Im Gespräch mit der Automobilwoche spricht Bentley-Chef Wolfgang Schreiber über das geplante Luxus-SUV, einen denkbaren Hybridantrieb und weitere Ziele der Marke.
Der Lackieranlagenhersteller Dürr hat 2012 Rekorde bei Umsatz und Gewinn eingefahren.
München. Nach dem zweitbesten Jahr in der Geschichte der Marke peilt Bentley 2013 weiteres Wachstum an: "Wir wollen auch in diesem Jahr zweistellig wachsen", sagte Markenchef Wolfgang Schreiber der Automobilwoche. 2012 hat Bentley 8510 Fahrzeuge verkauft, 22 Prozent mehr als 2011. Dabei habe die Marke ihr Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft, sagte Schreiber. So plant Bentley ein Luxus-SUV: "Dieses Segment, das wir dort anpeilen, gibt es derzeit noch gar nicht." Das High-End-SUV soll Kunden abholen, denen ein Porsche Cayenne oder Range Rover noch zu alltäglich sind und damit den Coup des Bentley-Bestsellers Continental GT wiederholen. Für den Luxus-Allradler sind neben einem 12-Zylinder erstmals unter dem Bentley-Lable auch alternative Antriebe möglich. "Der Plug-in-Hybrid ist für Bentley ein Antrieb für die Zukunft", sagte Schreiber. Die Kunden schätzten die "anstrengungslose Performance" der Fahrzeuge. Deshalb sei ein Plug-in Hybrid eine interessante Alternative für die Marke: "Was einem Verbrennungsmotor fehlt, die große Kraft im unteren Drehzahlbereich, könnte der Elektromotor ergänzen." Ein solcher Antrieb könnte für alle Fahrzeuge der Marke passen, besonders jedoch für das SUV. "Es gibt noch keinen Plan, wann wir einen solchen Antrieb einführen", so Schreiber. Er sei auch geeignet, den Kunden in einem zunehmend autokritischen Umfeld die Entscheidung für einen Bentley zu er erleichtern - Stichwort Sozialverträglichkeit. Auch die mögliche Sperrung von Innenstädten für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sei ein Grund dafür. "Der Kunde kann dann darauf verweisen, dass sein Fahrzeug 20 oder 30 Kilometer rein elektrisch fährt." Final sei die Entscheidung für den Bentley-SUV noch nicht getroffen, sagte Schreiber. Das werde aber in Kürze passieren. Rund drei Jahre später könne das Auto dann auf den Markt kommen. Das Modell könnte dann die Wachstumsstrategie von Bentley unterstützen: "Wir wollen nicht das Volumen treiben, Wir haben uns aber vorgenommen, bis 2018 den Absatz auf 15.000 Autos im Jahr zu steigern." Im Rekordjahr 2007 waren es 10.000. Neben dem Volumen hat Schreiber für Bentley noch weitere Ziele: "Wir wollen auch die Kundenzufriedenheit und die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern." Zudem soll die Marke profitabler werden. Ziel sei es, den Break-Even-Point zu senken, ab dem die Marke profitabel sei. "Wir müssen das Unternehmen wetterfest machen. Es gab 2007 ein sehr gutes Jahr, aber 2009 war auch ein sehr schlechtes mit nur 4500 Autos." Damals fuhr die Marke hohe Verluste ein. Schreiber: "Wir müssen auch mit weniger Autos Geld verdienen." Bentley war 2012 profitabel: In den ersten neun Monaten betrug der Gewinn 75 Millionen Euro. Profitabilität sei im vierten Quartal weiter gestiegen, so Schreiber, doch: "Man sollte in guten Zeiten an solchen Maßnahmen arbeiten."
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