Logo automobilwoche
Automotive News: Flag US Flag EU Flag CN
    Von

Die bombastische Präsentation von Ford-Chef Alan Mulally und seinem europäischen General Stephen Odell soll aller Welt zeigen, dass Ford in Europa trotz schwierigster Bedingungen nicht die Waffen streckt - im Gegenteil: Ford will die Krise nutzen, um stärker denn je daraus hervorzugehen. Diese Botschaft muss vor allem Opel und PSA zu denken geben.

Drei Wochen vor dem Autosalon in Paris hat Ford in Amsterdam der Konkurrenz seine Waffen gezeigt - es ist ein beachtliches Arsenal, das vor allem Opel und PSA noch einiges Kopfzerbrechen machen dürfte. Denn Ford denkt nicht daran, im schwierigen europäischen Geschäft einen Gang herunterzuschalten, um etwa die Verluste einzudämmen.

Obwohl es davon reichlich auch bei Ford gibt: Mehr als eine Milliarde Dollar dürfte das Europageschäft der Amerikaner in diesem Jahr in den roten Bereich fahren, so schätzt man derzeit bei Ford selbst. Die Analysten von Morgan Stanley rechnen sogar mit einem Minus von rund zwei Milliarden Dollar.

Mulally aber lassen diese Horrorzahlen relativ gelassen. Er setzt darauf, dass sich seine "One Ford"-Strategie, die globale Verwendung von Plattformen und die Konzentration auf die Marke Ford bei Einkauf, Marketing und Produktionl,  gerade in der Krise doppelt auszahlt. Diese Rechnung könnte aufgehen, denn mit dem aktuellen Lineup und der vergleichsweise schlanken Produktionsbasis, die stark auf Zulieferer setzt, ist Ford besser gewappnet für Marktrückgänge als so mancher Rivale, der eine deutlich schwerfälligere Fertigigungstiefe aufweist. Insbesondere auf dem wieder hochdynamischen russischen Markt könnten die optimistischen Vorstellungen Mulallys und Odells aufgehen. Freilich werden dort auch Wettbewerber wie Renault, Nissan und Hyundai ein Wörtchen mitreden - und womöglich sogar Opel.

Die jetzt angekündigten neuen Ford-Modelle für Europa und der Hinweis, dass in den nächsten fünf Jahren 15 tatsächlich neue Modelle aus den globalen Entwicklungsstudios von Ford nach Europa kommen, sind eine Kampfansage an den Wettbewerb. Für kleine Anbieter wie Honda, Mitsubishi oder Mazda wird der europäische Markt damit noch ungemütlicher als bisher.

comments powered by Disqus
Das könnte Sie auch interessieren:
Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
10170
Zugriffe
Daimler beruft eine zweite Frau in den Vorstand: Britta Seeger übernimmt ab 2017 das Pkw-Vertriebsressort und damit die Nachfolge von Ola Källenius.
8973
Zugriffe
Die Nutzfahrzeugbauer Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault müssen wegen unerlaubter Preisabsprachen 2,93 Milliarden Euro zahlen. Ein anderer Hersteller bleibt dagegen straffrei.
8612
Zugriffe
Der Aufsichtsrat von BMW hat Markus Duesmann zum Vorstand für Einkauf und Lieferantennetzwerk bestellt. Sein Vorgänger Klaus Draeger geht in den Ruhestand.
7669
Zugriffe
Überraschender Wachwechsel bei Ford of Europe: Die zweitwichtigste Führungskraft nach Europachef Jim Farley, Chief Operating Officer Barb Samardzich, geht mit 57 Jahren von Bord. Ihr Nachfolger steht auch schon fest.
7463
Zugriffe
US-Staatsanwälte werfen Volkswagen vor, schon weit früher die Software zur Dieselmotor-Manipulation eingesetzt zu haben als bislang bekannt. Dabei seien auch allerhöchste Vertreter des Unternehmens involviert gewesen, erklärten mehrere Vertreter der Justizbehörden in New York.
6975
Zugriffe
Für Preisabsprachen mit anderen Lkw-Herstellern muss der Daimler-Konzern eine Rekordstrafe bezahlen. Für die Top-Manager bleibt dies offenbar ohne Folgen.
5669
Zugriffe
BMW plant die Schließung weiterer Filialen. Der Betriebsrat ist besorgt, Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze. Das Unternehmen versucht zu beruhigen.
5600
Zugriffe
Der Münchner Autobauer BMW zahlt den Mitarbeiterbonus zum 100-jährigen Jubiläum nicht aus, sondern legt ihn in der betrieblichen Altersvorsorge an. Die Erfolgsbeteiligung, die ab 2017 teilweise in die Vorsorge einfließt, soll laut Betriebsrat bei 190 Prozent gedeckelt werden.
5023
Zugriffe
Auch nach der Umrüstung werden nicht alle VW-Dieselmodelle den strengen Umweltgesetzen in den USA entsprechen. Die Behörden finden das akzeptabel – aus einem bestimmten Grund.
4715
Zugriffe
Tesla-Chef Elon Musk hat seine Pläne verkündet: Der Elektroauto-Pionier will bald auch Trucks und Busse herstellen. Zudem kommen weitere Modelle. Der Absatz soll sich innerhalb von zwei Jahren verzehnfachen.