Während praktisch alle Autohersteller weltweit Standardsoftware von SAP zur Verwaltung einsetzen, erfolgt die Fertigungssteuerung noch überwiegend auf Basis von selbst gestrickten Systemen. "Dabei lassen sich in der Produktion durch die Verwendung von standardisierten Lösungen die Kosten für die Einführung und den späteren Betrieb deutlich senken. Mit einer Standardsoftware sehen wir ein Einsparpotenzial von 30 bis 50 Prozent der Projektkosten“, ist Peter Grendel von Abat+ überzeugt.
Neuzulassungen in Europa im Januar 2013 nach Marken. Copyright: Jato Dynamics
Stuttgart. Während praktisch alle Autohersteller weltweit Standardsoftware von SAP zur Verwaltung einsetzen, erfolgt die Fertigungssteuerung noch überwiegend auf Basis von selbst gestrickten Systemen. „Dabei lassen sich in der Produktion durch die Verwendung von standardisierten Lösungen die Kosten für die Einführung und den späteren Betrieb deutlich senken. Mit einer Standardsoftware sehen wir ein Einsparpotenzial von 30 bis 50 Prozent der Projektkosten", ist Peter Grendel von Abat+ überzeugt. Der Diplom-Kaufmann ist einer von drei geschäftsführenden Gesellschaftern des erst zweieinhalb Jahre alten Software-Spezialisten mit Sitz in St. Ingbert im Saarland. Abat+ wurde von ehemaligen SAP-Managern gegründet und ist auf Lösungen für die Fertigungssteuerung („Manufacturing Execution System") in der Automobilproduktion spezialisiert. Referenzkunde und strategischer Partner ist Daimler: Die Stuttgarter nutzen die Software „Plus" weltweit in allen Pkw-Werken von Mercedes-Benz und Smart. „Wir setzen Plus seit mehr als 15 Jahren ein. Dadurch haben wir die Flexibilität erhöht, Stabilität geschaffen und die Effizienz in der Produktion gesteigert", so Michael Gorriz, Leiter Informationstechnologie (CIO) des Autoherstellers. Die Lösung von Daimler reicht in die Zeit zurück, als die Plus-Software, die in Cobol programmiert ist, noch zu SAP gehörte. Nun arbeitet Abat+ daran, ein alternatives System mit gleichem Aufbau und Funktionen in SAPSprache und auf Basis von SAPTechnologie zu programmieren. „Wir wollen erstmals einen Standard in der Fertigung der Automobilbranche etablieren – so wie es SAP bei Software zur Unternehmenssteuerung vorgemacht hat. Die heute üblichen maßgeschneiderten Lösungen sind zweifellos gut auf die Anforderungen des einzelnen Herstellers abgestimmt, insgesamt aber ist der Aufwand dafür sehr hoch", so Grendel. Seiner Erfahrung nach unterscheiden sich die grundlegenden Prozesse in der Automobilproduktion der Hersteller kaum, sodass sie sich zu 60 bis 70 Prozent standardisieren lassen. Das System von Abat+ besteht aus 30 einzeln nutzbaren Modulen, die alle Prozesse vom Rohbau über die Lackierung bis zur Montage inklusive der Puffersteuerung abdecken. Teil der Lösung ist auch die Übergabe der Fahrzeuge an den Vertrieb. Dazu kommt ein automatisiertes Qualitätsmanagement, das zentral alle Qualitätsdaten erfasst und dokumentiert. Abat+ nutzt dabei die sogenannte Netweaver-Plattform, auf der alle SAP-Anwendungen basieren. Allerdings sind die beiden Systeme strikt getrennt, was vor allem bei auftretenden Problemen zu einer eindeutigen Verantwortlichkeit bei deren Behebung führt. Darüber hinaus haben die beiden Unternehmen eine strategische Partnerschaft geschlossen. Der Software-Konzern SAP aus Walldorf bietet seine Lösungen rund um das Manufacturing weiter an und fokussiert sich dabei vor allem auf die Zulieferer. Abat+ hingegen konzentriert sich auf die Hochverfügbarkeitslösung in der komplexen Fertigung der Autohersteller mit ihrer hohen Variantenzahl. Weiterer Kooperationspartner im Vertrieb ist Hewlett-Packard. „Das Interesse im Automotive- Bereich ist hoch – vor allem in den schnell wachsenden Ländern China und Indien sowie in Korea fällt unser Angebot auf fruchtbaren Boden", so Grendel. Kunde ist beispielsweise der neu gegründete chinesisch-israelische Autohersteller Qoros, der mit deutschen Managern in Schlüsselpositionen 2013 die Produktion von Kompaktfahrzeugen aufnehmen wird und die Hälfte der angepeilten Jahresproduktion von 300.000 Einheiten in Europa anbieten will. „Wir beraten Qoros beim kompletten Aufbau der Produktionsumgebung", erklärt Grendel. Abat+ will beide Lösungen – auf Cobolund SAP-Basis – parallel anbieten und weiterentwickeln. Seit der Gründung ist die Softwareschmiede rasant und profitabel gewachsen und dürfte 2012 mit 80 Mitarbeitern rund neun Millionen Euro Umsatz einfahren. „Wir haben ein großes Expansionspotenzial. Die Herausforderung für uns ist, dass wir genügend Mitarbeiter finden", so Grendel.
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Nach dem Aus für das Bochumer Opel-Werk im Jahr 2014 ringt der deutsche Autobauer mit der britischen Schwester Vauxhall um den künftigen Produktionsstandort für den Zafira Tourer. Die besten Chancen haben nach Angaben aus dem Aufsichtsrat das Stammwerk in Rüsselsheim und das britische Werk in Ellesmere Port.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Einem Medienbericht zufolge wird der bayerische Premiumhersteller insgesamt mehr als drei Milliarden Euro in die neue Submarke BMW i investieren. Das Unternehmen will von Anfang an mit jedem Auto Geld verdienen.
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
An den Fließbändern des Premiumherstellers Daimler arbeiten einem Medienbericht zufolge Menschen, deren Lohn vom Staat aufgestockt werden muss. Dabei soll es sich um Leiharbeiter handeln.