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EU-Auflagen dürften Autos teurer machen
Auspuff: Die von der EU vorgegebenen CO2-Grenzwerte könnten Autos erheblich teurer machen.
(Foto: O. Fischer/Pixelio)
Autor:
Stefan Wimmelbücker
swimmelbuecker@craincom.de
Montag, 14. Januar 2013, 15.12 Uhr
Die von der Europäischen Union festgelegte Grenze von 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer wird die Entwicklung von Autos Medienberichten zufolge deutlich verteuern und sich auf die Neuwagenpreise auswirken.

Hintergrunddaten zum Thema:
06/2013
Der Neuwagen-Absatz in Deutschland ist im Januar 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken.

06/2013
Der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Neuwagen ist in Deutschland von 2011 bis 2012 bei fast allen Marken gesunken.

26/2012
Die Zahl der im Jahr 2012 in Deutschland zugelassenen Neuwagen entspricht fast genau den Prognosen der Verbände ZDK, VDA und VDIK.

München. Eine Studie der Regierungsberatung-Organisation ICCT (International Council on Clean Transportation) geht davon aus, dass die EU-Auflagen zum Klimaschutz die Entwicklung von Neuwagen um etwa 1000 Euro pro Fahrzeug verteuern werden. Das berichten übereinstimmend "Die Welt" und der "Focus". Aufgrund der zusätzlichen Kosten würden Neuwagenpreise in den kommenden Jahren stark steigen. Die Studie rechnet allerdings mit deutlich geringeren Mehrkosten als die Europäische Union.

Bei der Vorstellung der Gesetzesinitiative im vergangenen Jahr ging zum Beispiel Klimakommissarin Connie Hedegaard von etwa der doppelten Summe aus. Um den Schock für die Autofahrer zu mildern, rechnete sie sogleich vor, wie viel Geld die Autofahrer durch den geringeren Verbrauch sparen würden. Die Pläne sehen vor, das der durchschnittliche Ausstoß von CO2 von heute 136 Gramm pro Kilometer bis 2015 auf 130 und bis 2020 auf 95 Gramm gesenkt werden soll.

Die neue Studie basiert nicht auf Schätzungen von Herstellern und Experten, sondern auf Berechnungen von Ingenieurdienstleistern. Das Ergebnis: Um die geplante CO2-Grenze von 95 Gramm pro Kilometer einhalten zu können, wäre pro Fahrzeug ein Mehraufwand von 960 Euro nötig. Nach Einschätzung des ICCT sind nur wenig Hybridautos und kaum Elektrofahrzeuge nötig, um die Klimaziele zu erreichen, zudem müssten keine neuen Technologien entwickelt werden.

VDA: Alternative Antriebe unverzichtbar
Die Autobranche sieht das anders: Zum einen würde die Kurve der geforderten Einsparungen stark ansteigen, zum anderen könnten bisherigen Erfolge bei der Verbrauchsreduzierung auch nicht einfach fortgeschrieben werden: "Von 2006 bis 2015 reduzieren die europäischen Hersteller die CO2-Emissionen von 160 auf 130 Gramm pro Kilometer. Das sind 19 Prozent in neun Jahren", sagte Matthias Wissmann,  der Präsident des deutschen Autoherstellerverbands VDA, der "Welt". "Im nächsten Schritt sollen es bis 2020 nochmals 35 Gramm pro Kilometer eingespart werden – das sind 27 Prozent in nur fünf Jahren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen demnach sieben Gramm pro Jahr eingespart werden." Um das angestrebte Ziel zu erreichen müssten deshalb seiner Ansicht nach "ein erheblicher Anteil" der Autos mit alternativen Antrieben ausgerüstet werden.

Wissmann plädierte erneut für eine stärkere Berücksichtigung von Elektroautos bei der Berechnung des Flottenverbrauchs. Er befürchtet eine Benachteiligung deutscher Autobauer gegenüber Konkurrenten wie PSA und Fiat, die hauptsächlich Kleinwagen produzieren.
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