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"Kaffee-Fahrt" mit Ford:

"Einer der extremsten Tests der Autobranche"

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Autor:
Michael Knauer
mknauer@craincom.de
Heißer Test bei Ford: Designer Ralf Nothroff mit einer Sammlung von Bechern und Flaschen in seinem Kölner Büro. (Bild: Ford)
Freitag, 25. August 2017, 09.45 Uhr
Der Hersteller spricht von Fliehkräften von bis zu fünf g und von "einem der extremsten Tests der Autobranche." Bei dem wissenschaftlichen Test des Autobauers Ford geht es aber nicht um einen Crashtest mit echten Insassen oder um ein Bremsmanöver bei Tempo 300, sondern um eine Kaffee-Fahrt - wenn auch etwas verschärft.


Wenn Ralf Nothroff mit seinem Ford Focus ST Gas gibt, achtet er nicht auf Öltemperatur oder Bremswege. Er blickt auffallend häufig auf einen Becher mit Kaffee, der in einem Getränkehalter zwischen Fahrer und Beifahrer steckt. Nothroffs Auftrag: Selbst bei extremen Fahrmanövern darf kein Tröpfchen herausschwappen. Schließlich könnte es sich um brühend heißen Kaffee handeln, der bei einem Missgeschick zu gefährlichen Panikreaktionen des Fahrers führen könnte.

Nothroff ist im Innenraum-Designteam von Ford of Europe zuständig für die Gestaltung von Cockpit und Mittelkonsolen. Und ein unverzichtbarer Bestandteil der Konsolen ist die Integration von Getränkehaltern, neudeutsch Cup-Holdern. Die sollen ein Getränk - egal in welchem Behälter - in jeder Fahrsituation fest packen, zugleich aber eine einfache Entnahme ermöglichen.


Achterbahn-Test in Köln-Merkenich

Um sicherzustellen, dass die unterschiedlichsten Becher, Flaschen und Kannen im Auto nicht umkippen, absolvieren Northroff und sein Team den so genannten "Achterbahn-Test" auf der werkseigenen Teststrecke in Köln-Merkenich. Dabei wedeln die Testfahrer mit hoher Geschwindigkeit durch einen Slalom-Parcours.

Insgesamt mehrere Millionen Kilometer rasen die Tester mit den Getränken über die Piste. Getestet werden dabei nicht nur das Kipp-Verhalten der unvermeidbaren Papp-Becher mit Standard-Maß, sondern auch extravagant geformte Becher und Flaschen. So kommt beispielsweise ein so genannter "Monster-Softdrink-Behälter" aus den USA zum Einsatz, der augenscheinlich gut zwei Liter Flüssigkeit packt. Kein Herausschwippen und Herausschwappen ist auch einem winzigen chinesischen Tee-Behälter erlaubt. Insgesamt kommen mehr als tausend unterschiedliche Becher und Flaschen in die Prototypen der Cup-Holder.

Die Ford-Ingenieure nennen den Test "Rollercoaster-Test" - also Achterbahn-Test. Dabei können Fliehkräfte von bis zu 5g auftreten. Der Test hat einen ernsten Hintergrund: Wenn der Fahrer in einer Kurve oder bei einem abrupten Bremsmanöver heißen Kaffee auf die Hose bekommt, kann das fatale Fehlreaktionen zur Folge haben. In einem Video zeigt Ford, wie die verschärfte Kaffee-Fahrt in Köln-Merkenich verläuft.

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