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Klartext - Warum Opel auf Ford blicken sollte
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 20. August 2012, 00.03 Uhr
Der Autobauer Ford hat im vergangenen Quartal über 400 Millionen Dollar in Europa verloren. Die Krise der südeuropäischen Märkte reißt Ford in die roten Zahlen. Und das, obwohl der Autobauer ein modernes Produktionssystem besitzt, von dem Opel und selbst der VW-Konzern nur träumen können.

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Die jüngsten Zahlen von Ford sind ernüchternd: 404 Millionen Dollar hat das Unternehmen im vergangenen  Quartal in Europa verloren. Die Rezession in den südeuropäischen Märkten reißt auch Ford in die roten  Zahlen. Im Gesamtjahr rechnet die Marke in Europa nun mit einem Verlust in Höhe von einer Milliarde Dollar.  Die Zahlen sollten nicht nur die Ford-Mitarbeiter, sondern auch die Opelaner beunruhigen. Ford hat seit Langem  vieles, was Opel erst noch braucht: Zum Beispiel ein modernes Produktionssystem, von dem selbst der VW-Konzern  nur träumen kann. In jedem der großen Ford-Werke in Europa wird ein Modell mit den entsprechenden Derivaten  produziert, in Köln der Fiesta, in Saarlouis der Focus und in Genk der Mondeo. In Spanien steht ein Flex-Plant  zur Verfügung, um Nachfragespitzen abzufangen.
Zudem gehören die Ford-Werke laut Harbour-Report zu den produktivsten in Europa. Köln führte das Ranking, in dem VW-Werke meist auf den hinteren Plätzen landen,  oft schon an. Dass Ford dennoch in Europa Verluste einfährt, zeigt: Der Versuch von General Motors, Opel  mit Einsparungen im Produktionsbereich in die schwarzen Zahlen zu bekommen, ist aussichtslos. Diesen Kampf  kann der neue Opel-Chef Thomas Sedran nur verlieren. Zumal Ford die wesentlich modernere Modellpalette hat:  Mit dem Kuga produziert die Marke in Saarlouis ein erfolgreiches Kompakt-SUV. Opel hingegen kann in diesem  schnell wachsenden Segment nur mit einem kaum konkurrenzfähigen Auto aus Korea aufwarten. 
Bei Ford gibt es Doppelkupplungsgetriebe und Downsizing-Benziner, die bei Opel noch in der Entwicklung sind. Focus, Kuga und  Mondeo haben rundum moderne Einzelradaufhängungen, während der Opel Astra noch mit einer hinteren Starrachse  herumfährt. Opel würde Jahre und Milliarden brauchen, diesen Rückstand bei Technologie und Produktion aufzuholen.  In diesem Umfeld Opel gesundsparen zu wollen, heißt, Opel totzusparen. Die Marke braucht Investitionen. Übrigens: Beim Automobilwoche Kongress im November erwarten wir Ford-Chef Alan Mulally. Es dürfte interessant  werden, zu erfahren, wie er in Europa die Lage seines Unternehmens sieht, das vieles richtig gemacht hat, und  dennoch Verluste schreibt. 
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