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Drohende Mehrkosten
Autor:
Klaus-Dieter Flörecke
kfloerecke@craincom.de
Montag, 07. Januar 2013, 00.03 Uhr
Die Branche der Entwicklungsdienstleister, die ihre Fachkräfte häufig bei den Kunden in der Autoindustrie einsetzt, befürchtet Mehrkosten. Seit dem 1. November 2012 gelten in der Metall- und Elektroindustrie sowie in der chemischen Industrie die tariflichen Branchenzuschläge. Mit zunehmender Einsatzdauer erhalten Zeitarbeiter dann mehr Geld, um die Lohnlücke zur Stammbelegschaft zu schließen.

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München. Die Branche der Entwicklungsdienstleister, die ihre Fachkräfte häufig bei den Kunden in der Autoindustrie einsetzt, befürchtet Mehrkosten. Seit dem 1. November 2012 gelten in der Metall- und Elektroindustrie sowie in der chemischen Industrie die tariflichen Branchenzuschläge. Mit zunehmender Einsatzdauer erhalten Zeitarbeiter dann mehr Geld, um die Lohnlücke zur Stammbelegschaft zu schließen. „Die Einführung von Branchenzuschlägen führt nach meiner Einschätzung nicht zu einer direkten Beeinträchtigung der laufenden Projekte", erklärt Thomas Aukamm, Konzerngeschäftsführer Vertrieb beim Engineeringunternehmen Rücker. Er verweist darauf, dass diese Projekte „nahezu immer auf der Basis von Werkverträgen abgearbeitet werden".
Beim Entwicklungsdienstleister Bertrandt, bei dem weniger als zehn Prozent der Mitarbeiter von den neuen tariflichen Regelungen betroffen sind, ist man noch vorsichtig in der Einschätzung: „Allgemein ist der Prozess noch sehr jung. Die Dinge sind erst seit Kurzem installiert und noch im Fluss. Deshalb ist es für uns derzeit nicht seriös abschätzbar, welche konkreten Auswirkungen die neuen Regelungen haben werden." „Fest steht, dass die Forderung des Gesetzgebers nach Equal Pay dazu beitragen kann, dass die Kosten für Forschung und Entwicklung tendenziell steigen", erklärt Bernd Gilgen, Geschäftsführer des Entwicklungsdienstleisters M Plan. Unter dem Strich sorge der Tarifabschluss mit der IG Metall dafür, dass Kunden mithilfe der Dienstleistungen von M Plan „ihre Entwicklungskosten weiterhin variabel gestalten können", beruhigt Gilgen, dessen Unternehmen einen Haustarifvertrag hat.
Auch Rücker-Geschäftsführer Aukamm sieht „kein wirkliches Risiko" durch Equal Pay. Jedenfalls „solange der Kunde bereit ist, hierfür auch die Kosten zu tragen". Viele Kunden in der Automobilindustrie verstünden dies und seien bereit, die Mehrkosten zu übernehmen. Doch es gebe Ausnahmen. „Andere wenige glauben, dass eventuelle Mehrkosten bereits über eine Verringerung der Marge gedeckt seien. Dies ist aber nicht so, da die Margen im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bereits so unglaublich gering sind, dass weitere Zusatzkosten nicht von dem jeweiligen Dienstleister getragen werden können, ohne noch Geld für diese Dienstleistung mitzubringen." Aukamm sieht das Risiko einer Zweiklassengesellschaft bei den Dienstleistern: auf der einen Seite Mitarbeiter mit Werkvertrag, auf der anderen Beschäftigte in der Arbeitnehmerüberlassung, „die über Zuschläge möglicherweise mehr verdienen könnten als ihre Kollegen in den Büros unserer Standorte". Aukamm rechnet damit, dass die Kunden nun vermehrt zur Vergabe von Werkverträgen tendieren werden, um möglichen Kosten im Rahmen des Equal Pay auszuweichen. Auch RLE-Chef Ralf Laufenberg befürchtet höhere Kosten. Bei RLE sind von der Neuregelung gut 20 Prozent der Mitarbeiter im Inland betroffen. Er rechnet mit Mehrkosten in Höhe von einer Million Euro.
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