Während Absatz und Umsatz wachsen, schmilzt der Gewinn der Pkw-Sparte zusammen. Allen... » mehr lesen
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Zwei SPD-Politiker für VW-Aufsichtsrat im Gespräch
VW-Chef Winterkorn (li.), Räte-Paar Piech: Die Arbeit des Konzernlenkers und seiner acht Vorstandskollegen werden neben dem VW-Patriarchen Ferdinand und seiner Ehefrau Ursula sowie weiteren 16 arrivierten Aufsehern künftig zwei niedersächsische Novizen kontrollieren. (Foto: Volkswagen)
Nach den Wahlen steht in Niedersachsen neben der Neubildung der Landesregierung eine Umbesetzung des einflussreichen Aufsichtsrats von Volkswagen an. Die spannende Frage ist, wer neben dem SPD-Toppolitiker Stephan Weil mit dem anderen der beiden disponiblen Mandate betraut wird. Statt Grünen-Vormann Stefan Wenzel könnte der designierte Wirtschaftsminister Olaf Lies aus dem "roten Bereich" in der Auto-Stadt Wolfsburg zum Zuge kommen.
Absatz von Toyota, General Motors und Volkswagen im Jahr 2012
Hamburg. Der VW-Konzern steht kurz vor einer wichtigen Umbesetzung seines 20-köpfigen Aufsichtsrats. Für den scheidenden niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister und seinen ebenfalls vor der Ablösung stehenden Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Jörg Bode, werden Nachfolger gesucht. Das Bundesland Niedersachsen stellt bei VW zwei Vertreter des Ratsgremiums. Nach dem jüngsten Wahlerfolg von Rot-Grün in dem nördlichen Flächenstaat gilt als sicher, dass der designierte SPD-Ministerpräsident Stephan Weil von McAllister, CDU, eines der VW-Mandate übernimmt. Für den zweiten Posten zogen aus Proporzerwägungen statt eines weiteren Vertreters des "roten Lagers" viele Beobachter bisher vor allem Stefan Wenzel in Betracht. Der Politiker der Grünen und Vizeregierungschef in spe, zuständig für das Umweltressort, würde auf Bode, FDP, folgen. Recherchen der Automobilwoche zufolge könnte neben Weil nun allerdings Olaf Lies das Rennen machen, der zukünftige Wirtschaftsminister von der SPD. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover kursiert die Vermutung, dass sich die Sozialdemokraten für die zuvor von ihnen nicht erwartete Überlassung von vier statt drei Ministerposten an die Grünen im Gegenzug unter anderem das zweite VW-Ratsmandat haben zusagen lassen.
"Ehra, wem Ehra gebührt" Im Umfeld von Stefan Wenzel heißt es zudem, dass dieser "sich nicht gerade um ein VW-Aufsichtsratsmandat reißt", wie sich eine Vertrauensperson artikulierte. Hintergrund: Bei den Grünen besteht die Sorge, dass Wenzel sich als VW-Aufseher etwa nach Vollgas-Probefahrten auf der VW-eigenen Teststrecke in Ehra-Lessin parteiintern beißendem Spott und in der Öffentlichkeit unangenehmen Fragen ausgesetzt sehen könnte. Ein Schreiben der Redaktion an Wenzel zu der Frage, ob er als VW-Aufsichtsrat zur Verfügung stünde, blieb bisher ohne Antwort. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, seit 2005 Mitglied des VW-Ratsgremiums, hatte Wenzel vor Kurzem aufgrund umstrittener Äußerungen in Sachen Flottenverbrauch und Frauenanteil bei VW ausdrücklich "eine gesunde Portion Halbwissen" attestiert und mit Blick auf eine mögliche Bestellung des Grünen kurz und knapp erklärt: "Wir nehmen, wer kommt" (Automobilwoche 4/2013). VW-Konzernchef Martin Winterkorn wiederum hatte jüngst zu den strengen CO2-Richtlinien der EU, die viele Grüne für noch zu lasch halten, gesagt: "Das ist extrem ehrgeizig. Aber wir nehmen diese Herausforderung an. Der Volkswagen-Konzern wird das 95-Gramm-Ziel bis 2020 schaffen". Zweifel an der Option der SPD, demnächst zwei ihrer Mitglieder in den VW-Rat zu entsenden, sind schon historisch nicht geboten: In den Jahren 1990 bis 1994 war neben dem damaligen SPD-Ministerpräsidenten Gerhard Schröder dessen Sozialminister und Parteifreund Walter Hiller Mitglied des einflussreichen Wolfsburger Zirkels. Auch vor alters regierte Rot-Grün in Niedersachsen, notabene. Über ein mögliches Gespann Weil/ Lies hatte Osterloh gesagt: "Ministerpräsident und Wirtschaftsminister im Aufsichtsrat – gegen Tradition habe ich nichts".
Verstärkung der Damenriege? Insider der niedersächsischen Politik geben allerdings zu bedenken, dass sowohl die neue Landesregierung als auch VW daran interessiert sein könnten, nach der Gewerkschaftlerin Babette Fröhlich, Spitzenbankerin Annika Falkengren und Ursula Piech, Gattin des VW-Aufsichtsratspräsidentin Ferdinand, eine weitere Dame für das VW-Gremium zu gewinnen – dann kämen weder Wenzel noch Lies bei VW zum Einsatz. Klarheit könnte bereits der außerordentliche Landesparteitag bringen, den die niedersächsische SPD am kommenden Sonnabend (16. 9.) von 10 bis 14 Uhr im Hannover Congress Centrum abhält; ebenfalls in der Leine-Stadt kommen am Wochenende die Grünen zu ihrer Landesdelegiertenkonferenz zusammen, auf der über den Koalitionsvertrag mit der SPD abgestimmt wird. Danach wird es wohl es schnell gehen: Bereits am Dienstag, 19. 2., findet die konstituierende Sitzung des niedersächsischen Landtags in Hannover statt. Das für VW-Ratsmitglieder zuständige Registergericht könnte für eine rasche Bestätigung der beiden neuen Gesandten unverzüglich in Aktion treten. Und schon am Freitag kommender Woche steht die nächste Sitzung des VW-Aufsichtsrats an – am 22. 2. dürften zwei Novizen am Mittellandkanal in Wolfsburg an Bord sein.
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
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