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Opel-Aufsichtsrat beruft Neumann auf Chefsessel
Karl-Thomas Neumann: Jetzt ist es offiziell: Volkswagen hat den EX-VW-Manager freigegeben. Der gelernte Elektroingenieur kann nun Anfang März bei Opel starten.
(Foto: Opel)
Autor:
Michael Knauer
mknauer@craincom.de
Donnerstag, 31. Januar 2013, 14.30 Uhr
Der Opel-Aufsichtsrat hat am Donnerstag erwartungsgemäß den früheren VW-Manager und Conti-Chef Karl-Thomas Neumann (51) zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Neumann solle am 1. März sein neues Amt in Rüsselsheim antreten, teilte Opel nach der Sitzung der Aufseher mit. Rückenwind erhielt Neumann von mehreren Automobilexperten und auch von der IG Metall.

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Rüsselsheim. Das lange Warten auf die "Freigabe" durch Volkswagen hat ein Ende: Der Opel-Aufsichtsrat konnte am Donnerstag Karl-Thomas Neumann zum neuen Opel-Vorstandschef berufen. Neumann sei von dem Aufsichtsgremium gewählt worden, erklärte Opel nach der Sitzung. Ob dies auch einstimmig erfolgte, teilte Opel zunächst nicht mit.
Neumann werde am 1. März seinen Posten in Rüsselsheim antreten, erklärte Opel. Neben dem Vorstandsvorsitz bei der Adam Opel AG werde Neumann auch das Amt des Präsidenten von General Motors in Europa übernehmen. Außerdem werde er bei GM Vice President und Mitglied des hochrangigen GM Executive Committee.
Der frühere China-Chef von Volkswagen und ehemaligeVorstandschef des Autozulieferers Continental war bei Opel seit Wochen herbeigesehnt worden. Voraussetzung war aber das Einverständnis von VW gewesen, dem Manager vorzeitig eine neue Position bei einem Wettbewerber zu gestatten. Sonst hätte Neumann frühestens im Juli bei Opel starten können.
Aufsichtsratschef Stephen Girsky erklärte zu der Berufung: "Dr. Neumann hat intensive Kenntnisse der Automobilindustrie. Er hat bewiesen, dass er profitables Wachstum und Turnarounds umsetzen kann. Dr. Neumann ist eine weitere deutliche Verstärkung für unser Führungsteam und wird das Unternehmen zu einem der erfolgreichsten Turnarounds in der europäischen Automobilgeschichte führen."
GM-Konzernchef Dan Akerson erklärte seinerseits: "Opel/Vauxhall spielt eine Schlüsselrolle für den weltweiten Erfolg von General Motors." Die Entscheidung für Neumann stelle sicher, "dass wir mit dem bestmöglichen Führungsteam unseren Weg zu Profitabilität und Wachstum in Europa fortsetzen."
Neumann zeigte Zuversicht und verwies auf die Bedeutung des Teamgeistes: "Ich weiß, dass es eine anspruchsvolle Aufgabe sein wird. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir den Turnaround schaffen werden – gemeinsam mit meinem Führungsteam und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern."

Automobilexperten: Neumann kompetent und kommunikativ
Neumann übernimmt das Amt von Strategievorstand Thomas Sedran, der seit dem Rauswurf von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke am 17. Juli vergangenen Jahres das Amt des CEO kommissarisch übernommen hatte. Sedran wird dem Vernehmen nach mit dem Wechsel wieder als Vorstand für Strategie die Opel-Restrukturierung voranbringen.
Die Automobilwoche hatte bereits vor einer Woche gemeldet, dass Neumann in der Sitzung des Aufsichtsrates am heutigen Donnerstag aller Voraussicht nach einstimmig berufen werde.
Rückenwind erhielt Neumann am Donnerstag von mehreren Automobilexperten und auch von der IG Metall. Der Opel-Aufsichtsrat und IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild erklärte: "Opel braucht und bekommt nun eine neue Führung und damit die Chance, die Unternehmensstrategie den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen anzupassen." Mit der Berufung Neumanns sei dieser Prozess allerdings erst eingeleitet. "Für die Zukunft der Adam Opel AG kann dies die wichtigste und richtigste Personalentscheidung seit vielen Jahren sein," so Schild.
Neumann gilt als erfahrener und auch eigensinniger Manager. Dieser Charakterzug hatte ihm immer wieder auch Ärger eingebracht. Bei Opel wartet eine Herkulesaufgabe auf ihn. Die Verluste müssen eingedämmt, die Entwicklung neuer Modelle und Technologien trotz knapper Kassen vorangetrieben und das desolate Markenimage aufpoliert werden. Zugleich gilt es, die zäh in Gang gekommene neue Allianz mit PSA mit Leben zu füllen.
"Neumann ist ein hervorragender Manager, kompetent und geradlinig. Er arbeitet wirklich an den Themen und wirkt sehr dynamisch", sagte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer der Automobilwoche.
"Er ist jemand, der Druck aushält. Karl-Thomas Neumann hat einen eigenen Kopf und ist jemand, der sich nicht so leicht einordnen lässt," sagte seinerseits Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.
Branchenexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft lobte die kommunikativen Fähigkeiten von Neumann: "Er kann regelrecht jugendliche Begeisterung ausstrahlen. Das wird ihm bei Opel helfen. Er ist kein sturer Techniker. Neumann ist kein typischer VW-Mann und wird nicht bei Opel nach dem Motto anfangen ‚Jetzt zeige ich Euch mal, wie man richtig Autos baut.'"
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