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Bei Daimler ist der Weg das Ziel
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Donnerstag, 07. Februar 2013, 15.52 Uhr
Während Absatz und Umsatz wachsen, schmilzt der Gewinn der Pkw-Sparte zusammen. Allen Effizienzsteigerungsprogrammen zum Trotz muss Mercedes-Benz Cars die Ertragsziele immer weiter in die Zukunft verschieben.

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"Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf dem richtigen Weg", so die Einschätzung von Daimler-Chef Dieter Zetsche. Schaut man sich die Entwicklung der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars in den vergangenen zehn Jahren an und blickt in die nahe Zukunft, könnte man auch sagen: "Der Weg ist das Ziel." Seit der Jahrtausendwende ist Mercedes aus der Erfolgsspur geraten - mit einem kurzen Zwischenhoch im Jahr 2007. Einmal sind es Qualitätsprobleme, dann müssen die Stuttgarter den Anschluss bei spritsparenden Antriebstechnologien finden oder sie laufen beim Einstieg im wichtigen Wachstumsmarkt China hinterher. Und immer sind die Kosten nicht wettbewerbsfähig, die Sparte zu ineffizient, um mit den Besten mithalten zu können. Schon Zetsches Vorgänger Eckhard Cordes hat im Frühjahr 2005 mit seinem Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm Core den dauerhaften Durchbruch schaffen wollen. Schon damals wurde mit den Grundzügen der Modulstrategie begonnen und sich das Ziel gesetzt, die Produktivität in der Fertigung auf 30 Stunden pro Fahrzeug zu steigern. Das will Produktions- und Einkaufsvorstand Wolfgang Bernhard nun im Jahr 2015 erreichen - zehn Jahre später. Nicht viel besser sieht es bei der Modulstrategie aus, die 2007 nochmals neu justiert wurde: Erst im Jahr 2018 werden alle Baureihen und Derivate aus dem Baukasten bedient. Erst dann - praktisch zwei Fahrzeuggenerationen nach dem Startschuss - kommt die Sparte in den vollen Genuss der Einsparungen.
Nachdem die Wettbewerber BMW und Audi sowohl beim Absatz als auch der Profitabilität Mercedes weit enteilt sind, wollen die Schwaben nun 2020 wieder an die Spitze des Premiumsegments zurückkehren. Dazu muss Mercedes die Modellpalette stark ausbauen, die Produktionskapazitäten verdoppeln und gleichzeitig die strukturellen Kosten um Milliarden Euro senken - während die bayerischen Konkurrenten aus einer viel komfortableren Position an der Spitze des Feldes Gas geben können. Bis jetzt hat Zetsche noch keinen Nachweis für eine dauerhafte und durchgreifende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit geliefert, die ein Überholmanöver möglich macht. Für Mercedes ist es noch ein langer Weg und das Ziel in weiter Ferne.
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