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Daimler beharrt auf altem Kältemittel
Mercedes-Benz A-Klasse: Dem neuen Modell könnte im Extremfall der Entzug der Betriebserlaubnis drohen.
(Foto: Daimler)
Autor:
Stefan Wimmelbücker
swimmelbuecker@craincom.de
Mittwoch, 02. Januar 2013, 17.43 Uhr
Der Autobauer Daimler bleibt hart: Einem Agenturbericht zufolge hält er weiterhin an dem eigentlich seit Jahresanfang verbotenen Kältemittel R134a fest. Das neue Kältemittel hatte bei einem Unternehmens-internen Test einen Brand ausgelöst.

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Stuttgart. Daimler bleibt auf Konfrontationskurs zur Europäischen Union. Wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet, weigert sich der Autobauer, das neue Kältemittel R1234yf einzusetzen, das seit Jahresanfang vorgeschrieben ist. "Wir gehen davon aus, dass uns nichts anderes übrigbleibt, als das neue Mittel nicht einzusetzen" sagte ein Daimler-Sprecher.

Eigentlich hätte der Grenzwert zur Umweltverträglichkeit von Klimaanlagen schon ab 2011 gelten sollen. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten des neuen Kältemittels duldete die EU den Einsatz des alten Mittels jedoch bis ende 2012. In alten Modellen, also solchen, die bereits eine Typgenehmigung haben, darf R134a sogar noch bis Ende 2016 eingesetzt werden.

Das neue Mittel mit dem Namen R1234yf hat zwar vergleichsweise gute Umwelteigenschaften, es war aber aufgrund seiner Gefährlichkeit schon seit Längerem umstritten. Vor einigen Wochen fing ein damit betankter Mercedes bei einem Daimler-Crashtest Feuer. Daraufhin hat der Ersteller beschlossen, auf den Einsatz des Mittels zu verzichten. Betroffen sind die Kompaktmodelle A-Klasse und B-Klasse sowie der Sportwagen SL.



VDA für Ausnahmegenehmigung
Daimler rechnet seinem Sprecher zufolge nicht mit Strafen aufgrund seines Verstoßes gegen die EU-Richtlinie. Man befinde sich in Gesprächen mit den EU-Behörden und den Kraftfahrtbundesamt (KBA), hieß es. "Die Gespräche verlaufen gut." Daimler hofft auch eine Ausnahmegenehmigung, um weiter das alte Kältemittel verwenden zu dürfen. Der VDA unterstützt diesen Vorschlag. "Es muss klar sein, dass ab 1. Januar 2013 weiterhin das herkömmliche Mittel R134a eingesetzt werden kann", sagte VDA-Geschäftsführer Ulrich Eichhorn schon im vergangenen Jahr der Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport". "Hier ist – auch von Brüssel – eine Klare Abwägung zwischen Klimaschutz und Sicherheit vorzunehmen."

Der bayerische Konkurrent BMW beobachtet einem Sprecher zufolge die Entwicklung: "Wir nehmen sehr ernst, was sich da ergeben hat." Allerdings steht BMW nicht so sehr unter Zeitdruck wie Daimler, weil die Münchner derzeit kein neues Modell zertifizieren lassen müssen.
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