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"Hacking ist eine ernste Bedrohung"
Peter Kraus: Der Leiter Informatik des Getriebebauers ZF referierte auf dem ersten Automotive Suppliers' Day von T-Systems im Porsche-Museum Stuttgart.
(Foto: T-Systems)
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Donnerstag, 14. Februar 2013, 11.26 Uhr
Zuliefertag von T-Systems: Der Trend geht zur vernetzten Zusammenarbeit. Diese allerdings birgt Risiken.

ZF und IT
                                 2002              2011
Konzern
Umsatz                       9,1 Mrd.        15,5 Mrd. Euro   +69%
Mitarbeiter                  53.281           71.488              +34%
 
ZF-Informatik
Gesamtkosten             162 Mio.        168 Mio. Euro    +4%
IT-Budget
v. Umsatz                    1,8%            1,08%
Mitarbeiter                    758              1068               +43%
 
Leistungsdaten
SAP-Nutzer               13.800            50.006              +262%
SAP-Systeme                   52                  46              -12%
 
Stuttgart. Die Zusammenarbeit zwischen den Firmen und im eigenen Unternehmen über Abteilungsgrenzen hinweg wird deutlich zunehmen. Dafür sorgt der Druck des Markts ebenso wie neue IT-Technologien, die Kooperationen in Netzwerken und über mobile Geräte überhaupt erst möglich machen. So das Fazit der Experten auf dem ersten Automotive Suppliers' Day des IT-Dienstleisters T-Systems in Stuttgart. Gleichzeitig entstehen allerdings auch neue Risiken in größeren Dimensionen. "Wir rücken zunehmend in den Fokus von Hackern. Die gezielten Angriffe sind mittlerweile eine ernste Bedrohung", warnt Peter Kraus, Leiter Informatik beim Getriebe-hersteller ZF. Seiner Erfahrung nach stecken vor allem hochprofessionelle staatliche Instanzen hinter den Angriffen.
Dass das Interesse am Automobilzulieferer mit Sitz in Friedrichshafen steigt, hängt mit seiner rasanten Entwicklung und der starken Internationalisierung zusammen. Trotz der Gefahr durch die Cyberspione führt laut Kraus an einer globalen Aufstellung des Unternehmens mit einer weltweit zentralisierten IT-Infrastruktur kein Weg vorbei: "Wir brauchen die globale Zusammenarbeit über Unternehmensbereiche hinweg, und das auch in virtuellen Teams."
"Die Wissensvernetzung ist das, was Wert schafft, nicht die Konzentration auf eine einzelne Technologie", so Joachim Warschat, der das Innovationsmanagement beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation leitet. Er ermunterte Zulieferer ausdrücklich, in Netzwerken zusammenzuarbeiten und bei der Produktentwicklung auch an entsprechende Dienstleistungen zu denken. Hintergrund: Die Auto-industrie steht vor einem großen Umbruch, der stark von der IT und Consumerelektronik geprägt ist. Schon in wenigen Jahren dürfte die Nutzung von Apps und Internet im Fahrzeug ein wichtiges Kaufargument sein.
Gleichzeitig ergeben sich über die Ferndiagnose des Fahrzeugs und den direkten Zugang zum Kunden neue Geschäftsmodelle. Dabei spielt die Auswertung von großen, unstrukturierten Datenmengen (Big Data) eine entscheidende Rolle. Im Unternehmen selbst verlangen die Mitarbeiter neue Kommunikationsformen und die Einbindung von Social-Media-Plattformen. Sie erwarten, über mobile Geräte Zugriff auf die Firmen-IT zu bekommen. "Bei allen neuen Technologien ist es aber wichtig, sie so zu gestalten, dass sie für das Unternehmen eine Bedeutung erlangen – also ein Mehrwert geschaffen wird", betont Warschat. Folgen hat dies für die IT-Sicherheit. "Wir müssen uns überlegen, wie wir Dokumente, die wir in der Welt herumschicken, so kapseln, dass sie nicht geknackt werden können", sagt ZF-IT-Chef Kraus. Seiner Ansicht nach geht es vor allem um ein ausgeprägteres Risiko-Bewusstsein bei den Mitarbeitern. "Firmendaten gehören nicht auf ein privates Smartphone."


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