Logo automobilwoche
Automotive News: Flag US Flag EU Flag CN

"Oft mangelt es an Spezialisten“

Player wird geladen...
Hesse.flv (69965 KB)
Autor:
Henning Krogh
hkrogh@craincom.de
VWFS-Vorstandsfrau Hesse: "Suche Dir eine Bühne, auf der Du zeigen kannst, wie gut Du bist“, rät die erfahrene Managerin karrierewilligen Damen. (Klick auf das Foto startet das Video) (Foto: Volkswagen Financial Services)
Donnerstag, 12. Juli 2012, 00.03 Uhr
Die Personalchefin von Volkswagen Financial Services, Christiane Hesse, sucht Verstärkung für das in Braunschweig ansässige Unternehmen. "Wir müssen stärker strampeln“, sagt die Topmanagerin mit Blick auf das häufig schwierige Anwerben neuer Fachkräfte, etwa im Bereich der Informationstechnologie. Zugleich will der Finanzdienstleister des VW-Konzerns den Frauenanteil steigern.

Hamburg. Das schnelle Wachstum von VW stellt auch den konzerneigenen Finanzdienstleister bei der Suche nach neuem Personal weltweit vor große Herausforderungen. "Zwar haben wir qualifizierte Mitarbeiter bislang in ausreichender Anzahl gefunden", sagt Christiane Hesse, im Vorstand von Volkswagen Financial Services (VWFS) verantwortlich für das Ressort Personal. "Aber auch wir müssen nun immer stärker strampeln für gute Bewerber, denn oft mangelt es an Spezialisten." Besonders gefragt seien etwa IT-Experten. VWFS ist in 40 Ländern aktiv und beschäftigt insgesamt 7322 Mitarbeiter, davon 4599 in Deutschland.

Die von VW-Chef Martin Winterkorn mit der "Strategie 2018" geplante Expansion zielt neben den USA vor allem auf die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Deshalb muss auch VWFS auf diesen Märkten personell wachsen. Im Kampf um die besten Fachkräfte macht sich die Braunschweiger Zentrale regionale Besonderheiten zunutze. So hat VWFS für sein Team in Brasilien ein eigenes Gesundheitszentrum aufgebaut, da die medizinische Vorsorge durch staatliche Stellen dort vergleichsweise schlecht ist.


Auf dem Subkontinent geht das "Alphatier" gern den Besten seines Rudels voran

In Indien wiederum kommt VWFS zugute, dass wechselwillige Abteilungsleiter beim Einstieg in ein neues Unternehmen häufig ihre besten Mitarbeiter nachholen. "Von diesem unter indischen First-Linern verbreiteten Phänomen konnten wir bisher häufig profitieren", sagt Personalchefin Hesse, "aber es kann uns natürlich auch einmal umgekehrt treffen."

Um die Personalarbeit bei VWFS stetig zu verbessern, will Hesse künftig vermehrt neue Wege einschlagen. So wirbt das Unternehmen im Schulterschluss mit dem Mutterkonzern VW auf schwächelnden Märkten Südeuropas gezielt um begehrte Fachkräfte. "Dabei streben wir zunächst mal die eher kleine Zahl 50 an, um erste Erfahrungen zu sammeln", so Hesse. "In Spanien haben wir bereits einen IT-Spezialisten für uns gewinnen können." Ein "spezielles Begleitprogramm", von Sprachkursen bis hin zu interkulturellen Trainings, soll die Eingewöhnung erleichtern.


"Frauen, die in die erste Reihe aufrücken wollen, müssen auch so auftreten"

Auch um die Aus- und Weiterbildung weiblicher Mitarbeiter will sich VWFS künftig noch intensiver bemühen. "Wir brauchen mehr Frauen", sagt Christiane Hesse, "auch, aber nicht nur in Führungspositionen." Eine generelle Frauenquote jedoch fordert sie nicht: "Was letztlich zählt, ist die Qualifikation von Bewerbern", betont die Vorstandsfrau. "Wir möchten die Besten einstellen – wenn das Frauen sind, freut es uns besonders." Schon die Hälfte der VWFS-Auszubildenden in kaufmännischen Berufen sind Frauen.

Aus eigener – positiver – Erfahrung rät die VWFS-Topmanagerin anderen Frauen dazu, am Selbstbewusstsein zu arbeiten: "Traue Dir etwas zu!", ist eine ihrer Empfehlungen. Und: "Suche Dir eine Bühne, auf der Du zeigen kannst, wie gut Du bist!" Hesse: "Frauen, die in die erste Reihe aufrücken wollen, müssen auch so auftreten. Denn wer nur im stillen Kämmerlein glänzt, macht keine Karriere." (Foto: Volkswagen Financial Services)

Kommentare zum Video:
Das könnte Sie auch interessieren:
Die beliebtesten Inhalte der letzten 7 Tage:
2619
Zugriffe
Der Autobauer Daimler will 63 seiner Autohäuser verkaufen. Ursprünglich war nur der Verkauf von 38 Standorten vorgesehen.
2449
Zugriffe
Im Exklusivinterview mit der Automobilwoche hat ZF-Chef Stefan Sommer die Befürchtung der Mitarbeiter zerstreut, die Übernahme von TRW könne zu Stellenstreichungen führen.
2292
Zugriffe
Am neuen Kleinstwagen von Opel scheiden sich die Geister, bevor das Auto überhaupt auf dem Markt ist. Schuld ist sein Name.
1797
Zugriffe
Immer wieder hatte Volkswagen Probleme bei der Verzahnung seiner zwei Lastwagentöchter MAN und Scania. Nun hat der Konzern Scania komplett geschluckt und damit vollen Zugriff auf die Schweden. Die ersten Früchte der Neuordnung sind nun bei der Messe IAA Nutzfahrzeuge zu sehen.
1786
Zugriffe
Per PC oder Tablet zu schreiben, ist weniger anstrengend als früher auf mechanischen Schreibmaschinen. Dennoch drohen Gesundheitsschäden – die sich aber vermeiden lassen.
1762
Zugriffe
Zum zwölften Mal in Folge ist die Zahl der Neuzulassungen in der EU nun gestiegen. Dennoch mehren sich die Anzeichen für eine Abkühlung der weltweiten Autokonjunktur.
1758
Zugriffe
Der Betriebsrat von TRW in Europa macht sich nach der Übernahme durch ZF Sorgen um die Sicherheit der Arbeitsplätze bei seinem Unternehmen.
1577
Zugriffe
Mit einem Großaufgebot ist der deutsche Zoll am Mittwoch gegen Plagiate auf der Automechanika vorgegangen.
1562
Zugriffe
Deutsche Autofahrer suchen am liebsten eine Werkstatt in ihrer Nähe auf – auch wenn es nicht die billigste ist. Dies ergab der aktuelle Werkstattmonitor des TÜV Rheinland.
1493
Zugriffe
Seit 2012 wächst das Autofahrer- und Werkstattportal Drivelog kontinuierlich. Ab 2015 soll es auf eine nächste Stufe gehoben werden.