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Volvo schraubt Europaziele für 2013 herunter
Neuer Volvo-Chef Hakan Samuelsson: Der Volvo-Chef rechnet mit weiterhin sinkenden Absatzzahlen in Europa.
(Foto: MAN)
Dienstag, 29. Januar 2013, 13.47 Uhr
Hakan Samuelsson, der Chef von Volvo, rechnet in Europa weiterhin mit sinkenden Verkaufszahlen. An seinen langfristigen Wachstumszielen hält der Hersteller aber fest.

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Bochum. Volvo schraubt seine Absatzziele in Europa herunter, will seinen Marktanteil aber halten. "Für 2013 haben wir uns ein realistisches Ziel vorgenommen. Wir wollen unseren Marktanteil halten, rechnen aber mit einem Absatzrückgang in Höhe des Marktdurchschnitts von etwa drei Prozent," sagte Volvo-Vorstandschef Hakan Samuelsson am Dienstag in Bochum beim CAR-Kongress der Universität Bochum-Essen.

Volvo sei nicht mehr auf der Suche nach einem breiten strategischen Partner, sondern sehe diese Funktion gut bei seinem Eigentümer, der chinesischen Geely-Gruppe, aufgehoben, sagte Samuelsson. Seit dem Verkauf von Volvo durch Ford hatten die Schweden jahrelang erfolglos versucht, eine umfassende Kooperation oder Allianz mit einem anderen westlichen Autobauer zu schließen, um so den Nachteil seiner vergleichsweise kleinen Fertigungsvolumina auszugleichen.

"Der Kostenvorteil durch größere Volumina wird meines Erachtens überschätzt," sagte Samuelsson. Die Seriengrößen etwa bei Fensterhebern seien bei Volvo pro Modell betrachtet nicht viel kleiner als bei großen Volumenherstellern. Eine Lösung müsse aber für das kleinste Modell der Schweden gefunden werden, den V40, räumte Samuelsson ein. "Da brauchen wir eine Partnerschaft, um Volumen zu generieren. Wir prüfen derzeit, ob wir das gemeinsam mit Geely in Angriff nehmen können."

"Wir haben Fehler gemacht"
In Amerika, dem Hauptmarkt der Schweden, erwarte er aber ein Absatzplus von fünf Prozent und in China wieder von sieben bis acht Prozent, so Samuelson. 2012 war der Absatz der Schweden in Europa um bittere zehn Prozent auf 227.027 Einheiten eingebrochen. Weltweit hatte der Pkw-Bauer 6,1 Prozent an Volume eingebüßt und nur noch 422.000 Fahrzeuge verkauft. Besonders bitter war der Einbruch in China, wo die Schweden trotz ihrer Unterstützung durch den chinesischen Eigentümer Geely elf Prozent weniger Neuwagen verkauften und nur noch auf knapp 42.000 Einheiten gekommen waren. In den USA und Russland hatte Volvo dagegen zugelegt.

"Wir haben in einigen Bereichen Fehler gemacht," räumte Samuelsson ein, der im vergangenen Oktober das Amt von dem entlassenen deutschen Vorstandschef Stephan Jacoby übernommen hatte. In China, wo Volvo besonders ehrgeizige Wachstumspläne hat, habe man zu wenig in den Vertrieb und in die Ausbildung der Verkäufer investiert. Das werde zur Zeit geändert. "Wir werden dort auch unsere Zielgruppen viel präziser ansprechen als bisher", sagte der Volvo-Chef. Nicht zuletzt das Scheitern in China hatte Jacobys Position bei Geely-Chef Li Shifu nicht gerade gestärkt. Der Vertriebschef für China wurde mittlerweile ausgewechselt.

Wegen der deutlich geschrumpften Nachfrage hatte Volvo vor einigen Wochen seine Produktion in Göteborg und Gent in Belgien zurückgefahren. Alle Zeitarbeiter seien mittlerweile entlassen, sagte Samuelsson in Bochum. "Ich hoffe, dass wir den Boden dieser Entwicklung gesehen haben und dass wir keine weiteren Kapazitätsanpassungen brauchen."

Trotz der Rückschläge in Europa und China bekräftigte Samuelsson die Fernziele des Herstellers: Volvo wolle ab 2020 weltweit auf jährlich rund 800.000 Fahrzeuge kommen, was fast einer Verdoppelung des Volumens gleichkommen würde. "Die Hälfte dieses Wachstums wollen wir in China erzielen, wo wir ab 2020 mit 200.000 Einheiten rechnen. Die andere Hälfte des Wachstums soll aus Europa und Amerika kommen."
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