Logo automobilwoche
Automotive News:
Die Übernahme durch PSA bietet Chancen für Opel - vor allem in Märkten, in denen Peugeot schwach ist.
    Von
PSA hat Opel für 1,3 Milliarden Euro übernommen. (Montage: Automobilwoche)

Auf den ersten Blick hat Carlos Tavares den Deal seines Lebens gemacht. PSA ubernimmt die deutsche Automobilikone Opel zu einem sehr günstigen Preis, von einem Schnäppchen zu reden wäre jedoch falsch. General Motors schultert dabei den Großteil der milliardenschweren Pensionslasten bei Opel und Vauxhall und gibt als Mitgift sogar noch wertvolle Technologien im Bereich Elektromobilität dazu. Allein hieran wird deutlich, wie sehr die Amerikaner den Verlustbringer Opel leid sind. Sie konnten nach eigenen Angaben zuletzt nur noch rund 20 Prozent der Neuentwicklungen bei Opel global verwerten - viel zu wenig für einen Weltkonzern.


Viel Raum für Synergien

PSA erhält also Opel zum Ausverkaufspreis. Die Franzosen steigern damit per Handstreich ihren Marktanteil in Europa von 11 auf gut 17 Prozent. Das Volumen klettert um rund eine Million, was viel Raum für künftige Synergien lässt. Vor. Allem die Kleinwagen-Perspektive ist vielversprechend. Eine gemeinsame B-Plattform könnte schon ab 2019 dreistellige. Millionenbeträge einsparen helfen. Synergien aus einer neuen gemeinsamen C-Plattform dagegen könnten frühestens ab 2021 gehoben werden, wenn ein neuer Astra ansteht. Im D-Segment gar ist mit Synergien nicht vor 2024 zu rechnen.


Beste Perspektive außerhalb Europas

Doch neben all diesen künftigen Vorteilen  bei Entwicklung, Einkauf und Fertigung vergrößert PSA mit Opel seine ohnehin schon  starke Abhängigkeit vom europäischen Mark. Mit Opel macht das Europageschäft künftig 71 bis 77 Prozent vom Gesamtabsatz aus. Bei VW liegt dieser Anteil bei 38 Prozent, bei Renault auch nur bei 54 Prozent.

Die beste Perspektive hat Opel daher außerhalb Europas. PSA ist in China bislang enttäuschend schwach geblieben und in Nordamerika gar nicht präsent. Der Blitz hat dort die besten Überlebenschancen, wo Peugeot und Citroën am schwächsten sind.

Lesen Sie auch:

Opel und PSA: Händlerverband begrüßt Verkauf

PSA-Finanzchef: Opel soll 2020 schwarze Zahlen schreiben

Übernahme: Wird PSA mit Opel zum "europäischen Champion"?

comments powered by Disqus
Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
10673
Zugriffe
Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat nicht nur den erwarteten Sattelschlepper präsentiert, sondern auch einen neuen Roadster.
10142
Zugriffe
Festkörperbatterien versprechen eine deutlich größere Reichweite für E-Autos als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus. Der kalifornische E-Autobauer Fisker meldet nun einen Durchbruch. Auch ein deutscher Zulieferer setzt auf diese Technologie.
7616
Zugriffe
Die Marke Peugeot bekommt einen neuen Deutschlandchef, der von Opel kommt. Damit hat die Interimsphase seit dem Rauswurf von drei hochrangigen PSA-Managern im April ein Ende.
6904
Zugriffe
Ein niederländischer Energieversorger hat ein Model S auf Wasserstoffantrieb umgerüstet und so offenbar die Reichweite des Tesla auf 1000 Kilometer verdoppelt. Doch der Umbau ist nicht gerade günstig.
5715
Zugriffe
Der Autobauer Daimler zieht seine Forschungsabteilung aus Ulm ab. Die Beschäftigten seien am Donnerstag per Mail über die geplante Verlagerung informiert worden, teilte die IG Metall mit.
5510
Zugriffe
Beim Werben um gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter locken auch Automobilhersteller und -zulieferer mit einer guten „Work-Life-Balance“. Für die Mitarbeiter bedeutet das oft ortsungebundenes Arbeiten. Dass sich beides widerspricht, merkt man erst auf den zweiten Blick – vier Tipps, wie Sie trotzdem Privatleben und Beruf gut vereinen können.
5404
Zugriffe
Der neue VW-Virtus ist Teil der größten Modelloffensive der Marke VW in Brasilien: Bis 2020 werden 20 neue Modelle anlaufen, davon werden allein 13 in den brasilianischen Volkswagen Werken gefertigt.
4741
Zugriffe
34 Milliarden Euro investiert der VW-Konzern in den kommenden Jahren allein in die Bereiche E-Mobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung. Die Gesamtinvestitionen sind Insidern zufolge mehr als doppelt so hoch.
4544
Zugriffe
Der Absatz von BMW ist im Oktober zwar weiter gestiegen, der Rückstand auf Mercedes-Benz ist aber trotzdem gewachsen. Einen Trost gibt es allerdings.
4456
Zugriffe
Kleine Dieselmotoren haben keine Zukunft mehr? BMW sieht das anders und überarbeitet die Selbstzünder mit drei und vier Zylindern.