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Kommentar: Déjà-vu bei Daimler
Altes Verwaltungsgebäude von Daimler: Das Daimler-Hochhaus in der Zentrale in Untertürkheim erinnert an glorreiche Zeiten. Jetzt steht es als Bauruine leer.
(Foto: Daimler)
Autor:
Matthias Krust
mkrust@craincom.de
Dienstag, 25. September 2012, 16.31 Uhr
Alles schon mal dagewesen: Daimler muss kurzfristig die Produktion senken und Milliarden an Euro einsparen. Der Stuttgarter Autohersteller produziert nicht nur Autos, sondern in schöner Regelmäßigkeit auch negative Schlagzeilen.

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Stuttgart. Daimler drosselt überraschend die Produktion und legt ein Sparprogramm auf. Diese Bombe ließ Konzernchef Dieter Zetsche letzte Woche platzen. War da nicht was? Sind die Schwaben nicht auch in die vergangene Krise 2008/2009 mit Vollgas reingerauscht, mussten ein Notsparprogramm auflegen und sogar dem Wüstenstaat Abu Dhabi zum Sonderpreis eigene Aktien verkaufen, um die leere Kasse wieder aufzufüllen? Was nun passiert, ist leider kein Déjà-vu-Erlebnis – also eine Gedächtnisstörung, bei der man glaubt, etwas schon erlebt zu haben – es ist die traurige Realität.
Der Stuttgarter Autohersteller produziert nicht nur Autos, sondern in schöner Regelmäßigkeit auch negative Schlagzeilen, die alleine mit den Marktbedingungen nicht erklärbar sind. Warum stellt man im Sommer Tausende Ferienarbeiter ein, und während noch viele von ihnen an den Bändern stehen, ist auf einmal die Nachfrage eingebrochen? In der letzten Krise verfehlte Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier drei Mal das Worst-Case-Szenario bei der Absatzplanung und war danach weg. Es beschleicht einen die Ahnung, dass die Vertriebsplanung seither nicht dazugelernt hat.
Mit Ausnahme von Opel kommt auch kein weiterer Autohersteller in den Sinn, der ständig milliardenschwere Sparprogramme auflegen muss. Die Stuttgarter leiden unter einem Jo-Jo-Effekt: Mit den unterschiedlichsten Diäten versuchen sie wieder und wieder abzunehmen, nur um in kurzer Zeit abermals ihr altes Gewicht auf die Waage zu bringen. Und wenn das Daimler-Managment mit dem Rücken an der Wand steht – etwa, weil Mercedes als jahrzehntelang auf Nummer eins gesetzter Premiumhersteller Schritt für Schritt von kontinuierlich besser werdenden Konkurrenten überholt wird – dann gibt man gerne langfristige Ziele aus: Mercedes-Benz 2020 zum Beispiel. Etwas ist faul in Untertürkheim.
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