Logo automobilwoche
Automotive News: Flag US Flag EU Flag CN

Staatsanwaltschaft durchsucht Zentrale:

Razzia bei Audi

Player wird geladen...
Audi: Im Zuge des Abgas-Skandals sind mehrere Gebäude durchsucht worden. (Foto: gem)
Mittwoch, 15. März 2017, 09.44 Uhr
Im Zuge des Abgas-Skandals lässt die Staatsanwaltschaft die Audi-Zentrale in Ingolstadt durchsuchen.


Bei Audi ist es aufgrund des Abgas-Skandals zu einer Durchsuchung gekommen. Das berichtet "Spiegel Online". Davon betroffen waren sowohl das Vorstandsgebäude in Ingolstadt als auch der Standort Neckarsulm. Das Unternehmen hat die Maßnahme bestätigt. Die Staatsanwaltschaft München II hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung eingeleitet. Momentan werde jedoch nicht gegen einzelne Audi-Manager ermittelt. Das Ziel der Ermittlungen ist jedoch, herauszufinden, "welche Personen an der Verwendung der maßgeblichen Technik und gegebenenfalls an unrichtigen Angaben gegenüber Dritten beteiligt waren", wie die Polizei mitteilt. Bei den Ermittlungen geht es um dir rund 80.000 Audi-Fahrzeuge mit manipulierten Sechszylinder-Dieselmotoren, die in den USA verkauft wurden. Das Europa-Geschäft ist kein Teil der Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt schon seit Längerem gegen mehrere Personen, allerdings größtenteils aus dem VW-Vorstand.


Audi bestätigt Durchsuchung

"Ich kann bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft in Ingolstadt und Neckarsulm zugegen ist", sagte Audi-Sprecher Jürgen De Graeve. Zu den Hintergründen sagte er zwar nichts, versprach aber vollumfänglliche Kooperation des Unternehmens. Der frühere Leiter der Dieselmotorenentwicklung, hatte gegen seine Entlassung geklagt und dabei schwere Vorwürfe gegen Audi-Chef Rupert Stadler erhoben. Dieser habe früher als bisher bekannt von den Manipulationen an den von Audi entwickelten Sechszylinder-Dieselmotoren mit drei Litern Hubraum gewusst. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sind auch Privatwohnungen durchsucht worden. Insgesamt wurden neun Orte in drei Bundesländern durchsucht.

Dass die Razzia zeitlich mit der Jahrespressekonferenz zusammenfiel, war der Staatsanwaltschaft zufolge Zufall. Für Audi ist es dennoch ein ungünstiger Zeitpunkt: Der Hersteller hat vor Kurzem eine Einigung mit den Klägern in den USA erzielt, der Aufsichtsrat hat den unter Druck geratenen Vorstands-Chef Rupert Stadler gestützt, und eigentlich sollte der Blick jetzt wieder nach vorn gerichtet werden.

Lesen Sie auch:

Abgas-Skandal: Ex-Audi-Chefentwickler fühlt sich "geopfert"

Abgas-Skandal: Audi entlässt vier Ingenieure

Abgas-Skandal: US-Richter genehmigt Vergleich über Drei-Liter-Diesel vorläufig

Strafanzeige gegen Unbekannt: Audi-Chef Stadler wehrt sich gegen Verdächtigungen

Warum Stadler den Rückhalt des AR braucht: Diese Vorwürfe stehen im Raum

Kommentare zum Video:
Das könnte Sie auch interessieren:
Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
25750
Zugriffe
Zwei betrunkene und bekiffte Arbeiter haben die Produktion bei BMW in München vorübergehend zum Stillstand gebracht.
13044
Zugriffe
Auf ihrer Jahrespressekonferenz stellte die Vier-Ringe-Marke das Reich der Mitte geografisch nicht so groß dar, wie es linientreue Medienmenschen aus China erwarten. Nun macht dem Team von Audi-Chefstratege Rupert Stadler ein weiterer Konfliktherd die Hölle heißer.
11875
Zugriffe
Nach einem erfolgreichen Jahr 2016 zahlt Porsche seinen Mitarbeitern auch einen rekordverdächtigen Bonus. Doch die Verhandlungen waren diesmal besonders schwierig.
8812
Zugriffe
Der Patriarch des VW-Clans will sich wohl aus dem Porsche-Piech-Imperium zurückziehen. Ein großes deutsches Nachrichtenmagazin schreibt, er verhandele bereits über den Verkauf seiner Anteile.
8753
Zugriffe
Nicht nur die Räume von Audi und VW, sondern auch die der Kanzlei Jones Day wurden durchsucht. Volkswagen hält das für „inakzeptabel“.
8524
Zugriffe
Der frühere Bentley- und Bugatti-Chef Wolfgang Schreiber hat vor Gericht gegen VW gewonnen – zumindest vorläufig.
8171
Zugriffe
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen namentlich bekannte Daimler-Mitarbeiter aufgenommen. Es geht um mögliche Manipulation von Abgaswerten.
7077
Zugriffe
Mercedes ist in der Oberklasse zurück an der Spitze und - Erfolg macht sexy - reitet auf der Erfolgswelle. Für die Konkurrenz dürfte es ein schwacher Trost sein, dass die Krone des Absatzkönigs in Zukunft an Bedeutung verliert.
6929
Zugriffe
BMW-Chef Harald Krüger hat US-Präsident Donald Trump Zusagen für das US-Werk in Spartanburg gemacht. Zu dem neuen Werk in Mexiko steht der deutsche Autobauer trotz Trumps Drohungen.
6737
Zugriffe
Ohne Erfolg keine Handlungsfreiheit - das hat PSA-Chef Carlos Tavares jetzt gegenüber der neuen Tochter Opel deutlich gemacht.