Logo automobilwoche
Automotive News: Flag US Flag EU Flag CN

Blog:

Die Zahlen von Ford verheißen nichts Gutes – für Opel

Autor:

greinking@craincom.de
Guido Reinking ist seit 2006 Chefredakteur der Automobilwoche. Der Diplom-Politologe und Volkswirt arbeitete zuvor bei „Bild am Sonntag“, „Welt am Sonntag“ und der „Financial Times Deutschland“. Auch sein Hobby hat mit Autos zu tun: Oldtimer.

Die jüngsten Zahlen von Ford sind ernüchternd: 404 Millionen Dollar hat das Unternehmen im dritten Quartal in Europa verloren. Im Gesamtjahr rechnet Ford hier nun mit einem Verlust in Höhe von einer Milliarde Dollar.

Die Zahlen sollten nicht nur die Ford-Mitarbeiter, sondern auch die Opelaner beunruhigen. Ford hat seit langem, was Opel erst noch braucht: Ein modernes Produktionssystem. In jedem der großen Ford-Werke in Europa wird ein Modell mit den entsprechenden Derivaten produziert, in Köln der Fiesta, in Saarlouis der Focus und in Genk der Mondeo. In Spanien steht  ein Flex-Plant zur Verfügung, um Nachfragespitzen abzufangen. Zudem gehören die Ford-Werke laut Harbour-Report zu den produktivsten in Europa. Köln führte das Ranking oft schon an.

Dass Ford dennoch in Europa große Verluste einfährt, zeigt: Der Versuch von Opel, mit Einsparungen im Produktionsbereich in die schwarzen Zahlen zu kommen, ist aussichtslos. Diesen Kampf kann der neue Opel-Chef Thomas Sedran nur verlieren.

Zumal Ford die wesentlich modernere Modellpalette hat: Mit dem Kuga produziert die Marke in Saarlouis einen erfolgreichen Kompakt-SUV. Opel hingegen kann nur mit einem kaum konkurrenzfähigen Auto aus Korea aufwarten. Bei Ford gibt es Doppelkupplungsgetriebe und Downsizing-Benziner, die Opel erst noch entwickeln muss. Focus, Kuga und Mondeo haben rundum moderne Einzelradaufhängungen, während der Astra noch mit einer hinteren Starrachse herumfährt. Opel dürfte Jahre brauchen, diesen Rückstand bei Produkten und Produktion aufzuholen, wenn dies überhaupt gelingt.

In einer solchen Konkurrenz- und Marktsituation Opel gesund sparen zu wollen, heißt Opel tot zu sparen. Die Marke wird das kaum überleben.

comments powered by Disqus
Das könnte Sie auch interessieren:
Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
10484
Zugriffe
Der Machtkampf bei Europas größtem Autobauer Volkswagen spitzt sich zu. Aufsichtsratschef Ferdinand Piech will Vorstandschef Martin Winterkorn weiterhin loswerden.
6983
Zugriffe
Es ist eine Entscheidung, deren ganze Tragweite für das Unternehmen noch nicht annähernd abzusehen ist: Ferdinand und Ursula Piëch hören als Konzern-Aufseher auf. Eine Ära endet.
5967
Zugriffe
Ferdinand Piëch bestreitet, dass er die Ablösung von Martin Winterkorn als Konzernchef von VW betreibe. Schließlich habe er sich mit ihm auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit verständigt.
2836
Zugriffe
Bislang reichen Apple sowie Google & Co. in ihrer Beliebtheit noch nicht an deutsche Automobilhersteller heran.
2259
Zugriffe
Vor zehn Tagen brach die VW-Führungskrise aus. Seit Anfang dieser Woche mühen sich Konzern, Arbeitnehmer und Großaktionär Niedersachsen um eine Rückkehr zum Alltag. Dann meldet sich plötzlich Ex-Kanzler Gerhard Schröder zu Wort - just vor einem Winterkorn-Auftritt.
2163
Zugriffe
Nach dem Rücktritt Ferdinand Piëchs gibt es Spekulationen darüber, ob er seine Anteile am Konzern verkauft. Davon hängt auch ab, wer in den Aufsichtsrat nachrückt.
2081
Zugriffe
Die Chefaufseher der im Dax gelisteten Unternehmen bekommen für ihre Tätigkeiten sehr unterschiedlich hohe Vergütungen. Die Bandbreite reicht von gut 140.000 Euro bis mehr als zehn Mal so viel.
2080
Zugriffe
Persönlich war der VW-Vorstandschef bei der Auto Shanghai nicht anwesend. In den Gesprächen am Rande der Fahrzeugmesse in Fernost war der große Vorsitzende dennoch die bestimmende Figur.
1926
Zugriffe
Der japanische Autobauer Suzuki ruft rund zwei Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Defekte an den Zündschlössern in die Werkstätten.
1880
Zugriffe
Nach zwei Wochen Krisenmodus will VW wieder in den Normalbetrieb schalten. Doch was ist nach so einem Drama schon normal? Neben Dauerbaustellen drängen sich reichlich Personalfragen auf, nicht nur die Piëch-Nachfolge. Bleibt bei VW kein Stein mehr auf dem anderen?