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Klartext - Erinnerung an das Krisenjahr 2009
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 25. Juni 2012, 00.03 Uhr
Die Stimmung im Kfz-Gewerbe trübt sich derzeit mit einer Geschwindigkeit ein, die an das Frühjahr 2009 erinnert. Die stetigen Meldungen über den in Gefahr schwebenden Euro haben wohl auch die Verbraucher in ihrer Kauflust gebremst. Wer jeden Tag in der Zeitung lesen und im Fernsehen hören muss, dass unsere Währung in höchster Gefahr ist, hat einfach keine Lust mehr, viel Geld für ein neues Auto auszugeben – wie sicher der eigene Arbeitsplatz auch immer sein mag. Die Autohersteller sehen sich unter Zugwzang und geben teilweise große Preisnachlässe.

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11/2013
Wichtige Kennzahlen des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat-Chrysler aus dem ersten Quartal 2013 im Vergleich zum ersten Quartal 2012

Die Geschwindigkeit, mit der sich derzeit die Geschäftsaussichten und damit die Stimmung im Kfz-Gewerbe eintrüben, erinnert fatal an das Frühjahr 2009. Offenbar findet die nicht enden wollende Euro-Krisenberichterstattung nun auch ihren Niederschlag im Bestelleingang des Autohandels in Deutschland. Ökonomie ist eben vor allem Psychologie. Wer jeden Tag in der Zeitung lesen und im Fernsehen hören muss, dass unsere Währung in höchster Gefahr ist, hat einfach keine Lust mehr, viel Geld für ein neues Auto auszugeben – wie sicher der eigene Arbeitsplatz auch immer sein mag. Mancher Autohersteller reagiert auf die jüngste Kaufzurückhaltung nicht mehr nur mit den üblichen Incentive-Programmen und Tageszulassungen, sondern senkt, wie jüngst Opel, die Preise. Das Modell Astra "Fun" steht jetzt mit mehr als 3000 Euro Nachlass in der Preisliste.
Wer über die jüngste Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland in Depression zu fallen droht, dem sei ein Blick über die Landesgrenzen empfohlen: Neben dem Markteinbruch in Frankreich (minus 16 Prozent) und Italien (minus 14 Prozent) nimmt sich der Rückgang der Neuzulassungen in Deutschland (minus fünf Prozent) im Mai geradezu harmlos aus. Echte Sorgen machen muss man sich langsam jedoch um die südeuropäischen Autohersteller, also um Renault, PSA und Fiat. Diese drei sind es dann auch, die nach Informationen der Automobilwoche in Rom, Paris und Brüssel massiv um Unterstützung bitten. Sonst seien Werksschließungen unumgänglich. Fiat- Chef Sergio Marchionne hat bereits den Rotstift angesetzt, die Investitionen um 500 Millionen Euro gekürzt und die für 2013 vorgesehene Markteinführung des Grande Punto verschoben. Ein gefährliches Spiel, denn die Investitionen von heute sind die Absatzerfolge von morgen.
Wenn die Euro- Krise überwunden ist, werden die Hersteller mit den neuesten, wettbewerbsfähigsten Produkten profitieren. Für global aufgestellte Autohersteller und ihre Zulieferer lässt sich die Wartezeit trefflich überbrücken: In Russland (plus elf Prozent), den USA (plus 26 Prozent) und China (plus 28 Prozent) wuchs die Nachfrage im Mai ungebrochen. Für Opel, PSA und den heimischen Handel ist das jedoch ein schwacher Trost.
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