Nur ein Jahr, nachdem der italienische Autohersteller eine neue Führungsstruktur verankert hat, geht Europa-Chef Gianni Coda in Ruhestand und übergibt die hohe Verluste schreibenden Aktivitäten an den bisherigen Iveco-Verantwortlichen.
US-Gewerkschaft will 342 Millionen Dollar
Der Streit von Fiat und der US-Gewerkschaft UAW geht in die nächste Runde: Die Gewerkschaft will für einen Anteil von 3,3 Prozent, den ihr eigener Pensionsfonds am US-Autohersteller Chrysler hält, 342 Millionen Dollar. Dies geht aus Unterlagen hervor, die der Fonds an einem US-Gericht eingereicht hat. Fiat will nur 139,7 Millionen Dollar bezahlen und beruft sich dabei auf eine Berechnungsformel, die beim Einstieg des italienischen Autoherstellers im Jahr 2009 an der damals insolventen Chrysler Group vereinbart worden war. Nun will die Gewerkschaft mehr herausschlagen, weshalb der Fall vor Gericht gelandet ist. Fiat hält derzeit 58,5 Prozent an Chrysler und will den Anteil schrittweise in den nächsten Jahren erhöhen. Bei 75 Prozent könnten beide Unternehmen verschmolzen werden, so dass der Cash-flow gemeinsam gemanaged werden könnte. Analysten zufolge braucht die Verluste schreibende Fiat Group dringend neue Mittel.
Turin (Italien). Fiat hat Alfredo Altavilla zum neuen Chef für die Europa-Aktivitäten und die Region Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) berufen. Der 49-Jährige ist bisher Chef des Nutzfahrzeugherstellers Iveco, der zur Fiat Industrial Gruppe gehört. Der Wechsel erfolgt, weil der Verantwortliche für das Europa-Geschäft beim italienischen Autohersteller, Gianni Coda, nach 33 Berufsjahren für Fiat und Fiat Industrial in Ruhestand geht. Coda war erst im September 2011 auf den neu geschaffenen Posten des Chief Operating Officer EMEA gerückt. Dies erfolgte, als eine neue Führungsstruktur etabliert wurde, das so genannte Group Executive Council (GEC). Das Gremium ist nach dem Vorstand das oberste Entscheidungsorgan für Fiat und den US-Hersteller Chrysler, an dem die Italiener heute 58,5 Prozent halten. Dabei wurde die Verantwortung (auch für das Ergebnis) für die einzelnen Marken und Regionen festgelegt. Fiat rechnet im laufenden Jahr mit einem Verlust im europäischen Geschäft von rund 700 Millionen Euro und im Jahr 2013 in etwa gleicher Höhe. Die Gewinnschwelle dürfte nach Einschätzung des italienischen Herstellers erst 2015 oder 2016 erreicht werden. Dazu soll eine neu formulierte Strategie beitragen, die zwei bis drei Jahre bis zur endgültigen Umsetzung benötigt: Dazu sollen die Marken Alfa Romeo und Maserati technologisch aufgerüstet in Richtung Premium gerückt werden. Außerdem will Fiat die Familie um den Kleinwagen 500 ausbauen und als Submarke verankern. Vorbild ist Mini von BMW. Die europäischen Werke, die derzeit bei einer Kapazitätsauslastung von 45 Prozent liegen, sollen Fahrzeuge für Chrysler und Jeep produzieren, die in den Export gehen sollen. Außerdem soll Jeep unter anderem mit kleinen SUVs die Nachfrage in Europa besser bedienen können.
Altavilla für Allianzen verantwortlich Altavilla war vor seinem Wechsel zu Fiat Industrial, wo die Italiener das Geschäft mit Nutzfahrzeugen wie Lkw (Iveco), Land- und Baumaschinen (Case New Holland) und andere Industrie-Aktivitäten zusammengefasst und abgespalten haben, unter anderem für die Powertrain-Einheit verantwortlich. Altavilla war außerdem für die Entwicklung von Allianzen mit anderen Autoherstellern verantwortlich. Beim Einstieg von Fiat bei Chrysler hat er eine Schlüsselrolle eingenommen. Der 66-jährige Coda begann seine Laufbahn für Fiat im Jahr 1979. Er gilt als Vertrauter von Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne. Dieser dankte Coda im besonderen für seine Arbeit als Einkaufschef, die er unter Marchionne übernommen hatte. Bei Fiat Industrial soll nun Richard Tobin die Integration von Iveco und Case New Holland (CNH) vorantreiben. Tobin übernimmt zusätzlich zur Führung von CNH den Posten des COO bei Fiat Industrial.
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
Auf der BMW-Hauptversammlung sprach sich Vorstandschef Norbert Reithofer gegen die neuesten CO2-Forderungen der EU aus. Er forderte von der Politik "verlässliche Rahmenbedingungen". Die neueste Forderung von 68 bis 78 Gramm CO2 pro Kilometer für 2050 sei "politisches Wunschkonzert" und habe "mit technischer Analyse oder Machbarkeit nichts, aber auch gar nichts, zu tun".
Der amerikanische Autokonzern Ford erweitert seine Produktionskapazitäten in Russland. In Tatarstan entsteht ein Motorenwerk, außerdem soll ein weiteres Modell vor Ort produziert werden.
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.