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Bosch verkauft US-Tochter RTI an Mahle
Mahle-Hauptverwaltung in Stuttgart: Der Zukauf soll das weltweite Filtergeschäft beflügeln vor allem in Bezug auf die eigenen Fahrzeuginnenraum-Luftfilter für Pkw- und Nutzfahrzeuge.
(Foto: Mahle)
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Donnerstag, 29. November 2012, 13.31 Uhr
Mit der Trennung erfüllt Bosch eine Auflage der US-Wettbewerbsbehörde FTC und macht den Weg für die Übernahme des Werkstattausrüsters SPX frei. Durch den Zukauf stärkt Mahle das wichtige Aftersales-Geschäft.

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Ann Arbor (Michigan/USA). Kolbenhersteller Mahle kauft von Robert Bosch die US-Firma RTI Technologies, die auf Wartungsgeräte unter anderem für Klimaanlagen spezialisiert ist. "RTI Technologies bietet Mahle eine außergewöhnliche Gelegenheit, unser Geschäft auf den Bereich Werkstattausrüstung im Automobil-Ersatzteilmarkt zu erweitern", sagt Dan Moody, Geschäftsführer für das Ersatzteilgeschäft in Nordamerika des Stuttgarter Autozulieferers.
Mit dem Verkauf hat Bosch die Auflagen der US-Kartellbehörde FTC erfüllt und den Weg für die milliardenschwere Akquisition des Werkstattausrüsters SPX frei gemacht, die schon im Januar angekündigt worden war. "Wir können den Kauf nun abschließen und werden das in wenigen Tagen offiziell verkünden", so Bosch-Sprecher Udo Rügheimer auf Nachfrage der Automobilwoche. Die FTC hatte eine Monopolstellung von Bosch befürchtet. Zu den Auflagen gehört auch, dass der Stuttgarter Autozulieferer und Technologiekonzern Konkurrenten Zugang zu bestimmten geschützten Techniken gewährt.
SPX Service Solutions entwickelt, produziert und vertreibt Diagnose- und Servicegeräte, Werkstattzubehör und Software für den weltweiten Automobilmarkt. Der Umsatz beläuft sich auf rund 660 Millionen Euro. Für die größte Übernahme in der Geschichte des Geschäftsbereichs Automotive Aftermarket zahlt Bosch 1,15 Milliarden US-Dollar (rund 883 Millionen Euro). 
RTI Technologies mit Hauptsitz in York, Pennsylvania (USA), erzielte im Jahr 2011 mit 60 Mitarbeitern einen Umsatz von 14,7 Millionen US-Dollar. Die Übernahme durch Mahle unterliegt bestimmten üblichen Abschlussbedingungen und soll voraussichtlich am 1. Januar 2013 abgeschlossen sein. Zum Kaufpreis wollte sich der in Stuttgart ansässige Zulieferer auf Nachfrage nicht äußern.

Aftermarket für Mahle langfristig wichtiges Geschäftsfeld
"Der Aftermarket stellt für Mahle weltweit langfristig einen wichtigen Vertriebsweg dar. Somit wird diese Akquisition unser Aftermarket-Angebot innerhalb unseres strategischen Produkt- und Dienstleistungsspektrums erweitern und uns zu einem der Marktführer in diesem Segment in Nordamerika machen", so Moody weiter. Außerdem rechnet Mahle damit, dass der Zukauf das weltweite Filtergeschäft beflügelt vor allem in Bezug auf die eigenen Fahrzeuginnenraum-Luftfilter für Pkw- und Nutzfahrzeug-Klimaanlagen. Der Aftermarket-Umsatz von Mahle lag 2011 bei 767 Millionen Euro.

RTI Technologies wurde im Jahr 1990 gegründet und bietet nach eigener Aussage eine breite Palette von Automobilwartungsgeräten, darunter Klimaservicegeräte, in Nordamerika. Zu den Stärken von RTI gehört laut Mahle die Fähigkeit, führende Lösungen für alle verfügbaren Kühlmittel anzubieten, die in mobilen Klimaanlagen eingesetzt werden.

RTI Technologies beliefert derzeit wichtige Erstausrüster weltweit mit Werkstattausrüstung. Es werden auch Geräte unter der Marke RTI im freien Aftermarket vertrieben. Als zukünftiges Mitglied des Mahle-Konzerns soll sich RTI Technologies auf kontinuierliches Umsatzwachstum und den Kundendienst in Nordamerika sowie auf potenzielle Geschäftserweiterungen in anderen Regionen konzentrieren.



Mahle mit sechs Milliarden Euro Umsatz
Mahle hat im 2011 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro erzielt und einen Vorsteuergewinn von 351 Millionen bzw. einen Jahresüberschuss von 231 Millionen Euro ausgewiesen. Der Konzern ist im Automobilzulieferungsgeschäft auf Kolbensysteme, Zylinderkomponenten, Ventiltrieb-, Luftmanagement- und Flüssigkeitsmanagement-Systeme spezialisiert. Alle Industrieaktivitäten  sind im Geschäftsbereich Industry gebündelt. Dazu zählen die Bereiche Großmotoren, Industriefiltration sowie Kühl- und Klimatisierungssysteme. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen circa 49.000 Mitarbeiter an über 100 Produktionsstandorten und in acht Forschungs- und Entwicklungszentren.
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