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Tarifbindung bei Zulieferer Lenze
Flagge mit IG-Metall-Logo: Hartmut Meine, Leiter der Gewerkschaft in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, sagte jüngst im Zusammenhang mit der Einigung bei Lenze: "Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs sind Ingenieurinnen und Ingenieure nicht länger bereit, tariflose Zustände mit ausufernden Arbeitszeiten hinzunehmen".
(Foto: feb)
Autor:
Henning Krogh
hkrogh@craincom.de
Dienstag, 27. November 2012, 15.23 Uhr
Der Automatisierungsanbieter orientiert sich künftig am Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Niedersachen. Als wichtigen Impuls für diesen Schritt stuft Gewerkschaftler Hartmut Meine den vielerorts zunehmenden Bedarf an Fachkräften ein. Auch andere Unternehmen wähnt der Funtionär daher "zum Handeln gezwungen, wollen sie ihre Beschäftigten halten.“

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Hamburg. Die IG Metall (IGM) hat sich mit dem auf Antriebs- und Automatisierungstechnik spezialisierten Unternehmen Lenze auf einen Tarifvertrag für dessen Engineering-Bereich geeinigt. Dort kommt nach Angaben der Gewerkschaft künftig das komplette Flächentarifvertragssystem der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen zur Anwendung. In der Vereinbarung sei die "spezifische Situation im Engineering-Bereich berücksichtigt" worden – zusätzliche Arbeitsumfänge können die Beschäftigten in Langzeitkonten angesparen.
Den Tarifabschluss kommentierte Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, mit den Worten: "Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs sind Ingenieurinnen und Ingenieure nicht länger bereit, tariflose Zustände mit ausufernden Arbeitszeiten hinzunehmen". Meine weiter: "Diesen Druck spüren immer mehr Unternehmen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und kehren zum Flächentarifvertrag zurück. Sie sind zum Handeln gezwungen, wollen sie ihre Beschäftigten halten".

Scharfe Schnitte in den "Wildwuchs bei den Arbeitsbedingungen"
Nach IGM-Angaben kommt die Übereinkunft rund 140 Ingenieurinnen und Ingenieuren an den Lenze-Standorten in Groß Berkel in der Region Hameln sowie in Braunschweig zugute. In Braunschweig unterhält der Automobilkonzern VW ein Werk, in dem Komponenten für Fahrwerke gefertigt werden. Nicht nur unter wechselwilligen Automotive-Expertinnen und -Experten gilt VW gilt als einer der bevorzugten Arbeitgeber in der Region.
Im Rückblick auf die Genese der neuen Tariflösung ergänzte Uwe Mebs, IG Metall-Bevollmächtigter in der Region Alfeld-Hameln-Hildesheim, dass die Unzufriedenheit über den "Wildwuchs bei den Arbeitsbedingungen" die Beschäftigten bei Lenze zu entsprechender Gegenwehr veranlasst habe. Mebs: "Die Unternehmensseite musste erkennen, dass die Zeiten von tariflosen Zuständen vorbei sind". Sein Fazit lautet: "Hochmotivierte Ingenieurinnen und Ingenieure sind nur zu Spitzenleistungen bereit, wenn die Arbeits- und Leistungsbedingungen stimmen".


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