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"Durch die Bank eine deutliche Drohgebärde“
Autor:
Christof Rührmair
cruehrmair@craincom.de
Mittwoch, 13. Februar 2013, 07.00 Uhr
Die Liste der Beispiele ist lang: Fiat und sein Händlerverband stehen vor Gericht. Renault brach im Herbst die Gespräche mit seinem Verband ab. Die Honda-Händler sahen sich genötigt, einen Verband zu gründen, um sich gegen den Importeur zu wehren. Und auch die Querelen im BMW-Händlerverband zeugen davon, dass sich mancher Händler der Marke gegenüber einer harten Vertriebsmannschaft nicht ausreichend vertreten sah. Geschichten, wie kleine Händler aus den Netzen gedrängt werden,

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München. Die Liste der Beispiele ist lang: Fiat und sein Händlerverband stehen vor Gericht. Renault brach im Herbst die Gespräche mit seinem Verband ab. Die Honda-Händler sahen sich genötigt, einen Verband zu gründen, um sich gegen den Importeur zu wehren. Und auch die Querelen im BMW-Händlerverband zeugen davon, dass sich mancher Händler der Marke gegenüber einer harten Vertriebsmannschaft nicht ausreichend vertreten sah. Geschichten, wie kleine Händler aus den Netzen gedrängt werden, hört man allenthalben. Der Ton zwischen vielen Herstellern und ihren Händlern und Händlerverbänden ist rauer geworden. "Man kann durch die Bank eine deutliche Drohgebärde feststellen", sagt Branchenanwalt Christian Genzow, der ebenfalls eine Verschärfung wahrnimmt: "Maßnahmen wie die fristlose Kündigung beim Nichterfüllen von Standards sind heute an der Tagesordnung."
Seiner Einschätzung nach sind die Händlerverbände im Schnitt weniger wehrhaft geworden – auch wenn es von Verband zu Verband große Unterschiede gebe. Ein Grund sei die zunehmende Abhängigkeit der Autohäuser von den Konzernen. Die Händler würden am Tropf der herstellereigenen Banken hängen, sagt der Jurist. Schließlich sei kaum noch eine andere Bank bereit, Neuwagen zu finanzieren. Das habe sich immer weiter verschärft. Heute müsse ein Hersteller, der einen Händler loswerden will, nicht mehr den langwierigen Weg der Vertragskündigung gehen. Stattdessen drohe die Bank des Herstellers einfach mit der Kündigung der Kredite, um den Händler gefügig zu machen.
Antje Woltermann vom ZDK will nicht von einer pauschalen Verschärfung des Tons zwischen Herstellern und Händlerverbänden sprechen. Es gebe neben den Fällen, bei denen es brodle und sich die Zusammenarbeit ändere, auch Verbände, die schon immer eine gute Zusammenarbeit mit dem Hersteller hatten. Insgesamt nutzten aber viele Hersteller die Gelegenheit, mit der neuen GVO die Daumenschrauben gegenüber den Händlern anzuziehen, teilweise auch bei Standards und Margen. Wenn dieses Thema ausgestanden sei, könne es mittelfristig vielleicht wieder zu einer Entspannung kommen, hofft sie.
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