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Aktuelle Meinung: Adam - ein unpassender Name
Autor:
Stefan Wimmelbücker
swimmelbuecker@craincom.de
Der gelernte Journalist begann seine Karriere beim Fachmagazin Auto Zeitung, wo er sein Interesse an Autos mit dem Spaß am Schreiben verbinden konnte. Seit 2010 arbeitet er als Online-Redakteur für die Automobilwoche.
Dienstag, 08. Mai 2012, 17.26 Uhr
Adam! Ausgerechnet Adam! Gibt es einen altertümlicheren Namen? Warum nicht gleich Abraham? Wie viele junge Menschen heißen heutzutage Adam? In der Liste der häufigsten Kindernamen in Deutschland stand Adam im vergangenen Jahr auf Platz 162. Und so soll ausgerechnet der neue Opel-Kleinstwagen heißen, der vorher den Arbeitstitel "Junior" trug. Zur Erinnerung: Mit ihm will Opel eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Ob das so klappt?

Laut der Pressemitteilung hat der Name viele Vorteile: Er ist universell, kurz, klingt robust und technisch und nicht zu süß oder niedlich. Das mag ja alles sein. Aber ob das die jüngeren Käufer anlockt? In allen anderen Aspekten, vom Preis bis zu den Individualisierungsmöglichkeiten, ist das Auto konsequent auf Jugend getrimmt. Und dann heißt es Adam. Das ist inkonsequent.

Allerdings befindet sich Opel hier in guter Gesellschaft – auch andere Autobauer treten mit den Namen ihrer Modelle manchmal ins Fettnäpfchen: Unvergessen ist beispielsweise der Mitsubishi Pajero, der in spanisch sprechenden Ländern Montero heißen muss, weil Pajero auf Spanisch "Wichser" bedeutet. Oder der Rolls-Royce, der auf den für englische Ohren wunderschönen Namen "Silver Mist" getauft werden sollte.
Es gibt Agenturen, die auf die Erfindung von Markennamen spezialisiert sind und derartige Missgeschicke ausschließen können. Beim Vectra hat Opel solche Dienste in Anspruch genommen. Das ist allerdings ziemlich teuer und in Rüsselsheim wird derzeit bekanntlich gespart - möglicherweise am falschen Ende?


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