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Renault Hanauer wird abgewickelt
Hanauer im Internet: Das Renault-Autohaus Hans Hanauer wird in den kommenden Monaten abgewickelt. (Foto: Hanauer)
Autor: Bettina John
Mittwoch, 27. Februar 2013, 11.35 Uhr
Ein weiteres Münchener Traditions-Autohaus gibt auf: Der Renault-Händler Hans Hanauer wird in den kommenden Monaten abgewickelt. 80 Mitarbeiter hoffen nun auf einen Investor oder Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen.
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München. Das Renault-Autohaus Hans Hanauer wird in den kommenden Monaten abgewickelt, betroffen sind 80 Mitarbeiter, darunter 28 Auszubildende. Den Auftrag für die Liquidation hat Wolfgang Kottenberg von der Kottenberg Consulting GmbH übernommen. Die Liquidation sei das Ergebnis der Geschäftsentwicklung der vergangenen zwei bis drei Jahre, sagte Kottenberg der Automobilwoche. "In dieser Zeit wurden die Verluste durch den geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang Hanauer getragen", so Kottenberg. Ziel ist nun die "eigenhändige Schließung" des Betriebs im Zuge einer Liquidation, erklärt Kottenberg. Im Unterschied zu einer Insolvenz werden bei diesem Vorgehen alle Verträge und Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten erfüllt. "Dazu wird noch einmal frisches Geld benötigt", sagt Kottenberg. Erst danach könne man den Betrieb schließen. Durch das Liquidationsverfahren werde Hanauer seiner unternehmerischen und sozialen Verwantwortung gerecht, unterstreicht der Berater. "Eine Liquidation bietet mehr Sicherheit für die Mitarbeiter." Sollten sich Investoren finden, "kann es sein, dass wir Unternehmensteile in toto veräußern können", so Kottenberg. Es gebe zurzeit Gespräche mit potenziellen Investoren. Mit dem Hersteller Renault werde ebenfalls gesprochen. Insofern schließe er auch eine Übernahme der Hanauer-Betriebe durch die Münchener Renault Niederlassung nicht grundsätzlich aus.
Dauer der Liquidation hängt von Kündigungsfristen ab Wie lange die Liquidation dauern wird, hängt unter anderem von den Kündigungsfristen ab. Für die Mitarbeiter, die am längsten im Unternehmen beschäftigt sind, liegt sie bei sieben Monaten. "In acht bis zwölf Wochen", so schätzt Kottenberg, "wissen wir aber, wohin die Reise geht". Sollte sich keine Möglichkeit zum Erhalt der bisherigen Arbeitsplätze abzeichnen, werde man die aktive Vermittlung der Mitarbeiter in andere Unternehmen starten. Die Hans Hanauer GmbH wurde 1948 in München gegründet und zehn Jahre später Vertragspartner von Renault. 1974 hatte der heute 64-jährige Wolfgang Hanauer das Autohaus von seinem Vater übernommen. Seit 2006 verkaufte Hanauer auch die Marke Dacia. Das Unternehmen betreibt derzeit drei Standorte in München. In den vergangenen Jahren sank der Fahrzeugabsatz deutlich, zuletzt soll der Umsatz nach Informationen aus Branchenkreisen noch rund 30 Millionen Euro betragen haben. Mit Hanauer gibt ein weiterer traditionsreicher Autohändler in München auf. So ging Anfang 2009 das Autohaus Automag Buchner + Linse, der letzte unabhängige BMW-Händler Münchens, in die Insolvenz und wurde kurz danach von der BMW AG übernommen. Im gleichen Jahr machte das Ford-Autohaus Niedermair & Reich dicht, um einer drohenden Insolvenz zuvor zu kommen. Auch der Münchener Handelsriese Mahag war im Zuge der Autoabsatzkrise in Schwierigkeiten geraten und schlüpfte Anfang 2010 unter das Dach von VW.
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