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Peugeot: Ambitionierte Wachstumsziele nach Einbruch in Deutschland
Hoffnungsträger 2008: Mit dem neuen Kleinwagen-Crossover will Peugeot in Deutschland in diesem Jahr kräftig erobern. (Foto: Peugeot)
Dienstag, 05. Februar 2013, 16.39 Uhr
Peugeot hat in Deutschland nach einem schwachen Jahr 2012 wieder ambitionierte Wachstumsziele. Deutschlandchef Marcel de Rycker setzt dabei vor allem auf den endlich mit kleinen Motoren verfügbaren 208 und auf die Einführung des neuen Kleinwagen-SUV 2008. Außerdem versprach de Rycker mehr Werbung.
Absatzzahlen der japanischen Hersteller Toyota, Nissan, Honda, Suzuki, Mazda, Mitsubishi, Daihatsu und Subaru in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2012 sowie im ersten Quartal 2013
Frankfurt. Mit ambitionierten Absatzzielen will Peugeot in Deutschland sein sehr schwaches Vorjahresergebnis möglichst bald vergessen machen. Der seit Oktober vergangenen Jahres amtierende neue Deutschlandchef Marcel de Rycker kündigte am Dienstag in Frankfurt an, 2013 wolle Peugeot in Deutschland um zehn Prozent wachsen und insgesamt rund 90.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkaufen. Den Marktanteil will Peugeot dadurch deutlich auf 2,8 Prozent erhöhen, nach einem Absturz auf 2,3 Prozent im Vorjahr. Als Bausteine für die Rückeroberung verlorener Kunden nannte de Rycker den neuen Kleinwagen-Crossover 2008, der nach dem Autosalon in Genf im März in die Showrooms kommt. Große Hoffnungen setzt Peugeot auch auf den bereits im April vergangenen Jahres gestarteten 208, der viele Händler aber zunächst enttäuschte. De Rycker räumte ein, dass die Markteinführung des Hoffnungsträgers unter den Erwartungen geblieben sei. Dies habe aber in allererster Linie an der fehlenden Verfügbarkeit von kleinen Motoren und somit günstigen Ausstattungslinien gelegen.
Lehren aus dem Desaster bei der Einführung des 208 "Die neuen Dreizylinder-Benziner waren erst ab September 2012 verfügbar. Und Peugeot konnte für den Verkauf nur insgesamt acht volle Monate nutzen - nur vier davon mit den wichtigsten Motorisierungen." Dies sei der wichtigste von mehreren Gründen für das Absatzminus im vergangenen Jahr gewesen, so de Rycker. 2012 hatte die Löwenmarke in Deutschland einen Absturz um 13,34 Prozent beim Absatz verbucht und nur noch 81.658 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in der Neuzulassungsstatistik verzeichnet. "Hätten die neuen Dreizylinder früher zur Verfügung gestanden, wäre ein Minus vermeidbar gewesen," zeigte sich de Rycker überzeugt. Mit dem Handel habe es inzwischen mehrere Gespräche gegeben, wie aus diesen Erfahrungen ein besserer Neustart künftiger Modelle gestaltet werden könne. Bei Neueinführungen müssten die ersten verfügbaren Modelle immer besonders hochwertig sein, stellte der Peugeot-Markenchef fest. Um dies zu gewährleisten und den Handel nicht mit der Bestellung schwer vermarktbarer Fahrzeuge zu überfordern, habe er zugesagt, den Peugeot-Händlern bei der Zulassung dieser besonders hochwertigen Einführungsmodelle zu helfen und sie später auch beim Verkauf dieser Vorführmodelle zu unterstützen. "Gleichzeitig werden wir darauf achten, dass die preiswerteren Ausführungen eines neuen Modells schon möglichst schnell bestellbar sind."
Trend zu höheren Ausstattungen auf breiter Front Vom wichtigen Volumenmodell 208 will Peugeot 2013 insgesamt rund 27.000 Einheiten in Deutschland verkaufen - im Vorjahr hatte es bei acht Verkaufsmonaten 11.855 Zulassungen davon gegeben. Ausgesprochen positiv sei der Trend zu immer höheren Ausstattungen bei nahezu allen Modellen, sagte de Rycker. So habe der Zulassungsanteil der höchsten Ausstattungslinien Allure und GT beim Top-Modell 508 im vergangenen Jahr auf 57 Prozent zugelegt, nach 42 Prozent im Vorjahr. Beim Kompaktvan 5008 sei er von 26 auf 42 Prozent gestiegen. Insgesamt sei der Anteil der gehobenen Peugeot-Modelle im deutschen Markt auf rund 22 Prozent gestiegen, nach 18 Prozent im Jahr zuvor. Als positiv bewertete de Rycker auch den Trend zu größeren Fahrzeugen im Bestell-Aufkommen. So habe der Anteil der größeren Modelle ab der Kompaktklasse in Deutschland bei Peugeot 2011 noch bei 32 Prozent gelegen, 2012 aber bereits bei 53 Prozent. "Die Zeiten, in denen Peugeot als Kleinwagenhersteller betrachtet wurde, neigen sich dem Ende zu", sagte de Rycker dazu. Sehr gut entwickle sich die Marke Peugeot auch in Punkto Qualität, Kundenzufriedenheit und Energie-Effizienz, führte der Peugeot-Chef weiter aus. Diese Punkte werde die Marke künftig noch stärker herausstellen. Um diese positive Entwicklung im Markt bekannter zu machen, werde Peugeot auch mehr Geld für Werbung in die Hand nehmen, versprach er. Im Handel waren in den vergangenen Jahren immer wieder höhere Werbebudgets gefordert worden. "Wir werden dies 2013 auch im Rahmen eines höheren Werbebudgets unseren Kunden gegenüber vermitteln," sagte de Rycker. Außerdem arbeite Peugeot derzeit an einem Konzept zur Aufwertung des Qualitätsimages, sagte de Rycker, ohne Einzelheiten zu nennen. Dabei sei auch eine mögliche Garantieverlängerung eine Option, es gebe aber auch andere Möglichkeiten, unterstrich er. Beide PSA-Marken Peugeot und Citroen (die Automobilwoche berichtete mehrfach) hätten gerade in Deutschland ehrgeizige Wachstumsziele, bekräftigte der neue Markenchef. PSA will im Rahmen seines Konzernprogramms "Aufbruch 2015" bis 2015 in Deutschland der größte Importeur werden und somit Renault von der Top-Position ablösen. Zusammen wollen beide PSA-Marken dann auf einen Marktanteil (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) von 5,7 Prozent kommen. Dabei soll Peugeot 3,2 Prozent erreichen, Citroen 2,5 Prozent.
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