Continental baut die Gehälter seiner Führungskräfte rückwirkend zum Beginn des laufenden Jahres um. Dabei geht es vor allem um die erfolgsabhängigen Teile. Ähnlich wie etwa bei VW soll sich ein Großteil davon an mehrjährigen Zeiträumen orientieren, dabei spielt zum Beispiel die Wertentwicklung der Conti-Aktie im Branchenvergleich eine Rolle. Für Vorstände gibt es einen Gehaltsdeckel als Obergrenze.
Auch die Erhöhung des Frauenanteils in höheren Positionen zählt zu den neuen Bezugsgrößen. Öko- und Klimafaktoren fließen ebenfalls in die Berechnung der variablen Gehaltsbausteine der Führungskräfte ein - der Konzern nannte hier etwa die Umstellung auf erneuerbare Energien oder die Zunahme von Recycling. Arbeitsmedizinische Bestimmungsgründe sind Ziele zur Verringerung der Unfall- und der Krankheitsrate.
Nach dem Top-Management soll schrittweise auch für leitende Angestellte das neue System mit Aktienkurs- und Nachhaltigkeitszielen greifen. Auch das Bonusprogramm für alle anderen Beschäftigten passe man an. Mitglieder des Aufsichtsrats sollen künftig nur noch feste, keine veränderlichen Gehälter mehr bekommen. In der Krise verzichten Vorstände und Aufseher auf einen Teil ihres Fixgehalts. Das Management hatte einen ersten Schritt hierzu bereits während der Zuspitzung der Pandemie gemacht - "aus Solidarität mit von Kurzarbeit und weiteren Einschränkungen betroffenen Mitarbeitern".
Reitzle: "Hohe Liquidität ist das oberste Gebot"
Continental meldete außerdem eine wichtige Personalie: Der Manager Andreas Wolf zieht in den Vorstand ein. Er leitet bisher die Antriebssparte, die in das neue Unternehmen Vitesco ausgelagert werden soll. Diesen Schritt musste der Konzern wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage vorerst auf unbestimmte Zeit verschieben. Wolf bekommt einen Dreijahresvertrag. Er soll so lange im Vorstand bleiben, bis der "Spin-off" des Antriebsgeschäfts vollzogen ist.
Zudem will Continental wegen der finanziellen Einschnitte der Corona-Pandemie die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr noch weiter zusammenstreichen. Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle nannte die anhaltend "hohe Unsicherheit" in der Viruskrise als Grund für die gekappte Dividende. "In dieser herausfordernden Situation ist starke Kapitalausstattung sowie ausreichend hohe Liquidität das oberste Gebot." Mit der weiteren Kürzung werden 200 Millionen Euro gespart. Für das Jahr 2018 hatten die Anteilseigner noch 4,75 Euro je Aktie erhalten. (dpa/gem)
Lesen Sie auch:
Continental kürzt Dividende und spart Millionen
Anleihe: Continental verbessert Liquidität
Erstes Quartal 2020: Corona-Krise kostet Continental die Hälfte des Gewinns
Erstes Quartal 2020: Corona-Pandemie reißt Schaeffler tief in rote Zahlen
Vorläufige Quartalszahlen: Continental schneidet besser ab als befürchtet
Aus dem Datencenter: