Logo automobilwoche
Automotive News: Flag US Flag CA Flag EU Flag CN
Die Porsche-Belegschaft hat für das Milliarden-Projekt Mission E weitreichende Zugeständnisse gemacht. Als Belohnung winken 1000 High-Tech-Arbeitsplätze.
    Von
Mission E: Der Elektro-Porsche nimmt das 911-Styling auf und bleibt mit 1,30 Metern betont flach, bekommt aber erstmals vier Türen.

Eine Milliarde Euro investiert der Sportwagenbauer Porsche, um für das neue Elektromodell Mission E eine Fertigung am Stammsitz in Zuffenhausen aufzubauen. Wer sich bisher gefragt hat, was der Preis dafür ist, hat jetzt Klarheit. Die Belegschaft - vom Bandarbeiter über den Entwicklungsingenieur bis hin zum Vorstand - hat in Stuttgart einem Sparpaket in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro zugestimmt, um den wegen seiner Platzverhältnisse und hohen Lohnkosten teuren Standort Stuttgart wettbewerbsfähig zu machen. Kernpunkte sind eine Stunde Mehrarbeit in der Produktion, Verzicht auf Teile zukünftiger Lohnerhöhungen und die Staffelung der Prämie für Neueinsteiger bei Porsche. 

Das Unternehmen zeigt damit nicht nur, dass es das Ziel des emissionsfreien Fahrens ernst nimmt. Es sendet auch ein starkes Zeichen der Solidarität. Tarifbeschäftigte und Besserverdiener aus Verwaltung und Entwicklung ziehen an einem Strang, um den Standort in die Zukunft zu katapultieren. Während die Tarifbeschäftigten ihren Verzicht auf Teile der Lohnerhöhungen später wieder üppig ausgeglichen bekommen, müssen die besser gestellten Verwaltungsbeschäftigten und Ingenieure dauerhaft Federn lassen.


Wichtiger Schritt in Richtung digitale Produktion

Diese Zugeständnisse scheinen vertretbar, werden sie doch mit 1000 neuen High-Tech-Arbeitsplätzen belohnt, mit denen Porsche zudem einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Produktion macht. Als Vater dieses Verhandlungserfolgs gilt einmal mehr Betriebsratschef Uwe Hück, der sich von Anfang an für das Projekt stark gemacht hat und offenbar auch mit dem neuen Chef Oliver Blume ein gutes Verhältnis pflegt.  Keine Frage: Porsche bleibt wohl auf absehbare Zeit diejenige Marke im VW-Konzern, um die man sich die allerwenigsten Sorgen machen muss.     

comments powered by Disqus
Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
10805
Zugriffe
Ford-Chef Mark Fields wird einem Bericht der US-Zeitschrift Forbes zufolge gefeuert. Sein Nachfolger soll James Hackett werden, bislang Chef der Smart-Mobility-Sparte von Ford.
9801
Zugriffe
Der Hyundai-Manager Jochen Sengpiehl kehrt zurück zu VW. Ab September soll er dem Image der Marke zu neuem Glanz verhelfen. Er war Erfinder des Slogans "Volkswagen. Das Auto."
8264
Zugriffe
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart durchsucht mehrere Daimler-Standorte. Dies hat der Autohersteller bestätigt. Hintergrund ist der Verdacht des Betruges und der strafbaren Werbung bei Diesel-Pkw.
8049
Zugriffe
Angela Merkel fuhr früher einen Golf, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist mit einer Premiummarke unterwegs, die allgemeinhin mit Understatement verbunden wird.
7979
Zugriffe
US-Präsident Donald Trump passt es nicht, dass die deutschen Hersteller in den USA so viele Autos verkaufen. Er äußert sich erneut kritisch - in der gewohnten Art.
6527
Zugriffe
Die Investorenfamilie Hastor hat es nicht geschafft, den Zulieferer Grammer unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch der Streit könnte weitergehen.
6473
Zugriffe
Volkswagen befürchtet im Falle einer Machtübernahme durch die Investorenfamilie Hastor bei Grammer schwere Folgen für die Fahrzeugproduktion. Die geht aus einem Dokument hervor, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.
5821
Zugriffe
Die Frage stellt sich schon bei Stellenanzeige und Bewerbung: Du oder Sie? Hängt davon ab. Für den Einsteigerjob beim IT-Dienstleister passt vielleicht das Du. Für die Stelle im höheren Management eines Automobilherstellers sicher eher das Sie. Grundsätzlich gilt für Firmen wie Bewerber: authentisch bleiben.
5664
Zugriffe
Nach dem Daimler-Einstieg beim größten Mercedes-Händler der Welt rückt erstmals ein Deutscher in die Geschäftsführung der Hongkonger Lei-Shing-Hong-Gruppe auf.
5290
Zugriffe
Automobilwoche-Herausgeber Helmut Kluger macht sich Gedanken über den Hype um E-Autobauer Tesla und seinen Chef Elon Musk.