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DAT-Report: Deutsche Autokäufer weniger markentreu
Neuwagenverkauf: Mehr als die Hälfte der Kunden besuchten vor dem Kauf ihres Fahrzeugs auch Händler anderer Marken.
(Foto: ZDK)
Autor: Bettina John
Donnerstag, 28. Februar 2013, 14.00 Uhr
Die Markenloyalität deutscher Autokäufer ist 2012 gesunken, besonders betroffen davon waren deutsche Hersteller. Dies ist ein Ergebnis des diesjährigen DAT-Reports, für den das Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag der DAT knapp 4000 Verbraucher rund um Autokauf und Werkstattgeschäft befragte.

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Ostfildern. Deutsche Autokäufer waren 2012 bei der Wahl ihres Fahrzeugs ihrer Marke weniger treu als im Jahr zuvor: So sank die Markenloyalität beim Neuwagenkauf von 52 auf 44 Prozent. Mehr als die Hälfte der Kunden besuchten vor dem Kauf auch Händler anderer Fabrikate. Besonders betroffen waren deutsche Hersteller: Nur noch 46 Prozent der Neuwagenkäufer blieben ihrer Marke treu, im Vorjahr waren es 61 Prozent.
Dies ist ein Ergebnis des diesjährigen DAT-Reports, für den das Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag der DAT knapp 4000 Verbraucher rund um Autokauf und Werkstattgeschäft befragte.
Bei den generell stärker wechselbereiten Gebrauchtwagenkäufern blieben im vergangenen Jahr nur 39 Prozent ihrer Marke treu – 2001 waren es noch 45 Prozent. Auch in den Werkstätten sank der Stammkundenanteil von 88 auf 83 Prozent. Dabei waren die ehemaligen Neuwagenkäufer unter den Werkstattkunden tendenziell loyaler als ehemalige Gebrauchtwagenkäufer.
Freie Werkstätten konnten 2012 bei zahlreichen Reparatur- und Wartungsarbeiten hinzugewinnen. Ihr Anteil bei den Reparaturen von Neuwagen stieg von 26 auf 40 Prozent – zulasten der Markenwerkstätten, die von 64 auf 55 Prozent zurückfielen.

Autokäufer nutzten mehr Finanzierungen
2012 wurden deutlich mehr Fahrzeuge finanziert als in den Jahren zuvor. So nahmen mehr als 70 Prozent der Neuwagenkäufer Finanzdienstleistungen in Anspruch. Auch Gebrauchtwagenkäufer machten häufiger Gebrauch von Finanzierungsangeboten, die Quote war mit knapp 35 Prozent allerdings nur halb so hoch wie diejenige der Neuwagenkäufer.
Insgesamt sank 2012 das Preisniveau bei Neu- und Gebrauchtwagen. So kostete ein Neuwagen im Schnitt 26.780 (Vorjahr: 27.390) Euro – unter anderem als Folge des Downsizings. Beim Gebrauchtwagenkauf fiel der Durchschnittspreis von 9740 auf 9150 Euro. Dahinter verbirgt sich je nach Kaufort eine große Spanne: Im Markenhandel zahlten die Kunden für ihren Gebrauchten im Schnitt 12.730 Euro (2011: 12.840 Euro), beim freien Handel 8220 (8540) Euro und auf dem Privatmarkt 6600 (7890) Euro.
Gekauft wurden die Gebrauchten 2012 am häufigsten auf dem Privatmarkt, der aber insgesamt von 44 auf 41 Prozent sank. Davon profitierte der freie Handel, dessen Anteil von 21 auf 24 Prozent zulegte. Der Markenhandel hielt seinen Marktanteil stabil bei 35 Prozent. Vor allem im Segment der drei bis sechs Jahre alten Gebrauchten verlor der Privatmarkt deutlich an Bedeutung: Von den Fahrzeugen dieser Altersklasse wechselten nur noch 37 (Vorjahr: 54) Prozent ohne Beteiligung des Handels den Besitzer.

Fokus auf Old- und Youngtimern
Mit der Zahl der  Old- und Youngtimer hierzulande steigt auch deren Bedeutung für die Hersteller und Importeure. Der DAT-Report widmete diesem Segment daher eine eigene Auswertung. Inzwischen hat sich dieses Liebhabergeschäft immer weiter professionalisiert. Der Branchenverband ZDK hat bisher rund 450 Kfz-Betriebe zum "Fachbetrieb für historische Fahrzeuge" zertifiziert. Im Rahmen eines Pilotprojektes werden derzeit 60 angehende Kfz-Mechatroniker für die Reparatur und Wartung der historischen Fahrzeuge ausgebildet.
Rund fünf Prozent der für den DAT-Report befragten Fahrzeughalter gaben an, einen Old- oder Youngtimer zu besitzen. Hochgerechnet auf den gesamten Pkw-Bestand in Deutschland ergibt dies 2,17 Millionen klassische Fahrzeuge. Im Schnitt werden die Youngtimer 6070 Kilometer im Jahr gefahren, ihre älteren Brüder nur noch rund 2800 Kilometer. Für die Wartung und Reparatur ihres Fahrzeugs gaben die Besitzer eines Youngtimers im vergangenen Jahr rund 205 Euro aus, zuzüglich der Kosten für Versicherung, Steuer und Unterbringung waren es 788 Euro. Die Oldtimerliebhaber griffen mit 1437 beziehungsweise 2133 Euro weit tiefer in die Tasche.  
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