Der frühere Cadillac-Chef Johan De Nysschen kehrt zurück in die Autoindustrie: Im Oktober tritt der 59-Jährige seine neue Rolle als Chief Operating Officer (COO) bei Volkswagen in Nordamerika an, wie unter anderem das US-Branchenportal "Automotive News" berichtet.
Sein bislang letzter Arbeitgeber, General Motors, hatte De Nysschen im April 2018 nach vier Jahren als Chef der Nobelmarke Cadillac abgesetzt. "Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind", kommentierte der Manager damals in einem Interview mit "Bloomberg" seinen Abgang. Weiter sprach er durchaus vielsagend von "philosophischen Differenzen".
Auf dem chinesischen Markt hatte De Nysschen mit Cadillac durchaus Erfolge erzielen können. Aber auf dem heimischen US-Markt waren die Verkaufszahlen rückläufig geblieben, während etwa deutsche Konkurrenten wie Mercedes und BMW immer stärker in den Markt drängten.
Jessica Caldwell vom US-amerikanischen Autoindustrie-Analysten Edmunds wurde zur Zeit von De Nysschens Entlassung mit dieser Einschätzung zitiert: "Es besteht kein Zweifel daran, dass Johan ein visionärer Automotive-Leader ist. Aber angesichts GMs konservativer Kultur hat er es vielleicht ein bisschen zu weit getrieben."
Vor seiner Zeit bei Cadillac hatte De Nysschen unter anderem als Vorsitzender zwei Jahre lang bei Infiniti und mehr als sieben Jahre lang bei Audi of America gearbeitet.
"Schneller, besser, smarter"
In seiner neuen Rolle wird De Nysschen an Volkswagens Amerika-CEO Scott Keogh berichten. Dieser hatte zuvor an De Nysschen berichtet, als beide noch bei Audi of America gearbeitet hatten.
Für De Nysschen ist es eine Rückkehr in die Autobranche: Nach seinem Abgang bei Cadillac hat er als selbstständiger Management-Consultant mit Schwerpunkt Mobilität sowie als Director beim IT-Service-Dienstleister Guident gearbeitet, wie seinem Linkedin-Profil zu entnehmen ist.
Scott Keogh kommentierte laut "Automotive News" die Verpflichtung seines ehemaligen Kollegen, De Nysschen werde das operative Geschäft "schneller, besser und smarter" machen.
De Nysschen freue sich derweil darauf, sich wieder einem Konzern und einem Manager anzuschließen, den er gut kenne und bewundere. "Das ist eine großartige Chance, eine wichtige Rolle in einem Unternehmen dieser Größe und in einer faszinierenden Zeit zu spielen." (mer)
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