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Zurückhaltung beim digitalen Flottenmanagement
VW Crafter: Bisher setzen nur sieben Prozent der befragten deutschen Fuhrparkmanager von Unternehmen mit 100 bis 999 Mitarbeitern Telematiksysteme im Fuhrpark ein.
(Foto: VW Nutzfahrzeuge)
Autor:
Klaus-Dieter Flörecke
kfloerecke@craincom.de
Dienstag, 23. Oktober 2012, 13.23 Uhr
Bei Telematiksystemen besteht in deutschen Fahrzeugflotten bis 3,5 Tonnen noch großer Nachholbedarf. So ein Ergebnis der aktuellen Studie "CVO-Barometer 2012 – Trends im Fuhrparkmanagement“.

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München. Telematiksysteme sind in deutschen Fahrzeugflotten bis 3,5 Tonnen noch kein großes Thema. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "CVO-Barometer 2012 – Trends im Fuhrparkmanagement". Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut CSA im Auftrag des Corporate Vehicle Observatory (CVO) und des Leasingspezialisten Arval mehr als 3600 Flottenentscheider in zwölf EU-Ländern befragt, 301 davon in Deutschland. Die Studie kann unter www.arval.de kostenlos angefordert werden. Der Bereich digitales Flottenmanagement wurde darin in diesem Jahr erstmals als eigener Themenblock abgefragt.
Telematiksysteme können nicht nur Spritverbrauch und CO2-Ausstoß aufzeichnen, sondern auch Fahrzeugstandort und Fahrverhalten. In der Theorie werden sie rege diskutiert, in der Praxis scheinen sie sich jedoch erst noch etablieren zu müssen: Denn bisher setzen nur sieben Prozent der befragten deutschen Fuhrparkmanager großer Unternehmen mit 100 bis 999 Mitarbeitern Telematiksysteme im Fuhrpark ein. Lediglich weitere vier Prozent planen die Einführung in den nächsten drei Jahren.
Interessant ist der Vergleich zum restlichen Europa: 18 Prozent der befragten Fuhrparkmanager in Unternehmen mit 100 bis 999 Angestellten haben bereits Telematiksysteme integriert. Weitere sechs Prozent planen einen Einsatz in den nächsten drei Jahren. Demnach hinkt Deutschland im europäischen Vergleich noch hinterher.

Kostengründe für die Einführung ausschlaggebend
Generell sind vor allem Kostengründe ausschlaggebend für die Einführung von Telematiksystemen: Auf die Frage nach dem Hauptgrund für die Nutzung von Telematik geben 39 Prozent derjenigen befragten deutschen Fuhrparkmanager in Unternehmen ab 100 Mitarbeitern, die Telematiksysteme einsetzen, die Kontrollmöglichkeit der technischen Daten an, um die Instandhaltungskosten zu reduzieren. Als zweiten Entscheidungsgrund sehen sie neben der Erhöhung der Fahrersicherheit (24 Prozent) die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs (22 Prozent) – auch hier haben die Flottenentscheider die Kosten im Blick.
Datenschutzrechtlich umstritten sind die Speicherung von Informationen über Fahrzeugstandort und Fahrverhalten. Aus diesem Grund wurden die Fuhrparkmanager auch nach ihrer Einschätzung zur Akzeptanz der Fahrer hinsichtlich der Speicherung dieser Daten befragt. Die Ergebnisse geben deutliche Meinungsunterschiede wider: So schätzt fast die Hälfte der deutschen Fuhrparkmanager großer Unternehmen ab 100 Mitarbeitern, dass ihre Fahrer der Standortbestimmung (47 Prozent) und der Informationsgewinnung zum Fahrverhalten (48 Prozent) gegenüber offen eingestellt sind. Auf der anderen Seite äußert ein gutes Drittel der befragten Fuhrparkmanager dieser Gruppe starke Bedenken hinsichtlich der Sammlung dieser Informationen (Standortbestimmung: 37 Prozent, beziehungsweise Fahrverhalten: 35 Prozent). Auffällig ist auch, dass größere Unternehmen in Summe der Informationssammlung eher abgeneigt sind als kleinere Unternehmen.
"Das CVO-Barometer zeigt deutlich: Im Fuhrpark gewinnen Telematiksysteme vor allem aus Kostengründen an Bedeutung. Die Fuhrparkmanager erhoffen sich durch deren Einsatz neue und vielleicht bisher noch unentdeckte Einsparpotenziale", meint Ralf Woik, Sprecher für den CVO in Deutschland. "In welchem Umfang Daten gesammelt werden, wird aber sicherlich ein großer Diskussionspunkt in Unternehmen werden – auch das lässt sich aus den Studienergebnissen herauslesen."
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