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Die Sicherheitslücke Mensch
Autor: Gerd Scholz
Montag, 14. Mai 2012, 00.03 Uhr
Mit dem Einsatz von Smartphones und Tablet-Computern hat sich das Risiko, dass sensible Unternehmensdaten in die Hand von Konkurrenten gelangen, noch einmal deutlich erhöht. Technische Schutzlücken sind dafür aber nur teilweise verantwortlich. Eine große Schwachstelle ist der Mensch, wie erst kürzlich eine Umfrage des IT-Dienstleisters Computacenter ergab. Demnach verwenden 54 Prozent der Anwender, die ihre mobilen Geräte beruflich einsetzen, keinen Passwortschutz für ihre E-Mail-Programme.

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München. Mit dem Einsatz von Smartphones und Tablet-Computern hat sich das Risiko, dass sensible Unternehmensdaten in die Hand von Konkurrenten gelangen, noch einmal deutlich erhöht. Technische Schutzlücken sind dafür aber nur teilweise verantwortlich. Eine große Schwachstelle ist der Mensch, wie erst kürzlich eine Umfrage des IT-Dienstleisters Computacenter ergab. Demnach verwenden 54 Prozent der Anwender, die ihre mobilen Geräte beruflich einsetzen, keinen Passwortschutz für ihre E-Mail-Programme.

Zwangsmaßnahmen schaden
Als zusätzliches Gefahrenmoment kommen die Aktivitäten der Mitarbeiter in sozialen Netzwerken hinzu, die mit den mobilen Geräten noch deutlich wachsen. Das menschliche Mitteilungsbedürfnis, so warnen Experten, führt oft dazu, dass Mitarbeiter dort unbedacht geheime Informationen preisgeben. Eine Sperre des Zugangs zu sozialen Netzwerken sei aber keine Lösung, betont Martin Riedel, Partner bei Ernst & Young. „Denn am Ende des Tages bringt der Mitarbeiter sein eigenes Smartphone mit", sagt der Sicherheitsexperte. Dies zu verbieten oder einzuschränken, könnten sich Unternehmen meist schon deswegen nicht leisten, weil unter solchen Zwangsmaßnahmen die Attraktivität als Arbeitgeber leide. Nötig sei es vielmehr, den Mitarbeitern deutlich zu machen, welchen Schaden sie für ihr Unternehmen und letztlich auch ihren Arbeitsplatz anrichten können, wenn sie sensible Informationen nach außen geben.
Dennoch sind natürlich auch technische Vorkehrungen gegen „Datenklau" ein wichtiges Mittel, um die IT-Sicherheit zu erhöhen. Bei mobilen Geräten sieht sich hier die Deutsche Telekom mit ihrem Simco-System führend. Ursprünglich als sichere Kommunikationstechnik für die Bundesregierung entwickelt, wird das System seit einigen Monaten auch für die Industrie beworben. Die Geräte, so erläutert Michael Bartsch, seien so konfiguriert, dass sie ausschließlich mit dem eigenen Unternehmensnetzwerk kommunizieren können. Daran, so betont der Simco-Sicherheitsexperte von T-Systems, könne der Anwender nichts ändern, und diese Konfiguration könne auch durch Schadsoftware nicht verändert werden. Damit seien die mobilen Geräte dann genauso gut gegen digitale Angriffe geschützt wie ein Computer, der sich auch physisch im Unternehmen befindet. Allerdings liegt bei vielen Unternehmen gerade hier noch einiges im Argen. Denn „90 Prozent der Angriffe könnten verhindert werden, wenn die Unternehmen ihre Systeme besser warten und ständig auf dem neuesten Sicherheitsstand halten würden", erklärt René Reutter, Abteilungsleiter für ICT-Sicherheit bei T-Systems. Angesichts von rund 70.000 Viren, Würmern und anderen digitalen Schädlingen, die T-Systems täglich registriert, sei höchste Aktualität bei den Abwehrtechniken unerlässlich.
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