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Studie sieht BMW bei Telematikangeboten vorne
Telematikangebote der Autohersteller: Unter den Autoherstellern setzt BMW bis dato mit Abstand am stärksten auf das Thema vernetztes Auto.
(Foto: Progenium)
Autor: Bettina John
Samstag, 20. Oktober 2012, 10.00 Uhr
Telematik ist eines der großen Zukunftsthemen in der Automobilwelt. Die Unternehmensberatung Progenium hat deshalb die Telematikangebote der Hersteller im Preissegment bis 30.000 Euro untersucht. Demnach haben bisher nur zehn Automarken überhaupt Telematikdienste im Angebot.

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Berlin. Unter den Autoherstellern setzt BMW bis dato mit Abstand am stärksten auf das Thema vernetztes Auto. Auch Wettbewerber Audi bietet seinen Kunden umfangreiche Telematikangebote. Der dritte deutsche Premiumhersteller Daimler hingegen bleibt mit seinen Telematikangeboten deutlich hinter seinen Mitbewerbern: Dies hat eine Analyse der Berliner Unternehmensberatung Progenium ergeben. Untersucht wurde, welche Telematikdienste Autohersteller in den vier Kategorien Navigation, Infotainment, Safety & Service sowie Remote Service anbieten.
Demnach haben nur zehn Automarken überhaupt Telematikdienste im Angebot, also Services, die es Autofahrern ermöglichen, mit Herstellersystemen oder externen Anbietern wie Google Maps zu kommunizieren. Untersucht wurden Automodelle im Preissegment bis 30.000 Euro. Demzufolge sind die Ansätze der einzelnen Autohersteller im Feld der Telematik und der Entwicklungsstand der aktuellen Angebote "überraschend unterschiedlich", sagt Kilian Frühauf, Partner bei Progenium und Autor der Studie.
Telematik spricht vor allem Käuferschichten an, die den täglichen Umgang mit dem Web 2.0 über verschiedenste Medien auch mobil gewohnt sind, insbesondere die jüngeren sogenannten digital Natives. Auf diese Gruppe zielt BMW mit einem Telematikpaket für 4080 Euro für Fahrzeuge im untersuchten Preissegment – bei einem BMW 118i macht das Paket immerhin 13 Prozent der Gesamtkosten aus. Viele Autohersteller, darunter VW, verzichteten hingegen ganz darauf, ihren Käufern Telematik in diesem Segment anzubieten.

47 Prozent der Neuwagenkäufer würden ein vernetztes Auto bevorzugen
Auch Sportwagenhersteller wie Porsche und Ferrari bieten bislang keine Telematikdienste an, obwohl heute bereits 47 Prozent der Neuwagenkäufer angäben, ein vernetztes Auto zu bevorzugen, so Studienleiter Frühauf. Die von einzelnen Herstellern wie GM (OnStar), Hyundai (Blue Link) oder Ford (SYNC) für den US-Markt entwickelten Telematikangebote würden in Deutschland derzeit noch nicht angeboten. Spätestens mit der Einführung des europaweiten Notrufsystems "eCall" im Jahr 2015 müsse jeder Autohersteller zumindest dieses Telematikelement ab Werk anbieten.
Im Rahmen der Analyse ermittelte Progenium auch die Kosten der angebotenen Telematikdienste und attestierte Daimler ein Missverhältnis zwischen den Kosten und den Leistungen. So schlage das Daimler-Telematikpaket bei der untersuchten Mercedes-Benz A-Klasse mit 3272 Euro zu Buche, biete aber lediglich Dienste im Bereich Navigation und Infotainment. Gut im Preis-Leistungs-Vergleich schneide dagegen Volvo ab (1610 Euro) ab. Frühauf: "Volvo konzentriert sich bei der Telematik im Wesentlichen auf seinen Markenkern Sicherheit."
Die Unternehmensberatung Progenium mit Standorten in Berlin und München berät seit 2002 international Unternehmen aus der Automobilindustrie und Finanzwirtschaft. Ein Standort in China befindet sich im Aufbau.
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