Daimler-Digital-Chef Jan Brecht:
Zu viele Vermögenswerte liegen ungenutzt brach

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Autor:
Michael Gerster
mgerster@craincom.de
Mittwoch, 15. Februar 2017, 14.00 Uhr

Für Brecht sind Daten das neue Öl. Neben neuen Geschäftsmodellen müssten Hersteller brachliegende Werte besser nutzen. Das Potenzial ist riesig.



Mit Höchstleistungen kennt sich Jan Brecht aus. Schließlich hat der 44-Jährige mehrere Jahre beim Sportartikelhersteller Adidas gearbeitet und dort die IT geleitet. Seit über einem Jahr ist Brecht nun beim Daimler-Konzern und macht ordentlich Tempo, um die Digitalisierung des Unternehmens und des Autos voranzutreiben.

"Letztlich geht es bei der Digitalisierung darum, wie sich über die gesamte Wertschöpfungskette Vermögenswerte besser nutzen lassen", sagte Brecht bei der Automobilwoche-Konferenz in München am Beispiel einer Warteschlange von Taxis, also stehenden und ungenutzten Autos. Vermögenswerte machten bei einem Autobauer oft zweistellige Milliardenbeträge aus. "Wenn wir uns hier um nur drei Prozent verbessern, sind das riesige Beträge."


Datenbasierte Kundenansprache

Brecht ist überzeugt, dass sich digitale Geschäftsmodelle im Bereich der Nutzfahrzeuge schneller durchsetzen werden als bei den Pkw. Ein Beispiel dafür sei das Platooning, also das automatisierte Fahren im Konvoi. Außerdem könne die Auslastung mit Frachten durch entsprechende Vernetzung von Fahrzeugen und Spedition deutlich verbessert werden. Bei den Pkw sieht er das Problem der fehlenden Masse. Eine App benötige heute viele Millionen Nutzer, um relevant zu sein. Bei rund zwei Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr fehle beispielsweise bei Mercedes schlichtweg die Größe, um eigens entwickelte Anwendungen ins Auto zu bringen.

Dennoch sind für Brecht "Daten das neue Öl". Um sich für das Zeitalter der Mobilitätsdienstleistungen zu wappnen, fordert Brecht eine datenbasierte Kundenansprache und schnellere IT-Prozesse im Unternehmen. Zudem komme es darauf an, die Mitarbeiter an die richtige Stellen zu setzen. Viel gespart werden könne beispielsweise bei den Produktionsanlagen. Durch intelligente Datenerhebungen sei es möglich, den Ausfall von Anlagen vorherzusehen und diese bereits präventiv zu reparieren.

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