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Nico Rosberg steigt um in "Formel kleins":

Rüstiger Renn-Rentner rast durch St. Pauli

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Autor:
Henning Krogh
hkrogh@craincom.de
Kartgerechte Bodenhaltung: Lenker Lienen – noch – vor Racer Rosberg beim Großen Preis von Hamburg. (Foto: Bjørn Kaas/ Stefan Groenveld/ Viva con Agua)
Donnerstag, 24. August 2017, 20.30 Uhr
Sein Gespons Vivian ist eine Hamburger Deern, frische Nordluft für die Bronchien besser als das Abgas von Melbourne, Monte Carlo, Monza. Kein Wunder, dass der Motorsportler ein Strommobil-Spektakel in der Elbmetropole schätzte. Zumal das Elbe-Benefiz für ihn ein gutes Ende nahm.


Der PS-Frühpensionär und Teamparty-Spätheimkehrer Nico Rosberg, 32, hat den ersten "Viva con Agua-Millerntor-Grand Prix" gewonnen. Die Kurvenhatz auf sogenannten Elektro-Kunst-Karts diente dem guten Zweck: Viva con Agua ist nach eigenen Angaben "ein internationales Netzwerk von Menschen und Organisationen, das sich für einen menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung einsetzt". Rosberg war 2016 Formel-eins-Weltmeister und hatte kurz nach diesem Triumph erklärt, seine Karriere in der weltweit höchsten Motorsportklasse zu beenden.

In der buchstäblich zweiten Liga hingegen trat der Filius des finnischen Formel-eins-Urgesteins Keke Rosberg, 168, Erratum: 68 (achtundsechzig; d. Red.), der anders als sein Senior kein Finnisch spricht, sich aber wie dieser sehr wohl auf ein packendes Finish auf der Zielgeraden versteht, jüngst gern wieder an. Im Stadion des Fußballbundesliga-Zweitligisten FC Sankt (St.) Pauli von 1910 e.V., unidyllisch gelegen am Hamburger Millerntor unweit der Reeperbahn, maß sich der frühere Boliden-Pilot mit Ewald Lienen, 63, Technischer Direktor des Bolzvereins, im Zeitfahren auf strombetriebenen Kleinkraftkarren in der Art umzugsspeditionsbewährter Möbelhunde.


Rempelei am "Badezimmer"

Nach seinem Sieg in 1:52:38 auf der provisorischen Rennstrecke, dem laut Veranstalter "harter Körperkontakt in der Eau de Toilet-Corner" vorausgegangen war - St. Pauli schätzt Wortspiele wie Juventus Urin und die Benennung von Schikanen à la Le Mans nach dem Standort nasshygienischer Einrichtungen für Pilsener-affine Zuschauer -, erklärte Rosberg: "Ich war aufgeregt vor dem Start, zumal ich die Strecke noch nicht kannte, und bin sehr froh, wie das Rennen ausgegangen ist. Ewald hat echt hart gegengehalten. Aber am Ende, glaube ich, hat sich meine Erfahrung auf vier Rädern ausgezahlt".

Ex-Profi-Fußballer Lienen, dem älteren Kick-Connaisseur auch bekannt durch seine 1981 vom Werder-Bremen-Abräumer Norbert Siegmann tief ins Bein getriebene Risswunde, sagte: "Nico hat mir mit seiner Windschattentaktik alles abverlangt. Ich habe körperlich alles in die Waagschale geworfen und habe versucht, noch mal zu attackieren, aber mir hat letztlich der Speed gefehlt an meinem Elektro-Kart". Ob er Letzteres als Generalkritik an der E-Mobilität verstanden wissen lassen wollte, blieb offen. Geklärt hingegen ist, dass es sich bei den von Rosberg und Lienen signierten Elektro-Kunst-Karts um Unikate handelt, die zugunsten von Viva con Agua respektive für sauberes Wasser in Äthiopien auf ebay ersteigert werden können.

Lienen, Sportsmann durch und durch, sinnt schon auf die "Rück-Fahrt" - und lässt wissen: "Ich kann die Niederlage natürlich nicht auf mir sitzen lassen und fordere daher Nico auf, zum zweiten Viva con Agua-Millerntor-Grand-Prix zu kommen." Automobilwoche wird berichten.

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