellen Mittel und auf Einsparungen, aber nicht auf Kosten unserer Zukunft", sagte Finanzchef Walter Borst zu den Bemühungen, in der Krise zurechtzukommen. Im April hatte das Unternehmen einen Sparplan angekündigt, der aufs Jahr gesehen über 300 Millionen Dollar einsparen sollte.


Keine Übernahme um jeden Preis

VW-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler hatte für die restlichen Anteile am US-Hersteller Ende Januar 35 Dollar je Aktie auf den Tisch gelegt, insgesamt 2,9 Milliarden Dollar. Knapp 17 Prozent hält Traton bereits an den Amerikanern, im September 2016 war die Sparte mit den schweren VW-Nutzfahrzeugen eingestiegen, um auf dem wichtigen nordamerikanischen Lkw-Markt einen Fuß in die Tür zu bekommen und Rivale Daimler das Feld nicht allein zu überlassen. Seitdem wurde darauf spekuliert, wann VW Ernst macht und die Amerikaner ganz schluckt.

Ende April sagte VW-Finanzchef Frank Witter, der Konzern stehe grundsätzlich zu dem Übernahmeangebot. Ob es erfolgreich sei, werde sich aber zeigen müssen. Zuvor hatte er bereits Mitte März durchblicken lassen, dass VW die Übernahme "nicht um jeden Preis" durchziehen wolle. (dpa/swi)

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