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Automotive-Geschäft von TomTom schrumpft
TomTom-Chef Harold Goddijn: Für den Unternehmensgründer und CEO ist das Jahr 2013 entscheidend, weil neue Produkte zu den Endkunden ausgeliefert werden.
(Foto: Automobilwoche)
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Donnerstag, 14. Februar 2013, 10.29 Uhr
Die schwachen Automobilmärkte in Europa haben beim niederländischen Navigationsspezialisten TomTom im vergangenen Jahr erneut Bremsspuren in der Bilanz hinterlassen. Auch die Erwartungen für das laufende Jahr sind verhalten.

Hintergrunddaten zum Thema:
05/2013
Der Verkauf seiner EADS-Anteile hat dem Konzern über 700 Millionen Euro Gewinn eingebracht.

26/2012
Der Lackieranlagenhersteller Dürr hat 2012 Rekorde bei Umsatz und Gewinn eingefahren.

26/2012
Der Getriebehersteller Getrag will in den kommenden Jahren Umsatz und Gewinn deutlich steigern.

Amsterdam. Der Automobil-Umsatz von TomTom ist im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro geschrumpft. Das Geschäft sei von den schwierigen Rahmenbedingungen im europäischen Pkw-Markt betroffen, begründete der niederländische Navigationsspezialist bei Vorlage des vorläufigen Jahresabschlusses 2012. Außerdem litt das in Amsterdam börsennotierte Unternehmen unter der weiter einbrechenden Nachfrage im Kerngeschäft mit portablen Navigationsgeräten (PND). Der Konzernumsatz ging somit um 17 Prozent auf etwas über eine Milliarde Euro zurück.
Allerdings kehrte TomTom im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurück: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 70 Millionen Euro, was einer Marge von sieben Prozent entspricht. Der Nettogewinn kletterte auf 129 Millionen Euro. Dabei profitierten die Niederländer allerdings von einem einmaligen Steuereffekt von 80 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2011 hatte TomTom bedingt durch hohe Restrukturierungsaufwendungen einen operativen Verlust von 425 Millionen Euro und einen Nettoverlust von 438 Millionen Euro ausgewiesen.
TomTom hat Anfang 2012 die strategische Ausrichtung im Direktgeschäft mit der Autoindustrie korrigiert. Ursprünglich wollten die Niederländer komplette Navigations- und Infotainmentsysteme an die Autohersteller verkaufen und damit das stark einbrechende Kerngeschäft mit portablen Navigationssystemen kompensieren. Erste Aufträge unter anderem von Renault wurden gewonnen. Nun bietet das Unternehmen statt eines fertigen Gesamtproduktes Einzellösungen wie Karten und Dienste an. Zum Beispiel liefert TomTom die Navigation für das neue Renault-Infotainmentsystem R-Link und auch für PSA. Offensichtlich hat die neue Strategie noch nicht zu einem wachsenden Erstausrüstungsgeschäft gesorgt. Vor allem die Schwierigkeiten des Großkunden Renault sowie der Volumenhersteller PSA, Ford, Fiat und Opel begrenzen die Perspektiven für TomTom derzeit. Angaben zu den Gewinnen in den einzelnen Sparten gab es noch keine. Im ersten Halbjahr 2012 schrieb Automotive einen Verlust von 5,2 Millionen Euro.

Umsatz wird weiter schrumpfen
Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet TomTom im Konzern mit einem weiteren Umsatzrückgang auf 900 bis 950 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie dürfte bei rund 0,20 Euro liegen nach 0,40 Euro im Jahr 2012. Die makro-ökonomische Situation bleibt dem Unternehmen zufolge herausfordernd: Die Nachfrage nach PND dürfte erneut um 15 bis 20 Prozent zurückgehen. Das Erstausrüstungsgeschäft werde größtenteils von der Absatzentwicklung der Kunden abhängen. "Das vor uns liegende Jahr wird entscheidend, weil neue Produkte zu den Endkunden ausgeliefert werden", so TomTom-Chef Harold Goddijn.
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