NEU: ePaper
Benutzeranmeldung:
Chrysler erzielt Nettogewinn von 1,7 Milliarden Dollar
Chrysler in Detroit: Im vergangenen Jahr verkaufte Chrysler 2,2 Millionen Autos und damit 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
(Foto: Chrysler)
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Mittwoch, 30. Januar 2013, 13.27 Uhr
Der US-Autohersteller hat im vergangenen Jahr die eigenen Prognosen erfüllt und sieht sich weiter auf Kurs, die Ziele des bis 2014 laufenden Geschäftsplans zu erreichen. Im laufenden Jahr soll der Absatz von 2,4 auf bis zu 2,7 Millionen Einheiten ausgebaut werden.

Hintergrunddaten zum Thema:
11/2013
Wichtige Kennzahlen des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat-Chrysler aus dem ersten Quartal 2013 im Vergleich zum ersten Quartal 2012

06/2013
Der italienische Hersteller will mit neuen Modellen aus der Krise kommen.

05/2013
Der Verkauf seiner EADS-Anteile hat dem Konzern über 700 Millionen Euro Gewinn eingebracht.

Auburn Hills. Chrysler hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Dollar eingefahren und will auch 2013 bei Absatz, Umsatz und Ertrag zulegen. "Wir freuen uns über die starken finanziellen Ergebnisse im Jahr 2012. Das Unternehmen an dem wir arbeiten, ist aber noch nicht fertiggestellt", so Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne bei Bekanntgabe des vorläufigen Jahresabschlusses von Chrysler. Fiat ist nach der Insolvenz des US-Herstellers im Juni 2009 eingestiegen und hält inzwischen 58,5 Prozent. Während der italienische Hersteller vor allem im europäischen Pkw-Volumengeschäft hohe Verluste einfährt, erweist sich Chrysler inzwischen als wichtige Ertragssäule im kombinierten Unternehmen. Während Marchionne die mittelfristigen Ziele von Fiat aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen bereits mehrfach nach unten korrigieren musste, bekräftigte er nun den bis 2014 laufenden Geschäftsplan, den er im November 2009 aufgestellt hat.
Die für 2012 von Chrysler vorgelegten Zahlen entsprechen im Wesentlichen den Vorgaben des Plans: Der Absatz stieg um 18 Prozent auf 2,2 Millionen Einheiten. Der Umsatz legte um 20 Prozent auf 65,8 Milliarden Dollar zu. Der operative Gewinn verbesserte sich um 47 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar, was einer Marge von 4,4 Prozent entspricht. Marchionne begründet den Anstieg mit dem höheren Verkäufen und Preisen. Das Plus sei teilweise durch den stärkeren Anteil der Pkw am Gesamtportfolio kompensiert worden. Pick-ups und SUV erzielen im US-Markt generell höhere Preise und Margen als kleinere Pkw. Im Hauptmarkt USA konnte der Hersteller stärker zulegen als die Konkurrenz von General Motors oder Ford und steigerte damit seinen Marktanteil von 10,5 auf 11,2 Prozent. Wurde 2011 noch ein Nettogewinn von 138 Millionen Dollar ausgewiesen, kommt Chrysler nun auf 1,7 Milliarden Dollar - mehr als noch zu Jahresbeginn prognostiziert. Der freie Cash-flow fiel mit 2,2 Milliarden Dollar um 300 Millionen Dollar höher aus als 2011. Die Industrieschulden gingen um 1,9 Milliarden auf 1,0 Milliarden Dollar zurück.

Mittelfristiger Geschäftplan steht
Wie aus den Unterlagen zum vorläufigen Jahresabschluss hervorgeht, hält Marchionne im Wesentlichen an den Zielen des im November 2009 aufgestellten Geschäftsplans fest. Während Chrysler allerdings die Umsatzentwicklung deutlich positiver beurteilt, dürfte die Profitabilität geringer als geplant ausfallen. Im laufenden Jahr sollen die Fahrzeugauslieferungen auf 2,6 bis 2,7 (Plan: rund 2,6) Millionen Einheiten klettern. Der Umsatz soll bei 72 bis 75 (Plan: rund 62,5) Milliarden Dollar über dem ursprünglichen Ziel liegen. Dagegen wird operative Gewinn mit rund 3,8 Milliarden Dollar am unteren Ende der Range (Plan: 3,8 bis 4,4) Milliarden Dollar gesehen. Die Marge läge damit zwischen 5,0 und 5,3 Prozent (Plan: 6,1 bis 7,1 Prozent). Die Verwässerung der Marge begründet Chrysler-Finanzchef Robert Kidder mit hohen Investitionen in die Produkte und Marken. Netto traut sich der US-Hersteller einen Gewinn von rund 2,2 Milliarden Dollar zu. Der frei Cash-flow soll über einer Milliarde Dollar liegen.
Im Jahr 2014 will Chrysler zirka 2,8 (Plan: 2,8) Millionen Fahrzeuge ausliefern und damit auf ein Umsatzniveau von 80 (Plan: 67,5) Milliarden Dollar kommen. Bei 4,8 (Plan: 4,7 bis 5,2) Milliarden Dollar operativem Gewinn soll die Marge auf rund sechs (Plan: 7,0 bis 7,7) Prozent steigen.
Kommentare zum Artikel:
Weiterführende Links:
Stühlerücken im Top-Management von Chrysler
Nachdem Fred Diaz, Chef der Pick-up- und Transportermarke RAM, den US-Hersteller in Richtung Nissan verlassen hat, übernimmt nun... » mehr lesen

Chrysler ruft 260.000 Fahrzeuge zurück
Der US-Hersteller hat aufgrund verschiedener Probleme einen Massenrückruf in den USA, Kanada, Mexiko und weiteren Ländern... » mehr lesen

Absatz von Fiat-Chrysler im Januar gestiegen
Die weltweiten Verkaufszahlen von Fiat und Chrysler lagen im Januar um 12,7 Prozent über den Werten des Vorjahres. Diesmal ist... » mehr lesen

Chrysler und Santander gründen Joint Venture
Der Autobauer Chrysler steigt zusammen mit der spanischen Santander Bank wieder in das Finanzierungsgeschäft ein. Am 1. Mai... » mehr lesen

Fiat 500 nicht mehr aus Mexiko
Die Produktion des Fiat 500 in Mexiko soll einem Medienbericht zufolge mit dem Ende des aktuellen Modells auslaufen. Der... » mehr lesen

Marchionne stellt neuen Produktplan vor
Am Mittwoch wird Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne einen erneuerten Fünf-Jahres-Plan vorstellen. Das kündigte er in Detroit an.... » mehr lesen

Klartext - Die große Show der dicken Schlitten
Die nordamerikanische Auto Show NAIAS in Detroit wird dieses Jahr keine Kleinwagenwagenmesse. Auch sparsame Hybrid-, Diesel- und Elektroautos stehen am Detroit River eher im... » mehr lesen

Fiat will Anteil an Chrysler aufstocken
Der italienische Autobauer Fiat plant einem Agenturbericht zufolge den Ausbau seines Anteils an Chrysler auf 65 Prozent.... » mehr lesen

Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
8040
Leser
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
4286
Leser
Der Zulieferer Mahle übernimmt die Mehrheit am Klimaanlagenspezialisten Behr. Dies teilte Mahle am Donnerstag mit.
3440
Leser
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
3229
Leser
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
3149
Leser
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
2674
Leser
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
2491
Leser
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
2064
Leser
Der amerikanische Autokonzern Ford erweitert seine Produktionskapazitäten in Russland. In Tatarstan entsteht ein Motorenwerk, außerdem soll ein weiteres Modell vor Ort produziert werden.
1792
Leser
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.
1762
Leser
Der Ingolstädter Autobauer steckt Milliardensummen in neue Fahrzeuge und den Ausbau der Produktion. Dies kündigte Unternehmenschef Rupert Stadler auf der Audi-Hauptversammlung an. Dort wurde auch Ursula Piech in den Aufsichtsrat gewählt.