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"Kein Mensch weiß, wie sich die Elektromobiltät entwickelt"
Christian Mohrdieck: "Wenn wir den heutigen Fahrzeug-Mix auch in Zukunft beibehalten wollen, brauchen wir elektrifizierte und sogar ganz emissionsfreie Fahrzeuge."
(Foto: W. Schuering)
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Mittwoch, 07. November 2012, 11.46 Uhr
Weil die CO2-Grenzwerte weltweit immer anspruchsvoller werden, führt an alternativen Antrieben kein Weg vorbei. Dies berge große Herausforderungen aber auch große Chancen, sagte Christian Mohrdieck, der bei Daimler die Entwicklung der Elektroantriebe leitet, auf dem Kongress der Automobilwoche in Berlin.

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Berlin. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist angesichts der weltweit immer anspruchsvoller werdenden CO2-Vorgaben unvermeidlich. "Wenn wir den heutigen Fahrzeug-Mix auch in Zukunft beibehalten, also nicht nur kleine Fahrzeuge anbieten wollen, dann brauchen wir elektrifizierte und sogar ganz emissionsfreie Fahrzeuge", so Christian Mohrdieck, der bei Daimler für Entwicklung der Elektroantriebe und der Brennstoffzelle leitet. Das alternative Antriebsportfolio der Stuttgarter reicht von Start-Stopp-Systemen, milden und reinen Hybridfahrzeugen sowie Plug-In-Hybriden, reinen Batteriefahrzeugen und Autos mit Brennstoffzellen. "Kein Mensch weiß, wie sich die Elektromobilität in Zukunft entwickelt. Eine Prognose ist absolut vermessen", so Mohrdieck. Letztlich werde der Markt sagen, was er annimmt. Die einzige Planungsmöglichkeit ist dem Manager zufolge, auf Basis des geplanten Produktportfolios auszurechnen, wie hoch der Anteil alternativer Antriebe sein muss, um die CO2-Gesetze in einem bestimmten Jahr zu erfüllen.
"Wir sollten das Thema aber auch als Riesenchance begreifen, dass wir dem Kunden neue Lösungen anbieten können. Es kommt noch was nach dem Verbrennungsmotor", betonte Mohrdieck. Allerdings sieht der promovierte Ingenieur auch große Herausforderungen: "Die Wirtschaftlichkeit des Antriebs wird darüber entscheiden, ob sich er sich durchsetzen kann." Vor allem bei der Batterie gibt es seiner Ansicht nach noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten. So limitieren die chemischen Eigenschaften die Reichweite einer Lithium-Ionen-Batterie auf 150 bis 250 Kilometer in einem Smart. Bei Lithium-Schwefel und Lithium-Luft-Akkus, die sich noch in einem reinen Forschungsstadium befänden, seien noch fundamentale Problem zu lösen.

Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen sinkt
Um alle alternativen Antriebsarten wirtschaftlich abdecken zu können, setzt Daimler auf einen modularen Baukasten. "Wir haben bereits begonnen, ihn zu installieren", so Mohrdieck. So seien die Elektroversionen der A- und B-Klasse mit dem identischen Elektroantrieb ausgerüstet. Auch die On-Board-Ladesysteme werden baureihenübergreifend eingesetzt.
Allerdings muss die Elektromobilität und die Brennstoffzellentechnologie Mohrdieck zufolge weitere Hürden nehmen: Beide Antriebe brauchen eine eigene Lade- beziehungsweise Betankungsinfrastruktur. Und der "Kraftstoff" muss regenerativ erzeugt werden, damit die CO2-Emissionen tatsächlich sinken. Als großen Vorteil dieser alternativen Antriebe sieht Mohrdieck die Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen: "Jedes Land hat genügend Möglichkeiten, um Strom und Wasserstoff herzustellen."
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