Porsche hat sich ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. Die Sportwagenmarke wird dehalb ihr Vertriebsnetz massiv ausbauen. Vor allem in China, wo die Marke die jüngste und die weiblichste Kundschaft hat, sagt Porsche-Vetriebschef Bernhard Maier im Interview mit der Automobilwoche.
Die Rangliste der in Deutschland verbrauchten Biokraftstoffe führt seit Jahren mit deutlichem Abstand Biodiesel an.
Herr Maier, wie läuft es derzeit bei Porsche? Spüren Sie schon einen Abschwung? Die Zahlen bis Oktober kennen sie ja, und der November war der beste in der Geschichte des Unternehmens.
China ist derzeit für Porsche der wichtigste Wachstumsmarkt. Nun ist China kein Sportwagenmarkt. Wird sich das ändern? Vor elf Jahren haben wir in China 300 Einheiten verkauft. In diesem Jahr werden wir wohl die 30.000 Einheiten überschreiten. Seit zwei Jahren ist China nach den USA unser zweitgrößter Einzelmarkt, vor Deutschland, wo wir 17.000 Einheiten absetzen. In den USA werden es über 35.000 sein....
Dann wird China bald USA überholen? Es gibt ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. China hat die Möglichkeit, in den nächsten zwei bis drei Jahren unser Nummer-eins-Markt zu werden.
Müssen Sie dazu dort mehr Sportwagen verkaufen? Die Grundbedürfnisse nach Mobilität und Transport werden in den sich entwickelnden Märkten auch im Premium- und Luxussegment zunächst durch Limousinen und geräumigere Fahrzeuge erfüllt. Erst danach rücken auch Sportwagen ins Blickfeld der Kunden. Schon jetzt ist China für 911 und Boxster unser viertwichtigster Markt. Das zeigt, welches Potenzial in diesem Markt noch steckt. Das Sportwagensegment ist in China noch relativ klein, wächst aber viel schneller als der Gesamtmarkt. Wir merken, dass das Thema Sportwagen dort eine wachsende Aufmerksamkeit erhält.
Was müssen Sie dafür tun? Wir haben in China an diesem Wochenende den ersten Spatenstich für eines der großen Porsche Driving Experience Centre gefeiert, dass unmittelbar an die Formel-1-Strecke in Schanghai grenzt.
Ist denn ein Porsche in China ein Statussymbol, oder nicht doch eher die große Limousine? Noch vor zehn Jahren hatten viele reiche Chinesen keinen Führerschein und ließen sich chauffieren. Das hat sich geändert, vor allem bei den jüngeren Menschen. Das Durchschnittsalter unserer Kunden in den westlichen Märkten liegt bei 50 Jahren, in China sind es knapp 40 Jahre. Und wir haben den mit Abstand größten Anteil an weiblichen Kunden von knapp 30 Prozent. In Deutschland sind es 12, in den USA 16 Prozent. Übrigens: In allen Ländern wächst der Anteil weiblicher Kunden.
Wissen die Chinesen eigentlich vom Mythos der Marke Porsche, von James Dean, Le Mans, der Tradition des 911? Bei unseren Kunden haben wir es oft mit Menschen zu, die eine stark westlich geprägte Ausbildung haben und sich über das Internet weltweit informieren. Wir haben bei den Menschen in China ein sehr scharfes Markenbild, wie in anderen Länger auch. Wir stehen für Sportlichkeit, Engineering, Motorsport.
Dabei ist Porsche im Motorsport mit eigenen Teams kaum vertreten, weder in der Formel-1 noch bei der Le-Mans-Rennserie. Der Porsche Markencup (Porsche Carrera Cup Asia Pacific), der im Vorprogramm einiger Formel-1 Rennen läuft, ist in Asien sehr populär. Wir haben uns darüber hinaus entschieden, 2014 in der LMP1-Klasse in die WEC-Serie einzusteigen. Da wird es voraussichtlich neben Le Mans auch einen Lauf in China geben.
Porsche will seinen Absatz weltweit mittelfristig verdoppeln. Muss da nicht auch das Händlernetz dementsprechend mitwachsen? Wir werden bis Ende diesen Jahres weltweit 780 Händler haben. Bis zum Ende der Dekade sollen es 1000 sein, 100 davon in China. Aber auch in Indien, Brasilien, Südkorea, Südafrika, also überall dort, wo wir zusätzliches Marktpotenzial sehen, bauen wir das Händlernetz aus.
Porsche bringt mit dem Kompakt-SUV Macan eine weitere Modellreiche auf den Markt, die zur erfolgreichsten der Marke werden könnte. Müssen die bestehenden Händler für das neue Modell in Ausstellungsräume und den Service investieren? Nicht nur deshalb. Die bestehenden Händlerbetriebe werden aktuell geprüft auf die Fähigkeit, die künftige Volumen aber auch die technologischen Herausforderungen beherrschen zu können. Allein die deutsche Handelsorganisation wird in den nächsten zwei Jahren 200 Millionen Euro in ihre Betriebe investieren.
Betrifft das vor allem den Macan oder auch neue Technologien wie Plug-in-Hybrid, die Porsche auf den Markt bringen will? Sowohl als auch. Da geht es nicht nur im Investitionen in Gebäude und Werkzeuge, sondern auch in Mitarbeiter und Knowhow.
Wird Porsche den Sport Tourismo mit dem Plug-in-Hybrid-Antrieb, der in Paris stand, denn bauen? Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wir rechnen noch. Wir prüfen vor allem drei Dinge: Wie kommt das Design des Autos bei unseren Kunden an? Wie können wir neue Antriebstechnologien unterbringen? Die dritte Aufgabenstellung sind die neuen Bedienoberflächen. Das öffentliche Echo auf das Auto war aber sehr ermutigend.
Sie haben hier in Los Angeles den neuen Cayman vorgestellt. Braucht Porsche unterhalb dieses Modells einen kleineren Sportwagen? Diese Überlegung ist vom Tisch. Wir konzentrieren uns auf die Modelle, wie wir jetzt angeschoben haben. Das ist die größte Produktoffensive, die es in der 64jährigen Geschichte des Unternehmens gegeben hat. Beim 911 wird es noch eine ganze Reihe von Varianten geben wie die GT- und Turbo-Modelle. Dann werden wir im nächsten Jahr den Macan auf den Markt bringen und Ende nächsten Jahres den Supersportwagen 918. Wir haben wirklich alle Hände voll zu tun.
Aber ein Vierzylinder im Boxster oder Cayman als Abrundung nach unten oder ein Achtzylinder-Sportwagen oberhalb des 911 Turbo sind möglich? Da gibt es viele Möglichkeiten. Da wird es von Porsche in den nächsten Monaten und Jahren noch die eine oder andere Überraschung geben. Entscheidungen sind aber nicht endgültig gefällt.
Mit der Zahl der Modelle und Varianten wächst auch im Handel die Komplexität. Bei Audi und BMW weicht man schon auf virtuelle Showrooms aus, um die vielen Modelle noch zeigen zu können. Ein Vorbild auch für Porsche? Das ist ein interessanter Ansatz. Wir haben eine mobile Markenwelt gebaut, die im nächsten Jahr auf Tour geht und in einzelnen Städten aufgebaut wird. Das haben wir vergangenes Jahr in Peking in einem Einkaufszentrum erfolgreich getestet. Da ging es auch darum, die Historie und den Markeninhalt von Porsche, aber auch die neuesten Produkte zu präsentieren. Das werden wir im zweiten Halbjahr 2013 in Städten in China, Brasilien, Indien aber auch in den reifen Märkten bei entsprechenden Gelegenheiten wiederholen.
Was erwarten Sie vom Jahr 2013? Ich habe leider keine größere Glaskugel als alle anderen. Wir fahren auf Sicht. Schon wegen der vielen Produkte, die wir 2013 auf den Markt bringen, bleibe ich vorsichtig optimistisch. Wir sind gut vorbereitet..
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
Der amerikanische Autokonzern Ford erweitert seine Produktionskapazitäten in Russland. In Tatarstan entsteht ein Motorenwerk, außerdem soll ein weiteres Modell vor Ort produziert werden.
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.
Der Ingolstädter Autobauer steckt Milliardensummen in neue Fahrzeuge und den Ausbau der Produktion. Dies kündigte Unternehmenschef Rupert Stadler auf der Audi-Hauptversammlung an. Dort wurde auch Ursula Piech in den Aufsichtsrat gewählt.