Der Volkswagen-Konzern hat große Pläne in den USA: Bis 2018 will er den jährlichen Absatz dort auf eine Million Fahrzeuge steigern. Der US-Passat war nur der erste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.
Wertentwicklung der Aktien von Daimler, BMW und Volkswagen vom 1.1.2000 bis zum 31.12.2011
München. Bis 2018 soll der Volkswagen-Konzern der größte Autobauer der Welt werden. So haben es Ferdinand Piech und Martin Winterkorn beschlossen. Auf dem Weg zu diesem ehrgeizigen Ziel müssen sie dringend den Absatz in den USA steigern, denn die Vereinigten Staaten sind nach wie vor einer der größten und damit wichtigsten Automärkte der Welt. VW soll dort 2018 auf einen Jahresabsatz von 800.000 Fahrzeugen kommen, für 2012 liegt die Prognose bei 430.000. Audi soll dann den Planungen zufolge 200.000 Autos verkaufen, in diesem Jahr werden es vermutlich etwa 135.000 sein.
Vor allem im schnell wachsenden SUV-Segment sollen in den kommenden Jahren mehrere neue Modelle vorgestellt werden: Unsere Schwesterzeitung "Automotive News" berichtet, dass VW ein siebensitziges SUV plant, das schon 2014 auf den Markt kommen könnte und gegen Modelle wie den Ford Explorer oder den Honda Pilot antreten soll. Wahrscheinlich würde es im US-Werk von VW in Chattanooga gebaut, wo bisher nur der US-Passat vom Band läuft. "Es ist wichtig für VW und Audi, SUV-Modelle zu haben, um ihre ehrgeizigen Ziele auf dem US-Markt zu erreichen", sagt der Analyst Jesse Toprak von TrueCar.com.
Der Tiguan-Nachfolger, der ebenfalls 2014 auf den Markt kommen soll, wird nach Informationen von "Automotive News" deutlich größer ausfallen als das aktuelle Modell, von dem VW in den USA weniger als 30.000 Autos verkauft hat, weil ihm der Kofferraum und die Beinfreiheit der japanischen Wettbewerber Honda CR-V und Toyota RAV4 fehlen. Nach Informationen aus VW-US-Kreisen soll der Nachfolger "US-Größe" besitzen. Im SUV-Segment liegt VW deutlich hinter den Rivalen: Für den deutschen Konzern machten SUVs im August nur sieben Prozent des gesamten Absatzes aus – bei den anderen Herstellern waren es im Durchschnitt 18,7 Prozent.
Auch Luxusmarken planen SUVs Neben dem US-Passat liegt der Fokus bei den Pkw auf den in Mexiko produzierten Modellen Jetta, Beetle und dem für Dezember angekündigten Beetle Cabrio. Der Phaeton könnte ein Comeback in den USA feiern, müsste dann aber wohl deutlich unter 70.000 US-Dollar kosten, um ein erneutes Scheitern zu verhindern: 2006 hatte VW sein Flaggschiff wegen zu geringer Nachfrage vom Markt genommen.
Auch bei Audi spielen SUVs eine große Rolle, vor allem der Nachfolger des Q5, der ab 2016 im neuen Werk in San Jose Chiapa in Mexiko gebaut werden soll. Der Standort hat zunächst eine Kapazität von 150.000 Fahrzeugen pro Jahr. In diesem Jahr will Audi in den USA zwischen 27.000 und 28.000 in Deutschland gebaute Q5 in den USA verkaufen. Im kommenden Jahr oder Anfang 2014 soll der Q3 in die Vereinigten Staaten kommen, um dem BMW X1 und dem Range Rover Evoque Konkurrenz zu machen. Der Nachfolger des Q7, den die Amerikaner als "full-sized" anerkennen, erscheint 2013. Abgesehen davon planen die Ingolstädter eine Stufenheck-Version des Kompaktmodells A3, die hauptsächlich für die USA entwickelt wird.
Porsche, Lamborghini und Bentley planen ebenfalls neue SUVs für die USA: Porsche bringt 2014 den kompakten Macan auf den Markt, der sich die Plattform mit dem Q5 teilt. Dessen großer Bruder Cayenne macht mehr als 30 Prozent des US-Absatzes der Sportwagenmarke aus. Auch die Panamera-Familie soll erweitert werden. Bentley arbeitet an einem SUV, das 2014 kommen soll; Lamborghini könnte 2017 ein Fahrzeug auf Basis der Studie Urus bringen.
Bei alternativen Antrieben zeigt sich Konzern nach wie vor zurückhaltend. Zwar soll noch in diesem Jahr der Elektro-Supersportwagen R8 e-tron auf den Markt kommen, dabei handelt es sich jedoch um ein Nischenmodell. Für 2013 hat VW einen Plug-In-Hybridantrieb für den Jetta und eine Elektroversion des Golf angekündigt.
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
Auf der BMW-Hauptversammlung sprach sich Vorstandschef Norbert Reithofer gegen die neuesten CO2-Forderungen der EU aus. Er forderte von der Politik "verlässliche Rahmenbedingungen". Die neueste Forderung von 68 bis 78 Gramm CO2 pro Kilometer für 2050 sei "politisches Wunschkonzert" und habe "mit technischer Analyse oder Machbarkeit nichts, aber auch gar nichts, zu tun".
Der amerikanische Autokonzern Ford erweitert seine Produktionskapazitäten in Russland. In Tatarstan entsteht ein Motorenwerk, außerdem soll ein weiteres Modell vor Ort produziert werden.
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.