Die deutsche Autohändler geben dem Verhältnis zu ihren Herstellern schlechtere Noten. Den deutlichsten Rückgang von 17 untersuchten Marken stellte die Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft bei Ford fest, den schlechtesten Gesamtwert bei Renault. Nur vier mal ging es aufwärts.
Modellvorschau für die Audi S- und RS-Modelle der Quattro-GmbH in den Jahren 2013 bis 2016
Bamberg. Die Zufriedenheit der Autohändler mit ihren Herstellern sinkt. Im aktuellen Dealer Satisfaction Index (DSI) der Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) geht die durchschnittliche Bewertung der 17 untersuchten Marken auf einer von 1 bis 5 Punkten reichenden Skala von 3,39 auf 3,33 Punkte zurück. "Es ist nicht auszuschließen, dass die wieder zunehmend pessimistische Haltung und die drastisch zurückgehenden Neufahrzeugzulassungen im Januar und Februar 2013 negativ auf die Händlerzufriedenheit abgestrahlt haben", sagte der Leiter der Studie, Wolfgang Meinig. Besonders hart traf es Ford. Die Marke büßte 0,31 Zufriedenheitspunkte ein und rutschte im Ranking der Marken von Platz acht auf 15 ab. Hier kritisierten die Händler vor allem im Bereich Gewährleistung/Kulanz und die Finanzdienstleistungen. Auch Mercedes-Benz wurde von seinen Händlern deutlich schlechter bewertet und rutschte von Rang drei auf sechs ab. Bei den Stuttgartern betraf die Kritik vor allem die Bereiche finanzielle Unterstützung von Bauvorhaben und Vorgaben für die architektonische Gestaltung.
Keine Änderung an Spitze und Ende Nur vier der 17 untersuchten Marken konnten sich verbessern. Allen voran Peugeot mit einem Plus von 0,28 Punkten, das die Marke vom 16. auf den achten Platz brachte. Die drei anderen Marken, die eine Verbesserung erreichen konnten, gehören sämtlich zum VW-Konzern. Skoda legte 0,16 Punkte zu, Volkswagen 0,08 und Audi 0,05. Alle drei schoben sich damit vor Mercedes-Benz. An der Spitze gab es dagegen keine Änderung. Subaru führt das Feld der Händlerzufriedenheit trotz leichter Einbußen weiterhin vor Smart an. Auch am Ende der Liste steht mit Renault das selbe Unternehmen wie ein Jahr zuvor. Bei 32 der 85 abgefragten Punkte gaben die Renault-Händler ihrer Marke die schlechtesten Bewertungen im Gesamtvergleich. Besorgniserregend seien vor allem die schlechten Voten in der Dimension Kommunikation, erklärte das FAW. Renault habe es nicht geschafft, "den bereits im Jahr 2011 einsetzenden Negativ-Trend zu stoppen – im Gegenteil: Die Abwärtstendenz hat sich 2013 sogar noch verstärkt", sagte Meinig.
Kritikpunkt "Rabattschleuderei" Zu den insgesamt besonders negativ bewerteten Themen gehörte mit einem markenübergreifenden Schnitt von 2,5 Punkten der Bereich "Rabattschleuderei". "In dieses seit Jahren festgefahrene Problem will einfach keine Bewegung kommen", erklärte Meinig. Besonders schlecht wurden in diesem Bereich Mazda (1,6 Punkte), Renault (1,8) und Hyundai (1,9) bewertet. Auch mit der finanziellen Unterstützung bei Bauvorhaben waren die Händler eher unzufrieden. Sehr gute Werte gab es dagegen zur Qualität von Neuwagen und dem Auslieferungszustand von Neuwagen (beide 4,1 Punkte). "Es wird wieder einmal deutlich, dass die Herstellung von Zufriedenheit im Kfz-Handel nicht viel Geld kosten muss", betonte Meinig. "Wenn die alten Tugenden Zuverlässigkeit und Einfühlungsvermögen gepflegt werden, dann zeigt der Hersteller, dass er für seine Händler da ist. Genau dies fördert nicht nur eine gute Stimmung im Absatzkanal und die Motivation der Händler, sondern trägt auch zur Kundenzufriedenheit und letztendlich zu besseren Verkaufszahlen bei."
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