VW kooperiert mit Hamburg:
"Vielleicht testen wir dort fliegende Autos"

Player wird geladen...
Autor:
Henning Krogh
hkrogh@craincom.de
VW-Lenker Müller vor Hamburger Rathaus: Auch auf innovativen Kleinstlieferwagen wie dem hier abgebildeten Volkswagen E-Load-Up mit batterieelektrischem Antrieb ruhen große Hoffnungen bei der geplanten Entlastung des Arbeitens und Lebens in der City. (Foto: kro)
Montag, 29. August 2016, 14.19 Uhr

Die niedersächsische Fahrzeugschmiede VW und der Stadtstaat Hamburg haben sich auf eine strategische Mobilitätspartnerschaft verständigt. Zwar dürfte das Erproben luftfahrttauglicher Pkw noch weit in der Zukunft liegen. Vorsichtig formuliert, mit hanseatischem Sinn für Wolfsburger Humor. Doch nicht nur konkrete Konzepte rund um "Autonomes Fahren" oder "Luftreinhaltung" wollen Wirtschaft und Politik alsbald unter Praxisbedingungen am "Tor zur Welt" testen.



Hamburg. Der Wolfsburger VW-Konzern hat eine strategische Mobilitätspartnerschaft mit der Hansestadt Hamburg besiegelt. Zur Unterzeichnung einer umfassenden Grundsatzvereinbarung trafen der Vorstandsvorsitzende des niedersächsischen Unternehmens, Matthias Müller, und der Erste Bürgermeister der Elbmetropole, Olaf Scholz, im sogenannten Kaisersaal des Rathauses unweit der Binnenalster zusammen. Das gemeinsame Ziel des Schulterschlusses lautet, "an innovativen Lösungen zu arbeiten, um die urbane Mobilität umweltschonender, sicherer, verlässlicher und effizienter zu gestalten", heißt es in einem VW-Kommuniqué. Demnach soll Hamburg, ob seiner vergleichsweise ausgeprägten Internationalität gern mit "Tor zur Welt" bezeichnet, als "Modellstadt" für zukünftige, nachhaltige und integrierte Konzepte städtischer Transportprogramme entwickelt werden.

"Die Zeit drängt", räumte VW-Regent Müller im Hamburger Kaisersaal ein. "Staus, Parkplatznot, Lärm, Probleme mit der Luftqualität und Unfälle gehören zum Alltag in fast jeder größeren Stadt". Doch gesetzliche Verbote oder Verzichtsappelle würden seiner Einschätzung nach daran nichts zu ändern vermögen. Vielmehr seien intelligente Konzepte auf Hightech-Basis gefragt. "Die großen technologischen Trends unserer Industrie - die Digitalisierung, die Elektromobilität und das autonome Fahren - werden uns dabei helfen, den Verkehr und damit das Leben in der Stadt besser, angenehmer, menschlicher zu gestalten", so Müller.


Testgebiet für Beförderungsmittel vom Zweirad bis zum Ozeanriesen

Vor diesem Hintergrund wollen VW und die Stadt Hamburg auf fünf übergeordneten Arbeitsgebieten kooperieren. Diese sind überschrieben mit den Projekttiteln "Urbane Mobiltätskonzepte & Intermodalität" und "Verkehrsteuerung & -Management" sowie "Autonomes Fahren & Parken". Zudem wurden die Vorhaben "Innovative Fahrzeugkonzepte & Alternative Technologien" und "Luftreinhaltung" vereinbart. "Wir müssen auf allen Feldern gut sein", beantwortete Bürgermeister Scholz eine Frage der Automobilwoche zu den Prioritäten auf der gemeinsamen Agenda von Wirtschaft und Politik. "Und auf ihnen haben wir jeweils große Herausforderungen vor uns liegen".

Mit Blick auf die Bedeutung Hamburgs als "Metropolregion mit mehr als fünf Millionen Menschen, Wirtschaftszentrum, Verkehrsknotenpunkt" und die strategische Mobilitätspartnerschaft mit dem norddeutschen Stadtstaat annoncierte VW-Chef Müller: "Hier können wir dabei die gesamte klassische Produktpalette der Volkswagen-Gruppe zum Einsatz bringen: Von Motorrädern über Pkw, Transporter, Lkw und Busse bis hin zu den großen Schiffsmotoren, in einem der größten Seehäfen Europas". Weitere Beispiele benannte der VW-Topmanager in einem kurzen Video-Interview mit Automobilwoche (Clip oben). Zum Ausklang seiner Anmerkungen am Rande der Unterzeichnung des "Memorandum of Understanding" stiftete Müller mit einem augenzwinkernd vorgetragenen Zukunftsszenario gute Laune unter den Gästen der Veranstaltung im altehrwürdigen Rathaus: "Einen Flughafen hat Hamburg natürlich auch", erklärte Müller schmunzelnd. "Und wer weiß: Vielleicht testen wir ja dort eines Tages sogar fliegende Autos". Das Protokoll dürfte vermerkt haben: "Heiterkeit im (Kaiser-)Saal".

Interessierte Leserinnen und Leser können den Wortlaut der Absichtserklärung von Hersteller und Hansestadt nach einem Download unter www.hamburg.de (siehe Rubrum "Weitere Infos") in Augenschein nehmen.

Kommentare zum Video:
comments powered by Disqus
Das könnte Sie auch interessieren: