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Klartext - Über den Erfolg der Online-Vermittler
Meinauto-Homepage: Die Internetvermittler profitieren auch davon, dass die Konfigurationsseiten der Hersteller schwer zu bedienen sind.
(Foto: Meinauto)
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 17. September 2012, 00.03 Uhr
Die Internetseiten der Autohersteller, auf denen Autos individuell zusammengestellt werden können, sind oft schwer zu bedienen. So sollen die Kunden wohl hilfesuchend ins Autohaus gelockt werden. Doch immer mehr Kunden gehen nicht ins Autohaus, sie surfen rüber zu markenunabhängigen Fahrzeugvermittlern wie Meinauto.de oder Autohaus24. Dort können nicht nur Fahrzeuge gleich mehrerer Fabrikate relativ einfach zusammengestellt und miteinander verglichen werden, der Kunde sieht auch die hohen Preisnachlässe, die der Handel derzeit gewährt.

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Wer versucht, einen Volkswagen, Audi, BMW oder Mercedes im Internet nach seinen Wünschen zu kon­figurieren, braucht Geduld und Nerven: Wählt man eine Option, muss man oft eine andere zu- oder abbestellen. Manches Extra trägt eine völlig unverständliche Bezeichnung. Andere ­ findet man erst gar nicht. Ohne Beratung und fremde Hilfe kommt hier kaum ein Interessent zum Ziel. Fazit: Wer solche Kon­figuratoren ins Netz stellt, will seine Kunden offenbar hilfesuchend ins Autohaus treiben. Aus Sicht des Handels ist diese Strategie ja auch richtig. Doch immer mehr Kunden gehen nicht ins Autohaus, sie surfen rüber zu markenunabhängigen Fahrzeugvermittlern wie Meinauto.de oder Autohaus24. Dort können nicht nur Fahrzeuge gleich mehrerer Fabrikate relativ einfach zusammengestellt und miteinander verglichen werden, der Kunde sieht auch die hohen Preisnachlässe, die der Handel derzeit gewährt.
Die Preistransparenz ist aber nur ein Grund für den Erfolg dieser Plattformen. Deshalb ist die Forderung von ZDK-Präsident Robert Rademacher, Hersteller und Handel sollten besser ihre Online-Strategie überdenken, auch richtig. Die Kritik des Autohandels an dem Rabatt-Gebaren der Neuwagenvermittler, die ja eigentlich nur das volumengetriebene Margensystem der Autohersteller abbilden, ist hingegen nicht berechtigt. Die Mehrheit der großen und viele kleine Autohändler nutzen diesen Absatzkanal, um sich gegen Ende des Quartals ihren Mengenbonus zu sichern.
Und nicht wenige verdienen an den Neuwagen, die dort mit teils aberwitzig hohen Preisnachlässen angeboten werden, auch noch Geld, indem sie zum Beispiel den Internet-Kunden Zubehör verkaufen und den Verkaufsprozess besonders schlank und effektiv gestalten. Zwischen zwei und sechs Prozent Rendite erziele er mit diesem Absatzkanal, berichtet ein Händler. Das ist mehr als der durchschnittliche Autohändler in Deutschland verdient. In diesem Jahr werden voraussichtlich 50.000 Neuwagen im Internet vermittelt, also nicht einmal zwei Prozent des Marktvolumens. Warum ist trotzdem die Aufregung in der Autobranche über diese Portale so groß? Offenbar, weil sie bei Herstellern und Händlern einige eklatante Schwächen ihrer Geschäftsmodelle bloßstellen.
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