Während Absatz und Umsatz wachsen, schmilzt der Gewinn der Pkw-Sparte zusammen. Allen... » mehr lesen
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EU-Kommission pocht auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer
EU in Brüssel: Die Vorgaben sollen für alle Hersteller gleichermaßen strikt sein, versichert Klimakommissarin Connie Hedegaard. (Foto: iStock)
Autor: Gerhard Mauerer
Mittwoch, 11. Juli 2012, 13.37 Uhr
Die EU-Kommission hat sich am Mittwoch zu künftigen CO2-Grenzen für Neuwagen in Europa geäußert. Bis zum Jahr 2020 sollen Pkw durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Der Herstellerverband ACEA bezeichnet dieses Ziel als "extreme Herausforderung".
Was bedeuten die CO2-Pläne der EU-Kommission?
Werden deutsche Hersteller benachteiligt?
Die Vorgaben verlangen besondere Anstrengungen von den Produzenten schwerer Pkw. In diesem Segment ist Deutschland besonders stark vertreten. Gerade VW ging laut EU-Diplomaten deshalb dagegen an. Im Verhältnis zum Gewicht sollen allerdings alle gleich viel einsparen - und zwar 27 Prozent an Kohlendioxid pro Kilometer mehr als bei der geltenden Vorgabe von 130 Gramm. Die deutsche Autoindustrie hatte schwere Wagen weniger stark belasten wollen.
Wie stehen einzelne Hersteller da?
Nach Angaben von EU-Diplomaten liegt Daimler mit seiner Flotte derzeit bei 98,8 Gramm CO2 pro Kilometer, BMW bei 100 Gramm und Fiat bei 87 Gramm. Ein pauschaler Wert für VW ist schwer zu berechnen - wegen der vielen Töchter, wie Skoda, Seat und Co. Die Angaben beruhen auf dem derzeitigen Fahrzeuggewicht - hier ist nach Sicht von Experten aber noch Luft für Einsparungen.
Was ist mit Kleintransportern?
Sie müssen nur einen Zielwert von 147 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen. Die EU-Experten sagen, man wolle nicht schon wieder an erst vergangenes Jahr beschlossenen Regeln für leichte Nutzfahrzeuge rütteln. Das könne aber noch einmal überprüft werden.
Ist alles schon beschlossene Sache?
Nein. Die Mitglieder der EU-Kommission haben nun eine gemeinsame Position vorgestellt. Über diese verhandeln nun die EU-Länder und das Europaparlament. (dpa/gem)
Brüssel. In Europa produzierte Autos sollen künftig weniger Treibhausgas CO2 ausstoßen. Dazu legte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Mittwoch in Brüssel einen Vorschlag vor. Das soll nicht nur dem Klima dienen: Verbraucher könnten so während der Betriebsdauer ihres Wagens nach EU-Angaben an der Tankstelle bis zu 3800 Euro sparen. Selbst bei steigenden Autopreisen spare der Besitzer langfristig. Bis zum Jahr 2020 sollen Pkw durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die Kommission hat nun Vorschläge gemacht, wie der Wert errechnet werden soll. Diese Vorgaben seien für alle Hersteller gleichermaßen strikt, versicherte Hedegaard. 2011 betrug der Wert 135,7 Gramm, die verbindliche Zielvorgabe für 2015 liegt bei 130 Gramm. Die Emissionen von Kleintransportern sollen von 181,4 Gramm im Jahr 2010 (aktuellste vorliegende Zahlen) auf 147 g CO2/km im Jahr 2020 verringert werden, wobei das verbindliche Ziel bei 175 Gramm im Jahr 2017 liegt. Der 95-Gramm-Wert war bereits 2008 entschieden worden. Die Kommission hat nun Vorschläge gemacht, wie genau er errechnet werden soll - und zwar im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht. Hedegaard: "Was wir heute vorschlagen, ist eine faire und ausgewogene Richtlinie."
Um die komplizierte Formel zu verdeutlichen, griff die Klimakommissarin zu einem Vergleich: Wenn ein übergewichtiger und ein schlanker Mensch die gleiche Anzahl Kilos verlieren sollten, sei das nicht gerade fair. Die Hersteller verbrauchsintensiverer, schwerer Wagen sollen sich deshalb stärker verbessern. Den Deutschen, stark in der Oberklasse, war das ein Dorn im Auge: Sie hatten laut EU-Diplomaten auf weniger scharfe Vorgaben gedrängt. Der europäische Herstellerverband ACEA sprach in einer Reaktion auf die Pläne aus Brüssel von "schwierigen Zielen". Der Verband werde nun mit seinen Mitgliedern analysieren, wie die Ziele erreicht werden können und was die Ziele für die gesamte Branche bedeuten. "Es ist klar, dass die CO2-Werte unserer Fahrzeuge weiter sinken müssen, und die Branche ist gewillt, dies zu erreichen", heißt es in der ACEA-Mitteilung. Dennoch sei es eine "extreme Herausforderung", diese Ziele zu erreichen. Zudem seien die Werte deutlich strenger als in den USA, China und Japan, was zu steigenden Produktionskosten in Europa führen werde - ein Wettbewerbsnachteil für die europäische Autoindustrie.
"Sehr ambitioniert" "Der für 2020 vorgeschlagene Pkw-Flottengrenzwert von 95g/km CO2 ist sehr ambitioniert und erfordert erhebliche technische Anstrengungen und Investitionen", erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zum von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag der CO2-Regulierung für Pkw bis zum Jahr 2020. 95g/km CO2 entsprechen einem Spritverbrauch von nicht einmal 4 Litern auf 100 Kilometern. "Die deutsche Automobilindustrie wird alles daran setzen, diese anspruchsvolle Reduktionsleistung zu erbringen. Allerdings wird das 95-Gramm-Ziel nicht ohne erhebliche Mehrkosten zu erreichen sein." Am Dienstag hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus Entwürfen der EU-Kommission zitiert - hier geht es zu unserem Bericht darüber. Dabei war davon die Rede, dass die Flotten der Hersteller schwererer Fahrzeuge mehr CO2 ausstoßen dürften als die kleineren, leichteren Fahrzeugflotten. Zu diesen Details hat Brüssel bislang keine Stellungnahme abgegeben. (Foto: iStock)
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