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Wenn das Auto Körperkontakt aufnimmt
Autor: Jürgen Pander
Montag, 26. November 2012, 00.03 Uhr
Lenkrad, Pedale, Tasten und Bedienknöpfe – über diese Bauteile nimmt der Fahrer Kontakt zu seinem Auto auf. Und, fast vergisst man es, weil es so selbstverständlich ist, natürlich über den Sitz. Der Sitz ist die größte Kontaktfläche zwischen Mensch und Auto – und entsprechend wichtig für das Gesamtgefühl, das die Insassen im Fahrzeug entwickeln. Sitzt man weich oder hart, beengt oder bequem, tief ins Fahrzeug eingebettet oder eher erhöht obenauf?

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Stuttgart. Lenkrad, Pedale, Tasten und Bedienknöpfe – über diese Bauteile nimmt der Fahrer Kontakt zu seinem Auto auf. Und, fast vergisst man es, weil es so selbstverständlich ist, natürlich über den Sitz. Der Sitz ist die größte Kontaktfläche zwischen Mensch und Auto – und entsprechend wichtig für das Gesamtgefühl, das die Insassen im Fahrzeug entwickeln. Sitzt man weich oder hart, beengt oder bequem, tief ins Fahrzeug eingebettet oder eher erhöht obenauf?
Solche Fragen müssen Sitzeentwickler beantworten – und die Art der Antworten trägt entscheidend dazu bei, wie der Kunde das Auto wahrnehmen wird. „Sitze müssen komfortabel, sicher, beständig und umweltverträglich sein. Alles Eigenschaften, die zum Markenkern von Mercedes- Benz gehören. Daher bauen wir bereits seit 1919 Sitze in eigener Produktion", sagt Stefan Geyer, Leiter der Interieur-Entwicklung Mercedes-Benz Cars und damit auch verantwortlich für die Sitzeentwicklung. Allein in diesem Jahr wird die Sitzeproduktion im Mercedes- Werk in Böblingen-Hulb mehr als 400.000 Garnituren betragen. In Eigenregie gefertigt werden die Sitze für die Baureihen aus dem benachbarten Sindelfingen, also die Typen der S-, CL-, E-, CLS- und C-Klasse. In anderen Werken verbaut Mercedes übrigens Sitzanlagen der Zulieferer Johnson Controls, Lear und Faurecia.

Sitze müssen Alleskönner sein
„Die Ansprüche der Kunden an Sitze sind sehr hoch", sagt Mercedes- Manager Geyer. „Geräuschund Spielfreiheit werden vorausgesetzt, eine individuell einstellbare Körperabstützung, optimaler Klimakomfort und dazu eine Prise Sportlichkeit bei der Gestaltung der Konturen." Außerdem sind Sitze wesentliche Sicherheitselemente des Autos. Aktuell wird an der Integration von „noch intelligenteren Rückhalte- und Airbagsystemen" gearbeitet, an neuartigen Werkstoffen wie faserverstärkten Kunststoffen und Magnesium zur Gewichtsminimierung sowie an neuen Komfortsystemen, die Stress abbauen und die Insassen aktiv halten sollen.
Vor allem Letzteres würden die Sitze der kommenden S-Klasse-Generation auf völlig neue Art und Weise leisten. Immer mehr Funktionen, immer weniger Gewicht und außerdem möglichst schlank und platzsparend – die Anforderungen an den Autositz der Zukunft sind hoch. Der Entwicklungsdienstleister IFA Rotorion aus Haldensleben begegnet diesen Herausforderungen durch eine radikale Vereinfachung der Sitzstruktur. Beim Prototyp RCS wurde die übliche Zahl von etwa 100 Sitzbauteilen auf nur noch zwölf reduziert. Als Material kommen Faserverbundwerkstoffe zum Einsatz, was das Gewicht um rund die Hälfte senkt. „In drei bis vier Jahren könnte der RCS-Sitz serienreif sein", sagt Entwickler Christian Schulz. Für Lkw wird ein solcher Sitz jetzt mit Grammer realisiert.
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