Während Absatz und Umsatz wachsen, schmilzt der Gewinn der Pkw-Sparte zusammen. Allen... » mehr lesen
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Zwei-Klassen-Weihnachtsfest
Fahrzeugbau bei VW: In den meisten Fabriken des Herstellers werde der Betrieb ab Weihnachten für zwei Wochen ruhen, heißt es aus der Zentrale in Wolfsburg. An Standorten für die Fertigung besonders gefragter Komponenten wird nach Bedarf auch in diesem Zeitraum gearbeitet. Etwa in Teilbereichen des Werks Kassel, speziell in der Montage von DSG-Getrieben und in der Gießerei für Getriebegehäuse. (Foto: VW)
Autor: Von Henning Krogh, Klaus-Dieter Flörecke, Michael Knauer, Pia Krix, Matthias Krust
Sonntag, 09. Dezember 2012, 09.00 Uhr
In der Autoindustrie zeichnet sich kurz vor dem Jahreswechsel immer deutlicher ein geteilter Ausblick auf 2013 ab. Premiumanbieter wie Audi, BMW und Porsche können sich über hohe Auftragsbestände freuen. Im Volumengeschäft hingegen nimmt vielerorts die Besorgnis zu.
In Europa gelten aktuell und auch in Zukunft die strengsten CO2-Grenzwerte.
Hamburg. Die deutsche Autoindustrie entwickelt sich zum Jahreswechsel zur Zweiklassengesellschaft. Während Premiumanbieter ihre Belegschaft nur möglichst kurz in die Weihnachtsferien schicken, wächst bei vielen Volumenherstellern und Zulieferern die Sorge vor einem Krisenjahr 2013. Daher weiten einige Unternehmen ihre Betriebsruhe aus. Das ergab eine Umfrage der Automobilwoche. BMW sieht seine Werke weiterhin gut ausgelastet, betonte eine Sprecherin. Über Weihnachten und zwischen den Jahren gibt es daher nur "standardmäßige" Produktionsunterbrechungen. Für das erste Halbjahr 2013 sind sogar Sonderschichten angekündigt. Auch bei Audi läuft die Produktion der Standorte "weiterhin auf deutlich hohem Niveau", sagte eine Sprecherin. Porsche macht in Stuttgart zwei Wochen Weihnachtsferien, in Leipzig sind es drei. Der Grund: Umbaumaßnahmen für die Produktion des neuen Kompakt-SUV Macan. Daimler plant für die meisten Standorte ebenfalls zwei freie Wochen. Im ungarischen Werk Kecskemét wird die Betriebsruhe aufgrund der hohen Nachfrage bei Kompaktwagen auf eine Woche verkürzt.
Autoabsatz in Europa unter Druck Auch VW hält überwiegend zwei Wochen Betriebsruhe. An Standorten für gefragte Komponenten, etwa im Werk Kassel in der Montage von Doppelkupplungsgetrieben und in der Gießerei für Getriebegehäuse, wird nach Bedarf auch in diesem Zeitraum gearbeitet. Opel lässt die Arbeit in den Weihnachtsferien ruhen und fährt Werke "individuell" ab der ersten Januarwoche wieder an. "Der europäische Gesamtfahrzeugmarkt ist unter Druck", sagte ein Sprecher. Bei Ford in Köln wird vom 17. Dezember bis zum 1. Januar nicht produziert. Der Zulieferer ZF legt aufgrund hoher Nachfrage bei Automatikgetrieben in diesem Segment "keine oder nur kurze Betriebsruhen" ein. Schaeffler erwägt Schließungstage und den Abbau von Zeitkonten.
Arbeitgeber und IG Metall haben sich in Bayern auf den neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Kfz-Gewerbes geeinigt. Unterm Strich ähnelt das Ergebnis dem Abschluss in der Industrie.
Im Bochumer Opel-Werk ruhte am Dienstag die Arbeit für mehrere Stunden die Arbeit, während die Beschäftigten an einer Informationsveranstaltung teilnahmen.
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
Der erste Fünfer startete 1972 durch, jetzt bringt BMW die überarbeitete Version der sechsten Generation: Sie steht ab 20. Juli bei den Händlern. Für Limousine und Kombi bietet der Autobauer vier Benzin- und sechs Dieselantriebe an. Als Spitzenmotorisierung dient ein neuer V8-Antrieb mit 450 PS.
In Europa beklagt sich die Autobranche mit wachsender Verzweiflung über die unaufhaltsam scheinenden Marktanteilsgewinne der koranischen Autobauer. In Korea jedoch sehen sich inzwischen auch Hyundai und Kia einer wachsenden Schar erfolgreicher Importeure aus Deutschland gegenüber - wenn auch nur in dem prestigeträchtigen Segment der Luxuswagen.
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
Wenn sich ein Auto nicht mehr per mechanischer Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern steuern lässt, dürfte das viele Fahrer erst einmal irritieren. Dabei ist Steer-by-Wire - also das Lenken per Datenkabel - potenziell sicherer. Dennoch wird es vorerst die Ausnahme bleiben.
In der EU wird heftig um schärfere CO2-Grenzwerte für Autos gerungen. Aus deutscher Sicht könnten diese große Nachteile für einheimische Oberklasse-Hersteller bringen. Der mächtige Branchenverband VDA hat nun der Kanzlerin geschrieben.
War das nur ein Missverständnis, oder vielleicht doch eher Missmanagement? Opel hat am Freitag seine Haltung korrigiert, das Werk Bochum bereits Ende 2014 vollständig zu schließen. Nun hat der Vorstand umdisponiert, das Warenverteilzentrum mit derzeit 430 Arbeitsplätzen soll doch noch bis ins Jahr 2016 hinein bestehen bleiben.
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.