NEU: ePaper
NEU: Jobsjobs.automobilwoche.de
Benutzeranmeldung:
Aktuelle Meinung: Die Zahlen von Ford verheißen nichts Gutes – für Opel
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Guido Reinking ist seit 2006 Chefredakteur der Automobilwoche. Der Diplom-Politologe und Volkswirt arbeitete zuvor bei „Bild am Sonntag“, „Welt am Sonntag“ und der „Financial Times Deutschland“. Auch sein Hobby hat mit Autos zu tun: Oldtimer.
Mittwoch, 25. Juli 2012, 14.54 Uhr
Die jüngsten Zahlen von Ford sind ernüchternd: 404 Millionen Dollar hat das Unternehmen im dritten Quartal in Europa verloren. Im Gesamtjahr rechnet Ford hier nun mit einem Verlust in Höhe von einer Milliarde Dollar.

Die Zahlen sollten nicht nur die Ford-Mitarbeiter, sondern auch die Opelaner beunruhigen. Ford hat seit langem, was Opel erst noch braucht: Ein modernes Produktionssystem. In jedem der großen Ford-Werke in Europa wird ein Modell mit den entsprechenden Derivaten produziert, in Köln der Fiesta, in Saarlouis der Focus und in Genk der Mondeo. In Spanien steht  ein Flex-Plant zur Verfügung, um Nachfragespitzen abzufangen. Zudem gehören die Ford-Werke laut Harbour-Report zu den produktivsten in Europa. Köln führte das Ranking oft schon an.

Dass Ford dennoch in Europa große Verluste einfährt, zeigt: Der Versuch von Opel, mit Einsparungen im Produktionsbereich in die schwarzen Zahlen zu kommen, ist aussichtslos. Diesen Kampf kann der neue Opel-Chef Thomas Sedran nur verlieren.

Zumal Ford die wesentlich modernere Modellpalette hat: Mit dem Kuga produziert die Marke in Saarlouis einen erfolgreichen Kompakt-SUV. Opel hingegen kann nur mit einem kaum konkurrenzfähigen Auto aus Korea aufwarten. Bei Ford gibt es Doppelkupplungsgetriebe und Downsizing-Benziner, die Opel erst noch entwickeln muss. Focus, Kuga und Mondeo haben rundum moderne Einzelradaufhängungen, während der Astra noch mit einer hinteren Starrachse herumfährt. Opel dürfte Jahre brauchen, diesen Rückstand bei Produkten und Produktion aufzuholen, wenn dies überhaupt gelingt.

In einer solchen Konkurrenz- und Marktsituation Opel gesund sparen zu wollen, heißt Opel tot zu sparen. Die Marke wird das kaum überleben.


Kommentare zum Artikel:
Das könnte Sie auch interessieren:
Neuer Mondeo läuft in Genk an - aber sechs Monate später
Ford lässt das neue Mittelklassemodell Mondeo wieder im belgischen Werk Genk bauen - aber ein halbes Jahr später als zunächst... » mehr lesen

Ford setzt auf amerikanisches Rezept
Bei der Umgestaltung seines Europa-Geschäfts verlässt sich Ford auf Maßnahmen, die schon in Nordamerika funktioniert haben. Trotz ... » mehr lesen

Erneut US-Rückruf bei Ford
Der US-Autobauer Ford muss erneut Autos zurück in die Werkstatt rufen. Zuletzt hatte Ford mehr als 11.000 Fahrzeuge in den USA... » mehr lesen

Rabattschlacht auf Rekordniveau
Der Preisdruck im deutschen Autohandel wächst immer weiter. Im Juli ereichte der Rabatt-Index des CAR-Instituts einen... » mehr lesen

GM will mehr US-Manager bei Opel
General Motors will mit mehr Führungskräften aus Detroit seinen Einfluss auf die Konzerntochter Opel stärken und den deutschen... » mehr lesen

Mindestens ein europäisches Ford-Werk bedroht
Ford steht in Europa unter Druck, weil die Werke des amerikanischen Autobauers bei Weitem nicht ausgelastet sind. Jetzt könnte... » mehr lesen

Opel plant weitere Manager-Entlassungen
Nach dem überraschenden Rücktritt von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke und dem am Mittwoch bekannt gegebenen Rücktritt der... » mehr lesen

Kommentar: Bei Opel schlägt der Blitz ein
Bei Opel haben gleich mehrere Blitze eingeschlagen. Geschleudert wurden sie aber nicht von Göttervater Zeus, sondern von GM-Chef... » mehr lesen

Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
9332
Leser
Werkstätten und Kunden des Premiumherstellers BMW müssen derzeit teilweise wochenlang auf Ersatzteile warten. Grund ist eine Software-Umstellung.
9043
Leser
Das Automatikgetriebe macht Volkswagen Probleme: Nach Rückrufaktionen im großen Stil in China und Japan müssen nun auch in Australien Autos wieder in die Werkstatt. Der Konzern sieht keine Alternative zum Werkstattbesuch. Auslöser der Probleme sind verstopfte, heiße Großstadtdschungel.
6257
Leser
Neuer Vorstand für Produktion bei Jaguar Land Rover wird Wolfgang Stadler. Der 55-Jährige ist bisher Leiter des BMW-Werks in Dingolfing.
5342
Leser
Die Porsche Holding ist wieder ganz im Familienbesitz: Der Staatsfonds des Emirats Katar hat seinen Anteil von zehn Prozent an der Porsche SE an die beiden Familien Porsche und Piech verkauft.
4835
Leser
Noch vor zwei Wochen hatte Chrysler einen Rückruf von 2,7 Millionen Jeeps kategorisch abgelehnt. Nun knickt der Hersteller zumindest teilweise ein.
2903
Leser
Der Stuttgarter Autohersteller Daimler stellt weitere Weichen, um die Pkw-Vertriebsorganisation in China schlagkräftiger zu machen. In der Zentrale in Stuttgart wurde ein eigener Bereich "Vertriebssteuerung China“ geschaffen, dessen Leitung der ehemalige Audi-Manager Bernhard Auer übernimmt.
2744
Leser
Der Chef der weltweiten Marketing-Kommunikation bei Volkswagen, Giovanni Perosino, wechselt zur Konzerntochter Audi nach Ingolstadt.
2481
Leser
Die Europäische Union hat Deutschland eine Frist gesetzt: Zehn Wochen hat die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge Zeit, die Einhaltung der Richtlinie zum Kältemittel in Klimaanlagen sicherzustellen – danach droht ein Verfahren.
2258
Leser
Etwa 100.000 Personen haben sich weltweit bereits für eine Probefahrt mit dem Elektroauto BMW i3 angemeldet, wie Vertriebsvorstand Ian Robertson auf dem Kongress der Automotive News Europe in Paris bekanntgab.
2073
Leser
Fondsmanager Michael Muders von Union Investment hat sich in einem Interview vehement gegen ein weiteres Engagement von Mercedes ausgesprochen: "Mercedes muss raus aus der Formel 1."