Die Entscheidung gegen das Klimamittel R1234yf wird den Daimler-Konzern einem Medienbericht zufolge allein in den USA einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.
Wichtige Kennzahlen des Autobauers Daimler im ersten Quartal 2013
München. Der Autobauer Daimler hat sich aus Sicherheitsgründen gegen die Nutzung des Kältemittels R1234yf entschieden. Diese Entscheidung wird den Stuttgarter Konzern einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag) zufolge "einen dreistelligen Millionenbetrag kosten".
Hintergrund: In den Vereinigten Staaten gibt es Gutschriften von der Regierung für das umweltfreundliche Klimamittel. Diese werden auf den CO2-Ausstoß der Autobauer angerechnet. Die Verwendung von R1234yf hätte Daimler je nach Modell zwischen 7,5 und 9,4 Gramm pro Meile eingebracht, das entspricht vier bis fünf Prozent des Verbrauchswerts. "Das müssen wir jetzt teurer anders generieren", sagte Walter Pütz, Leiter der Fahrzeugzertifizierung, der "FAZ". Darüber hinaus hat Daimler einen Vertrag mit dem Chemiekonzern Dupont, dem Hersteller von R1234yf, der den Konzern zur Abnahme großer Mengen des jetzt verschmähten Mittels zwingt.
Wie es weitergeht, ist noch unklar. Das alte Kältemittel weiter zu verwenden, wie es Daimler derzeit macht, ist verboten. Das KBA hat angekündigt, Daimler zum Einsatz eines erlaubten Kältemittels zu drängen. Nur: Es gibt keine Alternative: Das in langer Arbeit entwickelte R1234yf hat sich als zu gefährlich erwiesen, für CO2 müssten die Klimaanlagen aufwändig umgerüstet werden. EU-Industriekommissar Antonio Tajani hat bereits angekündigt, ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten, wenn einzelne Länder die Regeln nicht umsetzen. Mercedes hat um eine Frist von sechs Monaten gebeten, um weitere Tests durchzuführen. Doch eine Lösung für das Dilemma ist nicht in Sicht. "Die Konsequenzen sind extrem komplex und schwerwiegend", sagt Stefan Geyer, Ingenieur und Leiter der Versuchsabteilung von Mercedes.
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