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Opel-Vertriebschef Rieck wird nach sieben Monaten entlassen
Alfred Rieck: Der ehemalige Skoda-Vertriebschef in China ist aus Sicht von General Motors nicht zügig genug mit dem Sanierungskurs vorangekommen. (Foto: Opel)
Opel-Vertriebsvorstand Alfred Rieck hört nach nur sieben Monaten im Amt bereits wieder auf. Das hat der Autobauer inzwischen per Pressemitteilung bestätigt.
Wird GM Karl-Thomas Neumann ausreichend freie Hand lassen, um Opel sanieren zu können?
Rüsselsheim. Opel-Vertriebsvorstand Alfred Rieck muss das Unternehmen schon sieben Monaten nach seinem Start wieder verlassen. Aus Aufsichtsratskreisen hieß es am Freitagnachmittag, Rieck sei der schwierigen Aufgabe nicht in vollem Umfang gewachsen gewesen. Opel veröffentlichte daraufhin am Abend eine Pressemitteilung, in der das Unternehmen das Ausscheiden von Rieck bestätigte. Rieck habe "auf eigenen Wunsch" seine Ämter niedergelegt, hieß es darin. "Wir respektieren Alfred Riecks Entscheidung und wünschen ihm für seine berufliche Zukunft alles Gute", erklärte Aufsichtsratschef Steve Girsky. Rieck (56) selber schrieb in einer E-Mail an verschiedene Opel-Händler in Deutschland, er habe am Morgen sein Amt als Vorstand niedergelegt. Gründe nannte er darin zunächst nicht. "Die Aufgaben, die an Alfred Rieck gestellt wurden, waren eine Nummer zu groß für ihn", hieß es aus Aufsichtsratskreisen. AR-Chef Stephen Girsky wolle keine Zeit verlieren und dränge auf rasche Fortschritte auf allen Ebenen. Deshalb habe sich Girsky auch am Montag in dem Brief an die Belegschaft in Bochum gewandt. Opel bestätigte auch Berichte aus dem Umfeld des Unternehmens, wonach der derzeitige Vauxhall-Markenchef Duncan Aldred (43) die Funktionen von Rieck interimsweise übernehmen werde, bis ein endgültiger Nachfolger benannt sei. "Duncan Aldred beweist mit seiner Arbeit Tag für Tag, dass unser Geschäftsplan funktioniert und dass unsere neuen, attraktiven Modelle der Schlüssel zum Erfolg sind", erklärte Aufsichtsratschef Girsky. Seit seiner Ernennung zum Managing Director von Vauxhall im Januar 2010 habe Aldred erfolgreich am weiteren Aufbau der Marke Vauxhall gearbeitet und sie zu der am schnellsten wachsenden Marke für Privatkunden im Vereinigten Königreich gemacht.
Duncan Aldred Der Vauxhall-Chef soll vorläufig auch den gesamten Opel-Vertrieb leiten. Er könnte aber die Chance nutzen, um sich dauerhaft für dieses Amt zu empfehlen. (Foto: Opel)
Kreise: Vor dem Eintreffen von Neumann sollen Baustellen bereinigt werden Aldred wird aber nicht in den Vorstand des Unternehmens einrücken. Er werde das Amt kommissarisch zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Chairman und Managing Director von Vauxhall Motors übernehmen, erklärte das Unternehmen. Vauxhall gilt bei Opel als Benchmark, denn in Großbritannien ist die Schwestermarke der Rüsselsheimer die zweitgrößte Marke nach Ford. In mehreren Segmenten besetzt Opel/Vauxhall in Großbritannien Spitzenpositionen - ganz anders als in Deutschland. Rieck wurde noch von Ex-Opel-Chef Stracke geholt und mit einem ungewöhnlich lange laufenden Einstiegsvertrag ausgestattet. Aus dem Vertriebsumfeld der Rüsselsheimer heißt es, Girsky und Sedran seien von Riecks Berufung wenig angetan gewesen, weil sie sich zu wenig eingebunden fühlten. Da nun Karl-Thomas Neumann kurz vor dem Sprung auf den Opel-Chefsessel stehe, sei für Rieck die Zeit des Abschieds gekommen. Als Rieck noch für Skoda in China tätig war hatte er sein Büro auf demselben Flur wie Neumann. "Das sind aber auch schon alle Gemeinsamkeiten der beiden aus dieser Zeit", hieß es aus dem Opel-Umfeld. "Vor dem Start von Neumann will man so weit wie möglich aufräumen, damit der neue CEO nicht nur auf Baustellen trifft", hieß es weiter im Umfeld des Unternehmens. Neumann solle einen guten Start bekommen und sich nicht sofort um schwierige Spitzenämter kümmen müssen.
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